SENDETERMIN Fr, 05.04.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Tierisch schöne Gärten

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

PlayGartenbau-Ingenieurin Dorothée Waechter, Julia Schöning
Service: Herzlich willkommen im Insektenhotel | Video verfügbar bis 05.04.2020 | Bild: WDR

Aus dem Gartenparadies für Blumen und Tiere wird immer öfter ein Open-Air-Wohnzim- mer. Damit sich aber nicht nur die Menschen wohl fühlen, sondern auch die Tiere, die sich im Garten ansiedeln, gilt es, einen Kompromiss zu finden, damit deren Lebensrhythmus ungestört ist. Rückzugsorte, Nahrung und Wasser müssen vorhanden sein. Diese Bedürfnisse stehen unseren eigenen Ansprüchen an Ordnung und der Liebe zu einer Automatisierung des Gartens jedoch oft im Wege. Es gilt zu bedenken, dass das Gärtnern eine Kultur und kein Einrichtungstrend ist.

Es bleibe Nacht und dunkel – damit die Vielfalt lebt

Solarleuchten geben die ganze Nacht über Licht ab und stören somit die erforderliche Nachtruhe einer Vielzahl von Gartenlebewesen. Sie sind zum einen auf den klaren Tag- Nacht-Rhythmus angewiesen und zum anderen verwischt die Helligkeit das natürliche Licht von Mond und Sternen, dass zur Orientierung dient. Daher sollte der Garten nur mit dem tatsächlich erforderlichen Licht ausgestattet werden. Solarleuchten sollten über ei- nen Ausschalter verfügen. Ein Bewegungsmelder ist nur bedingt eine Lösung, da die Tiere plötzlich im Hellen stehen, wenn Katze, Igel oder Dachs durch den Garten streifen. Wer einen Rasenmäher-Roboter besitzt, sollte diesen nur tagsüber laufen lassen.

Unterkünfte für Gartenbewohner

Je größer die Pflanzenvielfalt im Garten, desto bunter ist auch die Insektenwelt. Kleine Gärten bieten mitunter nicht die Möglichkeit der unterschiedlichen Bepflanzung und las- sen somit nicht zu, die verschiedenartigen Insekten auf ganz natürliche Art zu fördern. Erstens: Machen Sie es anders als der Nachbar, auch das bringt Vielfalt! Mit einem In- sektenhotel z.B. lässt sich viel für die fliegenden Gartenschwärmer tun. Es bietet ganz individuelle „Wohnräume“ für Insekten, von hohlen Gräserhalmen über Lehmziegel bis hin zu angebohrtem Holz, Kiefernzapfen und Holzwolle. Diese Nistplätze gibt es fertig zu kaufen oder sie lassen sich selber basteln.

Blumenwiese anlegen

Das Tütchen mit der Samenmischung prophezeit große Vielfalt und sieht auf den ersten Blick so aus, als sei das alles kinderleicht und bequem. Aber dem ist nicht so: Die Anlage einer Blumenwiese bedeutet Arbeit und ist erst einmal nicht so nachhaltig, wie es klingt. Es bedarf einer ganzen Weile (mehrere Jahre) der Pflege, bis sich ein Gleichgewicht einstellt. In herkömmlichen Mischungen sind die verschiedensten heimischen Blühpflan- zen enthalten. Bei der Aussaat ist unbedingt darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen, sondern sich gut und breit entfalten können.

Jetzt wird gezwitschert

Schon seit einigen Wochen dürfen keine Gehölze mehr geschnitten werden, damit die Vögel in aller Ruhe brüten können. Als Nistmaterial für die Vögel sollten Federn, Moos, Blätter und Zweige bereitgestellt werden – all das können die Vögel zum Bau einer ge- mütlichen Kinderstube gut gebrauchen. Deshalb ist es wichtig, dass der Garten nicht pic- cobello sauber ist, sondern die Vögel an die Baumaterialien kommen. Weiterhin können auch Nistkästen aufhängt werden, vorausgesetzt, die Brutgewohnheiten sind bekannt. Rotkehlchen z.B. bauen als Erdbrüter ihr Nest auf dem Boden. Als Schutz brauchen sie eine dichte Pflanzendecke. Die Nistkästen werden jährlich gereinigt. Besonders gut klappt es mit der Aufzucht, wenn die Ernährung durch viele Insekten, Beeren und klassi- sche Futterstellen gewährleistet ist.

Stand: 05.04.2019 12:50 Uhr

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