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Service: Kostenloses Girokonto

mit Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

PlayKontoauszug, Girokonto
Service: Kostenlose Girokonten  | Video verfügbar bis 02.09.2022 | Bild: WDR

Ohne ein eigenes Girokonto läuft heute fast gar nichts mehr. Es wird aber immer schwieriger, ein kostengünstiges bzw. kostenloses Girokonto bei einer Bank zu bekommen. Fast alle Kreditinstitute verlangen Kontoführungsgebühren und Geld für die Giro-Card oder Papierüberweisungen. Wir zeigen Ihnen wie man an ein günstiges Konto herankommt und worauf Sie als Kunde beim Wechsel der Bank achten sollten.

Die Kontoführungsgebühr

Sie ist nicht totzukriegen – die Kontoführungsgebühr. Gezahlt wird sie monatlich einfach nur für die Verwaltung des Kontos. Weitere Leistungen gehören fast gar nicht mehr dazu. Und sie ist von Bank zu Bank verschieden. Mal entfällt sie, wenn regelmäßige Zahlungen wie das Gehalt auf das Girokonto eingehen. Mal entfällt sie aufgrund des Alters des Kontoinhabers (z.B. für Schüler oder Studenten). Außerdem gibt es regionale Unterschiede bei den einzelnen Instituten. Jede Bank setzt ihre eigenen Kontoführungsgebühren fest.

Vorsicht: Die Kontoführungsgebühren werden meist quartalsweise abgebucht. Ist das Konto nicht gedeckt, kann man schnell in den Dispokredit rutschen. Wichtig zu wissen: Kontoführungsgebühren kann man steuerlich absetzen und zwar als Werbungskosten. 16 Euro jährlich ohne Nachweise. Viele neu eingeführte Kontoführungsgebühren sind laut einem BGH-Urteil vom April 2021 ungültig (s.u.). Sie können Ihr Geld zurückfordern.

Weitere Kosten

Selbst wenn für ein Girokonto keine Kontoführungsgebühren anfallen, heißt das nicht, dass keine weiteren Kosten entstehen. Typische Kosten, die beim Girokonto ebenfalls anfallen können, sind Überweisungsgebühren, sofern die Kunden dafür noch Papierformulare nutzen. Einige Banken verlangen selbst für Online-Überweisungen, für die SMS beim mTan-Verfahren oder für den Überweisungsvorgang an sich Geld. Jahresgebühren sind bei Kreditkarten üblich. Inzwischen verlangen aber einige Banken diese auch für die Giro-Card (früher: EC-Karte). In diesem Fall dürfen die Banken ihr Konto aber nicht mehr als Kostenlos bewerben. (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Januar 2017, Az. 38 O 68/16).

Welche Gebühren sind unzulässig?

Banken dürfen nicht für jede Leistung Gebühren verlangen, wenn sie diesen Service aus Eigeninteresse anbieten. Aber es gibt in der Rechtsprechung einige Grenzfälle. So dürfen Banken zum Beispiel für die mTan Gebühren verlangen, obwohl das Geldinstitut damit die Identität des Kontoinhabers sicherstellt. Doch es gibt auch klar unzulässige Gebühren.
In einigen Fällen kann man sich diese Gebühren aber erstatten lassen. Die Verjährungsfrist dafür beträgt 3 Jahre. Auch Kontoführungs-gebühren kann man sich nachträglich erstatten lassen, wenn die Bank den Kunden darüber falsch informiert hat. Zwei Monate vor einer entsprechenden Änderung der Gebührenordnung muss die Bank den Kunden informieren und auch auf das Recht einer fristlosen und kostenlosen Kündigung hinweisen. Dieser Änderung muss der Kunde aktiv zustimmen, so eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom April 2021. (Az. XI ZR 26/20). Diese Neuerung erlaubt es den Kunden zu Unrecht erhobene Gebühren zurückzufordern.

Quelle: "finanztip"

Links

Weitere Informationen

• WDR-Beitrag "hier und heute“: günstige Girokonten
https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/guenstiges-girokonto-104.html

Verbraucherzentrale: allgemeine Informationen zum Girokonto
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/was-das-girokonto-bietet-4990

Tagesschau zum BGH-Urteil vom April 2021
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/service/service-kontogebuehren-102.html

• Verbraucherzentrale: unzulässigen Bankgebühren
https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/geld-versicherungen/unzulaessige-vertragsaenderungen-so-koennen-sie-bankgebuehren-zurueckfordern-60926

• Tagesschau: unzulässigen Bankgebühren
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/bankkunden-gebuehren-rueckforderung-bgh-urteil-faq-101.html

Stand: 02.09.2021 12:34 Uhr