Service: Richtig kompostieren

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

PlayJulia Schöning, Dorothée Waechter
Service: Richtig kompostieren | Video verfügbar bis 23.08.2020 | Bild: WDR

Das Prinzip Kompost

Die Umwandlung von pflanzlichen Abfällen zu Humus beruht auf der Aktivität von Mikroorganismen, Pilzen und Würmern, die organische Grundstoffe zerkleinern und zersetzen. Dazu benötigen sie neben einer gewissen Grundfeuchtigkeit und Stickstoff auch viel Luft, die Abfälle sollten also locker geschichtet werden.

Die Besiedelung des Komposthaufens erfolgt in der Regel automatisch, Würmer werden aus dem Untergrund angelockt, lassen sich aber auch käuflich erwerben. Der fertige Kompost ist leicht feucht und fein krümelig, steckt voller Nährstoffe, verbessert bei regelmäßiger Ausbringung die Bodenstruktur und erspart einem die Mühe der Abfallentsorgung und Geld für Dünger.

Kompostbehälter und ihr Platz im Garten

Die im Handel erhältlichen Behälter sind zwar hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Es ist völlig ausreichend, im Schatten eine sogenannte Miete aufzuschichten (Höhe ca. 1,5 Meter) und diese immer wieder zu beschicken. Ist der Garten groß, machen mehrere Mieten Sinn, jeweils zur Reifung und für "frisches" Material.

Eine Kompostbox ist schnell gebaut: vier Pfosten im Abstand von 80 bis 120 Zentimetern, die an drei Seiten mit Draht verspannt sind, eine Seite bleibt für den Zugang offen. Fertige Kompostbehälter gibt es aus Holz, Metall, Beton, Kunststoff. Moderne Thermokomposter (Schnellkomposter) garantieren eine raschere Umsetzung: Oben wird eingefüllt, unten durch eine Klappe das fertige Kompostmaterial entnommen.

Was darf auf den Kompost?

Und was dann besser doch nicht? Laub, Rasenschnitt, gehäckselte Zweige und gesundes Schnittgut von Stauden und Rosen können – in dünnen Schichten gemischt – problemlos auf den Kompost. Kranke Pflanzenteile sowie Samenstände und Wurzeln von Unkräutern sollten nicht auf den Kompost, diese Teile besser in der Biotonne entsorgen.
Viel Laub kann separat kompostiert werden, was zwar etwas länger dauert, aber eine sehr lockere und wertvolle Komposterde ergibt.
Küchenabfälle von unbehandeltem Obst und Gemüse dürfen auf den Kompost, allerdings zersetzen sich dickschalige Exoten wie Banane, Citrus und Avocado nur schwer. Teebeutel (ohne Metall und Plastik) und Eierschalen sind erlaubt, zu viele Kaffeereste machen den Kompost sauer.
Brot, Fleisch- und Fischreste sowie gekochte, gewürzte Speisen und harte Kerne kommen nicht auf den Kompost, da sie Ungeziefer anlocken.

Damit die Rotte schnell in Gang kommt, immer wieder Kompostbeschleuniger oder reife Komposterde dünn auf den Kompost geben. Riecht der Kompost unangenehm, sollte als erste Maßnahme Gesteinsmehl gestreut werden. Ursache ist meist ein zu nasser Kompost – der Grünabfall fault anstatt zu verrotten. Mit der Mistgabel sollte gelockert und trockenes Material (frisches Laub) aufgefüllt werfen.

Kompost auf dem Balkon geht auch In der Wurmkiste, einem geschlossenen Behälter, werden Abfälle von Würmern umgesetzt. Es entsteht eine Flüssigkeit, die über einen Hahn abgelassen und dem Gießwasser als Dünger beigemischt werden kann. Der reife Kompost wird der Blumenerde beigemischt. Aus Asien kommt Bokashi.

Durch Luftabschluss und Milchsäurebakterien werden die stark zerkleinerten Abfälle allmählich umgewandelt, so dass sie nicht faulen. Nach erfolgreicher Fermentierung werden die Abfälle in Blumenkübel und Hochbeete eingegraben, wo dann die weitere Umsetzung und Vererdung stattfindet.

Stand: 23.08.2019 09:10 Uhr

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