SENDETERMIN Do, 21.03.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Haustiere und Mietrecht

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

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Service: Haustiere und Mietrecht | Video verfügbar bis 21.03.2020 | Bild: WDR

Die Deutschen lieben Haustiere: In deutschen Haushalten leben rund 9 Millionen Hunde und über 13 Millionen Katzen, viele davon in Mietwohnungen. Auch andere Kleintiere erfreuen sich großer

Beliebtheit. Haustiere sind aber auch immer wieder Anlass für Streit. Darf der Vermieter einen tierischen Mitbewohner grundsätzlich verbieten? Was ist, wenn sich die Nachbarn vom Tier gestört fühlen? Und wie sieht es mit der Haftung aus, wenn das Haustier etwas beschädigt?

Mietvertrag

Eine generelle Klausel im Mietvertrag, dass Tierhaltung untersagt ist, ist unwirksam (z.B. BGH, Az. VIII ZR 168/12). Das Halten von Kleintieren, also etwa Ziervögeln, Fischen, Schildkröte oder auch eines Hamsters kann der Vermieter nicht verbieten. Beim Verbot der Haltung von Hunden und Katzen sieht das anders aus. In jedem Einzelfall muss eine umfassende Abwägung der Interessen beider Vertragsparteien erfolgen, aus der sich dann ein Verbot der Hunde- und Katzenhaltung begründen kann. In Mietverträgen wird aus diesem Grund mit einer entsprechenden Klausel eine Einwilligung bzw. Erlaubnis des Vermieters gefordert.

Nachbarschaft

Wer ein Haustier hält, darf seine Nachbarschaft durch die Tierhaltung nicht unzumutbar belästigen. Gelegentliches Hundegebell und andere gelegentliche Tiergeräusche muss ein Nachbar ertragen, wenn ein Hund aber dauernd oder nachts ständig bellt, sei es in der Wohnung oder auch im Garten, hat der Nachbar einen Unterlassungsanspruch. Das Streunen einer fremden Katze im Garten muss man in der Regel erdulden.

Schäden

Der Halter eines Tieres muss für Schäden haften, die das Tier verursacht. In der Mietwohnung hat der Vermieter einen Schadensersatzanspruch gegen den Mieter, wenn dessen Hund oder Katze Türen verkratzt oder den Parkettboden ruiniert. Als Tierhalter trägt man somit durchaus ein großes Haftungsrisiko, so dass man eine Haftpflichtversicherung haben sollte, die auch Mietsachschäden abdeckt. Eine Hundehaftpflichtversicherung oder bei einer Katze die private Haftpflichtversicherung springt aber keinesfalls immer bei einem Schadensfall ein.

Sind die Schäden durch wiederholtes Kratzen, Scharren oder Zerbeißen verursacht worden, also nicht durch ein einmaliges plötzliches Verhalten, zahlt die Versicherung in der Regel nicht. Wer ein großes Aquarium hat, sollte unbedingt eine Hausratversicherung und auch ebenfalls eine private Haftpflichtversicherung haben, die Schäden beim Auslaufen oder Bruch des Aquariums abdeckt.

Wer exotische oder gefährliche Tiere hält, muss sich bei seiner Versicherung informieren, ob diese Tiere mit in den Schutz der Privathaftpflichtversicherung fallen.

Weitere Informationen

www.mieterbund.de/dmb.html

www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/recht/buergerliches-recht/tierhaltung-in-mietwohnungen/

www.finanztip.de/haftpflichtversicherung/hundehaftpflicht/

Stand: 21.03.2019 07:23 Uhr

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