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mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

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Service: Krankmeldung | Video verfügbar bis 11.11.2020 | Bild: WDR

Krankmeldung

Ein erkrankter Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber sofort, d. h. am ersten Tag vor bzw. sofort zu Arbeitsbeginn, darüber informieren, dass er krankheitsbedingt zu Hause bleibt. Darüber hinaus muss er mitteilen, wie lange seine Erkrankung voraussichtlich dauern wird. Anschließend muss der Arbeitnehmer eine vom Arzt ausgestellte sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber einreichen. Die Bescheinigung muss spätestens am vierten Krankentag (nicht Arbeitstag) vorgelegt werden. Fällt der vierte Tag auf einen Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Abgabefrist auf den darauffolgenden Arbeitstag.

Der Arbeitgeber darf aber verlangen, dass bereits am ersten Tag ein Attest vorgelegt werden muss. In diesem Attest steht die Dauer der Krankschreibung, eine Diagnose jedoch nicht, d. h. der Arbeitgeber muss nicht den Grund der Erkrankung erfahren. Wer sich nicht ordnungsgemäß krank meldet, riskiert eine Abmahnung. Bei wiederholter Verletzung der Pflicht zur Krankmeldung droht eine Kündigung.

Gehalt wird weiterbezahlt

Ein erkrankter Arbeitnehmer bekommt weiterhin sein Gehalt. Das regelt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Das Gehalt wird für einen Zeitraum von 6 Wochen weiterbezahlt. Dauer die Arbeitsunfähigkeit über den Zeitraum hinaus, springt die gesetzliche Krankenkasse ein und leistet Krankengeld.

Kündigung wegen Krankheit

Kein Arbeitnehmer muss Angst haben, dass ihm krankheitsbedingt gekündigt werden kann, wenn er wegen einer Erkältung, einer Magenverstimmung oder eines Armbruchs zu Hause bleibt. Fällt ein Arbeitnehmer aber wegen Krankheit immer wieder aus, kann ein Arbeitgeber in besonderen Fällen eine krankheitsbedingte Kündigung aussprechen. Ein solcher Extremfall liegt vor, wenn es dem Arbeitgeber unzumutbar ist, einen Arbeitnehmer wegen regelmäßigen Erkrankungen weiter zu beschäftigen. Das gilt auch, wenn es bei einem Arbeitnehmer zu einer Langzeiterkrankung kommt und eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht zu erwarten ist. In solchen Fällen muss aber überprüft werden, ob eine anderweitige Beschäftigung im Betrieb möglich wäre.

Krank im Urlaub

Wird der Arbeitnehmer im Urlaub krank, sollte er ebenfalls sofort seinen Arbeitgeber informieren und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Eine Regelung im Bundesurlaubsgesetz (§ 9 BurlG) sieht vor, dass die durch ärztliches Attest nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet werden.

Digitale Krankmeldung

Der Bundestag hat das Aus für den "gelben Schein" beschlossen: Von Anfang 2021 an sollen für gesetzlich Versicherte die "gelben Scheine" bei einer Krankmeldung abgeschafft werden. Das Kabinett will dazu eine digitale Lösung auf den Weg bringen.
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Stand: 14.02.2020 15:02 Uhr