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Service: Klimaschutz mit Messer und Gabel

mit Prof. Nina Langen, TU Berlin

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Service: Klimaschutz mit Messer und Gabel | Video verfügbar bis 20.01.2021 | Bild: WDR

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind auch bei Ernährung ein Thema. Damit beschäftigt sich zum Beispiel die EAT-Lancet-Kommission: Ihr gehören (Ernährungs-)Wissenschaftler und Klimaforscher aus 16 Ländern an.

Sie wollen eine veränderte, nachhaltige und gesunde Ernährung für alle Menschen erreichen. Die Veränderung ist nötig, weil Lebensmittelproduktion weltweit Umwelt, Ausstoß von Treibhausgasen und Wasserverbrauch beeinflussen. Nur durch eine Veränderung können die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden.

Planetary Health Diet

Die EAT-Lancet-Kommission mit Sitz in Norwegen hat dafür den so genannten "Planetary Health Diet" entwickelt: einen Speiseplan, der sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt schützt. Die Ernährung nach diesem Plan besteht vor allem aus Obst und Gemüse, außerdem zum Beispiel Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und ungesättigten Fetten und – in Maßen – Fleisch, Fisch oder Geflügel.

Außerdem sollten im Sinn einer nachhaltigen Ernährungsstrategie möglichst keine Lebensmittel weggeworfen werden: in Deutschland sind das pro Person jedes Jahr 75 Kilo. Das ist das Ergebnis der Studie  im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, „Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015“ (September 2019). Damit man weniger Lebensmittel wegwerfen muss, helfen gezieltes Einkaufen und Resteverwertung.

Ideen für nachhaltige und gesunde Ernährung und Rezepte finden Sie unter anderem hier:

• Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Datenbank für Rezepte mit Resten der Initiative "Zu gut für die Tonne!“

https://www.zugutfuerdietonne.de/beste-reste/

• Rezepte des Berliner Nachhaltigkeits-Projekts "Go Sustainable", Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft der Technischen Universität Berlin

https://go-sustainable.de/verarbeitung.html#rezepte

Sie können Ihre Ernährung nachhaltiger gestalten, indem Sie zum Beispiel

  • selbst oder gemeinsam mit Freunden, Kolleginnen und Familie kochen: Die Beschäftigung mit Zutaten und Lebensmitteln ermöglicht einen besonderen Zugang zum Schmecken und zur Esskultur.
  • mit frischen Produkten kochen, wenn sie saisonal oder regional erhältlich sind.
  • Lebensmittel ohne oder mit möglichst wenig Verpackung kaufen: zum Beispiel Obst, Gemüse, Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte Gemüse und Obst aus Ihrer Region und passend zur Saison, auch auf dem Wochenmarkt.
  • fair produzierte und gehandelte Lebensmittel kaufen.
  • Bio-Lebensmittel essen, denn im Vergleich zu konventionell angebauten Lebensmitteln ist der CO2-Ausstoß bei ihnen in der Regel geringer. Ein Grund dafür ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel, deren Herstellung viel Energie verbraucht. Außerdem haben ökologisch bewirtschaftete Böden einen höheren Humusgehalt und können dadurch mehr Treibhausgase binden (ca. 35 bis 50 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar). Bio-Lebensmittel weisen zudem meist erheblich weniger Rückstände von Schadstoffen auf.
  • Fisch aus nachhaltig betriebener Aquakultur essen: zu erkennen an entsprechenden Logos.
  • mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen.
  • keine Einweg- und Kleinverpackungen benutzen: In Deutschland verursacht jeder 145 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr. Statt Plastiktüten, kann man Stofftaschen, Einkaufskörbe oder mitgebrachte, eigene Behälter benutzen.

Diese und andere Tipps des Nationaler Aktionsplans "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" finden Sie hier:

Nachhaltig und gesund essen https://www.in-form.de/wissen/nachhaltig-und-gesund-essen/

Weitere Informationen

• Bundeszentrum für Ernährung: Die "Planetary Health Diet: Speiseplan für eine gesunde und nachhaltige Ernährung" – Informationen, Hintergründe und Kritikpunkte

https://www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

• Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

• Nationaler Aktionsplan "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung". Er verfolgt das Ziel, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland bis zum Jahr 2020 nachhaltig zu verbessern.

https://www.in-form.de

• Forschungsprojekt "Nahgast" zu nachhaltiger Außer-Haus-Gastronomie, Fachhochschule Münster – Institut für Nachhaltige Ernährung: Nahgast-Rechner, um die Nachhaltigkeit eines Gerichts oder Rezepts zu überprüfen.

https://www.nahgast.de/rechner/#dish

• EAT-Lancet-Kommission (Informationen in Englischer Sprache)

https://eatforum.org/eat-lancet-commission/

• Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.: Das UN-Klimaabkommen von Paris

https://dgvn.de/veroeffentlichungen/publikation/einzel/das-un-klimaabkommen-von-paris/

Stand: 14.02.2020 15:14 Uhr

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Mo., 20.01.20 | 05:30 Uhr
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