SENDETERMIN Do., 20.01.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Heizen mit Holz

mit Andreas Göke, Bezirksschornsteinfegermeister

PlayBezirksschornsteinfegermeister Andreas Göke zeigt MOMA-Reporterin Susanne Hoffmann, wie man einen Scheit auf Trockenheit prüft.
Service: Heizen mit Holz | Video verfügbar bis 20.01.2023 | Bild: WDR

Holz gilt als erneuerbare Energiequelle und kostengünstige, umweltschonende Alternative zu Gas oder Öl. Beim Heizen mit Holz wird nur so viel Kohlenstoffdioxid frei, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Es gilt daher als CO2-neutral. Doch bei der Verbrennung können - abhängig von Holzart und Ofen-Typ gesundheitsschädliche Feinstaub-belastungen entstehen. Dabei hängt es, anders als bei Gas- oder Ölheizungen, bei Kaminöfen stark von der Bedienung ab, ob der Brennstoff umweltschonend verbrennt oder nicht.

Heizkosten senken mit Holz

Heizung und warmes Wasser machen bis zu 90 Prozent der Energiekosten eines Haushaltes aus. Mit einer holzbefeuerten Wohnraumfeuerstätte kann Energie gespart werden. Während das Kaminfeuer wohlige Wärme spendet und für ein angenehmes Raumklima sorgt, kann an kühlen Abenden die Heizung niedriger eingestellt werden, da mit der Holzfeuerung die Zentralheizung unterstützt wird.

Es gibt auch wasserführende Öfen, die in die Warmwasser-Versorgung eingebunden werden. Damit wird ein Großteil der erzeugten Wärme dem Heizungskreislauf zugeführt, während das Holzfeuer den Aufstellraum erwärmt. VORTEIL: Das Heizen mit Holz macht unabhängig von der Versorgung öffentlicher Strom- oder Gasnetze.
Kommt es während der Heizperiode zu Stromausfällen, durch den die Zentralheizung oder die Wärmepumpe aussetzen, kann mit einem Kaminofen der Wohnraum weiter beheizt werden.

Kaminofen, Kachelofen, Heizkamin oder Pellet-Ofen

Grundsätzlich gibt es drei Grundarten von Feuerstätten, die mit Scheitholz befeuert werden: Kachelöfen, Heizkamine und Kaminöfen.
Klassiker ist der Kachelofen, der als Bausatz geliefert werden kann oder in aufwendiger Handarbeit gefertigt wird.
Der Heizkamin ist die Weiterentwicklung des offenen Kamins, mit dem Unterschied, dass er mit einem Heizeinsatz ausgestattet ist, der einen geschlossenen Feuerraum bildet und so für eine schadstoffarme Verbrennung sorgt. Die Flammen lassen sich dabei durch eine Sichtscheibe beobachten, ohne dass es zum Funkenflug kommt.
Der freistehende Kaminofen lässt sich in jeder Wohnung mit einem geeigneten Schornstein aufstellen. Die mit Stahlblech, Naturstein oder Keramik verkleideten Kaminöfen heizen sich schnell auf und spenden schon nach kurzer Zeit eine angenehme Wärme.
Neu hinzugekommen sind Pellet-Einzelöfen, die als vollwertige Raumheizung dienen können und sogar noch staatlich gefördert werden. Sie werden nicht mit Scheitholz, sondern mit genormten, kleinen Holzpellets befeuert, die als Sackware erhältlich sind.

Staatliche Förderung von Holzheizungen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern effizientes und emissionsarmes Heizen mit Holz. Die Förderung beinhaltet Pelletöfen, Pellet-Zentralheizungen, Hackschnitzelheizungen und Scheitholz-Vergaserkessel wie auch Feinstaubfilter.
Um eine Förderung zu bekommen, muss eine Holzheizung besonders emissionsarm sein. Dies ist zum Beispiel bei modernen und hocheffizienten Scheitholzvergaserkesseln der Fall, da diese über einen Pufferspeicher verfügen, der die Wärme verlustarm speichert. Ein Kaminofen ist dagegen nicht förderbar.

Austausch alter Holzöfen gesetzlich vorgeschrieben

2010 hat der Gesetzgeber bei Staub und Kohlenmonoxid stufenweise strengere Grenzwerte für Kaminöfen und Holzheizkessel eingeführt. Ganz alte Anlagen mussten in den vergangenen Jahren schon stillgelegt oder nachgerüstet werden. Ende 2020 waren alle Öfen fällig, die zwischen 1985 und 1994 gebaut wurden. Für bis 2010 produzierte Geräte gilt noch eine Frist bis Ende 2024.

Ofenbesitzer müssen daher prüfen, ob ihr Kaminofen, Kachelofen oder Heizkamin den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI) rät dazu, alte Geräte möglichst frühzeitig auszutauschen. Die Verbrennungstechnik hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Moderne Geräte reduzieren die Emissionen um bis zu 85 Prozent und den Holzverbrauch um rund ein Drittel gegenüber veralteten Feuerstätten.

Um zu prüfen, ob der eigene Kaminofen, Kachelofen, Heizkamin oder Pelletofen die geforderten Emissionsgrenzwerte erfüllt, hilft ein Blick in die Datenbank des HKI. Unter www.cert.hki-online.de sind mehr als 7.000 Geräte nach Hersteller aufgelistet. Der zuständige Bezirksschornsteinfeger kontrolliert nach Ablauf der Frist, ob die geforderten Maßnahmen umgesetzt wurden. Ist dies nicht der Fall, ist er verpflichtet, den Ofen stillzulegen und die zuständige Umweltbehörde zu informieren. Offene Kamine dürfen nach dem Gesetz nur noch gelegentlich und nicht als dauerhafte Wohnraumheizung betrieben werden.

Fehler bei der Verbrennung

Ob das Holz umweltschonend und schadstoffarm verbrennt, hängt stark von der Bedienung ab. Wie sich Fehler beim Heizen mit Holz auswirken, hat das bayerische Technologie- und Förderzentrum (TFZ) ermittelt. Demnach lässt zum Beispiel dauerhaftes Offenlassen der Luftzufuhr durch den Rost den Feinstaubausstoß auf das 6,5-Fache steigen - im Vergleich zur Empfehlung, die untere Luftzufuhr durch den Rost nach dem ersten Nachlegen zu schließen und die Verbrennungsluft direkt hinter der Ofentür entlang der Scheibe zu den Flammen zu leiten. Weitere Heizfehler mit gravierenden Auswirkungen sind zu spätes Nachlegen der Holzscheite, ein Überladen des Brennraums sowie das Verbrennen von zu feuchtem Holz.

Tipps zur energieeffizienten und sauberen Verbrennung von Holz

Frisch geschlagenes Holz muss gut belüftetet, möglichst sonnig und vor Regen geschützt gestapelt und - je nach Holzart und Größe der Scheite – ein bis zwei Jahre getrocknet werden. Erst danach erreicht es die optimale Restfeuchte von ungefähr 20 Prozent und kann als Brennholz genutzt werden. Die Restfeuchte lässt sich mit einem Messgerät bestimmen, das im Handel erhältlich ist. Eine Alternative zum selbst gehackten Holz sind bereits getrocknete Scheite vom Brennstoffhändler. Nicht ausreichend abgelagertes Holz besitzt zu viel Restfeuchte. Die Folge ist eine unvollständige Verbrennung, bei der unnötig viele Schadstoffe freigesetzt werden. Um generell zu überprüfen, ob die Verbrennung einwandfrei läuft, empfiehlt es sich, den Schornstein im Blick zu behalten: Je weniger Rauch zu sehen ist, desto besser verläuft die Verbrennung.

Etwa zwanzig Minuten nach dem Anzünden des Feuers sollte kaum noch Rauch aus dem Schornstein treten. Falls sich ungewöhnlich viel dunkler Rauch zeigt, ist das meist die Folge einer unvollständigen Verbrennung - hier genügt oft schon eine erhöhte Luftzufuhr. Richtig ist, wenn das Feuer mit ruhiger bis lebhafter Flamme brennt. Die Sichtscheibe zum Feuerraum bleibt weitgehend sauber. Wenn der Feuerraum noch kalt ist, können dunkle Beschläge auf der Scheibe entstehen, die aber spätestens verschwinden sollten, wenn zum zweiten Mal Holz nachgelegt wurde. Wenn in den Flammen weiterhin dunkle Schlieren zu sehen sind oder die Sichtscheibe verrußt bleibt, dann stimmt etwas nicht.

TIPP: Versichern Sie sich, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Verfeuern Sie grundsätzlich nur trockenes und geeignetes Brennholz und keine Holzabfälle! Lassen Sie Ihren Ofen oder Ihren Heizkessel regelmäßig warten.Links

Weitere Informationen

• Umweltbundesamt
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/heizen-raumtemperatur#gewusst-wie

• Förderprogramm Heizen mit erneuerbaren Energien
https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html

• Verbraucherzentrale NRW
https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/so-wird-ihre-heizung-fit-fuer-die-zukunft-30042

• Verbraucherzentrale NRW 10 Tipps zum Heizkosten sparen
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/heizung-10-tipps-zum-heizkosten-sparen-13892

• mein Nachmittag, NDR
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/mein_nachmittag/Tipps-rund-ums-Heizen-und-Lueften,meinnachmittag23964.html

• Verbrauchertipps, NDR
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Richtig-heizen-Einfache-Tipps-sparen-Geld-und-Energie,heizen174.html

• Servicestunde, MDR
https://www.mdr.de/mdr-thueringen/service/servicestunde-heizen-im-winter-100.html

• Jump, MDR
https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/heizkosten-warmwasser-nebenkosten-senken-sparen-100.html

• WDR 4, Mittendrin
https://www1.wdr.de/radio/wdr4/wort/mittendrin/mittendrin-alte-heizungen-100.html

• Servicezeit, WDR 2
https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/servicezeit/kaminoefen-umruesten-100.html

• Hier und Heute, WDR
https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/sendungen/richtig-heizen-116.html

Stand: 20.01.2022 07:30 Uhr