SENDETERMIN Mo, 19.08.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Wenn das Geld weniger wert wird

mit Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip

PlayService: Wenn das Geld weniger wert wird
Service: Wenn das Geld weniger wert wird | Video verfügbar bis 19.08.2020 | Bild: WDR

Seit 2016 liegt der Leitzins in der Eurozone bei 0 Prozent. Nach der jüngsten Sitzung des EZB-Rates am 25. Juli geht der Rat davon aus, dass das Zinsniveau bis mindestens Mitte 2020 auf diesem niedrigen Niveau bleiben wird. Das freut Kreditnehmer, ist aber schlecht für Sparer. Denn, wenn es für das Ersparte keine oder nur sehr wenig Zinsen gibt, droht ein realer Kaufkraftverlust. Schuld daran ist die Inflation. Die lag im Jahr 2016 zwar noch unter einem Prozent, seit 2017 liegen die Werte wieder deutlich über einem Prozent: Im Juli 2019 betrug die Teuerung 1,7 Prozent.

Tages- und Festgeldkonten

Wer sein Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto angelegt hat, erleidet aufgrund der Inflation einen Verlust an Kaufkraft. Das verdeutlicht das folgende Beispiel: Ein gutes Tagesgeldkonto bringt aktuell noch 0,5 Prozent Zinsen.

Bei einer durchschnittlichen Inflation von 1,6 Prozent werden aus 10.000 Euro nach einem Jahr 9.890 Euro - gemessen an der Kaufkraft. Viele Banken gewähren allerdings nur 0,1 Prozent oder noch weniger. Und einige Banken verlangen sogar Strafzinsen ab bestimmten Beträgen. Dann kommt zum Kaufkraftverlust noch ein realer Verlust hinzu.

Folgen für die Altersvorsorge

Aktuell parken die Deutschen mehr als 2.200 Milliarden Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Die Kaufkraft dieses Geldes schrumpft aktuell um mehr als 1 Prozent oder 22 Milliarden Euro pro Jahr. Auch klassische Lebensversicherungen sind von der andauernden Niedrigzinsphase betroffen. Denn viele Altverträge sind vorwiegend in sichere Zinspapiere investiert. Den Versicherern fällt es jedoch immer schwerer, die garantierten Zinszusagen zu erfüllen.

Viele Versicherer versuchen deshalb, diese alten Verträge loszuwerden. Etwa durch Kündigung oder den Verkauf von Verträgen. Und bei immer mehr neuen Verträgen gibt es keinen Garantiezins mehr. Wer also heute fürs Alter vorsorgen möchte muss umdenken. Sparbuch, Tagesgeld und Lebensversicherung sind längst nicht mehr gut geeignet, um seine Rentenlücke zu füllen. Welche Möglichkeiten haben Sparer heute?

Riester: vor allem für Sparer mit Kindern lohnend

Eine Riester-Rente wird vom Staat mit Zulagen gefördert: Erwachsene erhalten bis zu 175 Euro im Jahr als staatliche Zulage, für Kinder gibt es bis zu 300 Euro. Dazu kommt oft eine Steuererstattung. Wegen der Zulagen lohnt sich diese Form der Vorsorge vor allem für Familien mit Kindern. Entscheidend sind allerdings die Form des Vertrags sowie die darin enthaltenen Kosten.

Betriebliche Altersvorsorge: lohnt sich, wenn der Chef was dazu gibt

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge wird eine Zusatzrente über den Arbeitgeber aufgebaut. Früher haben Arbeitgeber diese oft komplett finanziert, heute wird meist ein Teil des Bruttogehalts im Rahmen einer Entgeltumwandlung für die Betriebsrente eingesetzt.

Dies wird vom Staat gefördert: Für Beträge bis zu 268 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an, für Beträge bis zu 536 Euro keine Steuern. Allerdings lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge meist nur dann, wenn die Sparer sehr alt werden oder der Arbeitgeber einen Teil dazu gibt.

Indexfonds: langfristig und breit gestreut in Aktien investieren

Mit Indexfonds können Sparer zu geringen Kosten in Aktien investieren. Wichtig dabei ist, breit zu streuen und vor allem langfristig zu investieren. Breit streuen heißt, in sehr viele Aktien zu investieren. Das geht z.B. mit dem MSCI-World, der 1.600 Unternehmen abbildet. Langfristig zu investieren ist deshalb wichtig, weil Aktienkurse auch schwanken. Diese Schwankungen lassen sich durch eine lange Anlagedauer ausgleichen.

Finanztip empfiehlt, den Indexfonds mindestens 15 Jahre zu halten. Wer das mit dem MSCI World in den letzten 15 Jahren getan hat, kann sich aktuell über eine jährliche Rendite von 6,9 Prozent freuen.

Weitere Informationen

Inflationsrate in Deutschland

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/

finanztip: Zinsentwicklung

https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/

finanztip: Riester

https://www.finanztip.de/riester/

finanztip: Betriebliche Altersvorsorge

https://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/

finanztip: Indexfonds

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/

Stand: 19.08.2019 06:50 Uhr

0 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.