SENDETERMIN Mo., 17.08.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Insektensommer

mit Prof. Heinz Mehlhorn, Institut für Parasitologie Düsseldorf

PlayInsekten, Mücken
Service: Insektensommer | Video verfügbar bis 17.08.2021 | Bild: WDR

Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen oder Hummeln: Im Sommer haben alle möglichen Insekten Hochsaison. Viele davon haben es auf unser Blut abgesehen, andere stechen nur zur Abwehr. Bedingt durch den Klimawandel und wärmere Temperaturen breiten sich in Deutschland zunehmend Insekten aus, die neue Krankheiten übertragen können. Sie können auch bei der Rückkehr von einer Reise eingeschleppt werden.

Bienen, Hummeln, Wespen

Stiche sind – von Schmerzen abgesehen – in der Regel harmlos. Für Insektengift-Allergiker besteht allergings Lebensgefahr. Üblicherweise entwickelt sich für eine gewisse Zeit rund um die Einstichstelle eine brennende rote Quaddel. Für normal empfindliche Menschen sind Insektenstiche lediglich im tiefen Rachenraum bedrohlich. Schwellungen dort könenn zum Tod durch Ersticken führen.

Ein Insektengift-Allergiker reagiert innerhalb kürzester Zeit mit Hautausschlag, Schweißausbrüchen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit sowie Atem- und Kreislaufstillstand. Bei beginnenden allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich muss daher sofort ein Notarzt gerufen werden. Außerdem sollten Menschen, die gegen Bienen- oder Wespenstiche allergisch sind, immer ein Notfallset mit sich führen, dass vom Arzt verschrieben wird.

Tipp: Bienen und Wespen stechen nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher niemals um sich schlagen, das macht die angreifenden Insekten aggressiv. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und sich langsam zu bewegen.

Mücken

Es gibt rund 1.500 Mückenarten, nur 130 davon stechen. Und davon belästigen uns nur die Weibchen. Manchmal reagiert der Körper sehr empfindlich auf ihre Stiche. Die Stelle des Einstiches schwillt an, schmerzt und pocht. Die Einstichstelle rötet sich stark und das Ganze ist auch nicht nach ein paar Stunden vorbei. In dem Fall kann eine bakterielle Infektion vorliegen, aufgrund derer sogar eine Blutvergiftung möglich ist.
Anhaltende und außergewöhnlich starke Schwellungen sollten unbedingt ernst genommen und vom Arzt untersucht werden. Oft handelt es sich jedoch nur um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers.

In den Tropen können Stechmücken Malaria, Gelbfieber, die Schlafkrankheit und andere Seuchen übertragen. Aber auch bei uns kommen tropische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke, die Sandmücke oder die Kriebelmücke gelegentlich vor. Sie sind teilweise auch am Tage aktiv und können gefährliche Viruserkrankungen wie das Zikavirus, das West-Nil-Virus oder Denguefieber übertragen

Tipp: Duschen Sie Körperschweiß weg und verzichten Sie auf stark parfümierte Duschgels. Mückenschutzmittel, so genannte Repellents, verhindern, dass sich Insekten auf die unbedeckte Haut setzen. Wichtig ist allerdings der bestimmungsgemäße Gebrauch!

Wenn Sie im Urlaub sind, kontrollieren Sie vor Antritt der Rückreise Kleidung und Koffer auf "blinde Passagiere", die sich gerne in dunklen Ecken verstecken. So vermeiden Sie es, Parasiten wie Mücken, Zecken, Bettwanzen und andere ungebetene Gäste einzuchleppen.

Weitere Informationen

ARD Brisant: Was hilft wirklich gegen Mücken? (10.07.20)
https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/was-hilft-gegen-muecken-hausmittel-100.html

HR Die Ratgeber: Erste Hilfe bei Insektenstichen (07.08.20)
https://www.ardmediathek.de/ard/video/die-ratgeber/erste-hilfe-bei-insektenstichen/hr-fernsehen/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMDU3NDU/

• Projekt Mückenatlas Deutschland
https://mueckenatlas.com/

Stand: 17.08.2020 08:02 Uhr