SENDETERMIN Do., 12.05.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Lebensmittel retten

mit Yvonne Willicks, Hauswirtschaftsmeisterin

PlayYvonne Willicks, Gerettete Lebensmittel
Service: Lebensmittel retten | Video verfügbar bis 12.05.2023 | Bild: WDR

Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in jedem Jahr in Deutschland weggeworfen – 75 Kilogramm pro Kopf. Viele dieser Lebensmittel wandern nur in den Müll, weil sie optisch nicht mehr ansprechend sind oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist.

Food Sharing

"Food-Sharing" heißt das Zauberwort, das gegen diese Verschwendung helfen soll. Grundsätzlich funktioniert das so: Ausrangierte Lebensmittel werden bei Betrieben abgeholt und kostengünstiger oder gratis angeboten. Die Naturschutzorganisation WWF hat errechnet, dass man landwirtschaftliche Anbaufläche in der Größe Mecklenburg-Vorpommerns einsparen könnte, würde man in allen vermeidbaren Fällen Lebensmittel verwerten, statt sie wegzuschmeißen.

Wie funktioniert "Food Sharing" oder das Retten von Lebensmitteln?

foodsharing.de hat sich 2012 als Initiative gegen diese Lebensmittelverschwendung gegründet. Hier werden die Lebensmittel geteilt, statt sie in den Müll zu werfen. Die nicht mehr benötigten Lebensmittel werden bei Händlern oder der Gastronomie abgeholt und meist kostenfrei weitergegeben. Auf der Plattform foodsharing.de können Gastronomen, Händler oder Privatleute abgelaufene oder überschüssige Lebensmittel anbieten. Diese werden in vielen Städten von den "Food Savern" abgeholt und verteilt. Das ist für beide Seiten meist kostenfrei.

Konkurrenz für die Tafeln?

foodsharing.de konkurriert nicht mit den Tafeln, sondern soll als eine Ergänzung verstanden werden. Während sich die Tafeln an Bedürftige richten, soll hier die Verschwendung von Lebensmitteln vermieden werden. Zwischen Food Sharing und den Tafeln gibt es in vielen Städten und Gemeinden Kooperationen. Sind Lebensmittel abzugeben, haben die Tafeln immer Vorrang. Erst nachrangig kommt foodsharing ins Spiel.

Welche Apps können beim Retten von Lebensmitteln helfen?

Foodsharing - Die (Web-)App foodsharing wurde vom gleichnamigen deutschen Verein entwickelt. Hier können Sie sich registrieren und Lebensmittel, die Sie selbst nicht aufbrauchen über die Plattform anbieten. Dabei wird streng auf Hygieneregeln geachtet. Foodsharing gibt es sowohl internetbasiert als auch als Android-App.
Die Plattform wird von vielen genutzt und man findet so relativ schnell Abnehmer und aktuelle Angebote. Die App ist kostenlos und werbefrei. foodsharing können Sie aus dem Google Play Store herunterladen. Alternativ gibt es die Karte mit den aktuellen Angeboten kostenlos als Website unter foodsharing.de/karte.

UXA – Diese App ist von einem bayerischen Start-Up entwickelt worden. Hier können Sie Lebensmittel ganz einfach über die App mit ihrem Ablaufdatum einstellen und andere Personen können eine Anfrage stellen, ob das Angebot noch verfügbar ist. Anschließend kann über die eingebaute Nachrichtenfunktion ein Treffpunkt für die Übergabe abgesprochen werden. Nach foodsharing ist UXA aktuell wohl die zweitgrößte Plattform. Auch UXA ist kostenlos.

Olio – Diese App ist für den Nahbereich gedacht und soll insbesondere eine Nachbarschaft vernetzen. Das kann hilfreich sein, um kurz vor einem Urlaub noch übrig gebliebene Lebensmittel zu verschenken. Durch die direkte Nachbarschaft der Nutzer kann hier auch bereits gekochtes Essen angeboten werden.

In Deutschland ist Olio noch nicht so weit verbreitet, international allerdings schon. Insgesamt 49 Länder sind dabei. Sie kann von Privatpersonen, aber auch von kleineren Unternehmen genutzt werden. Nachteil: Sie ist nur in Englisch und Spanisch verfügbar und für die Kartenansicht muss ein Abo abgeschlossen werden.

Too Good To Go – Das ist die größte Foodsharing-App in Deutschland. Hier finden sich insbesondere kleinere und lokale Unternehmen wie Bäckereien oder Restaurants. Als Kunde erhält man hier meistens ein Überraschungspaket aus Lebensmitteln, die am Tag übriggeblieben sind. Diese Lebensmittel sind immer um mindestens 50 Prozent reduziert, oftmals mehr. Pakete können über die App reserviert und dann im Laden abgeholt werden. Bezahlt wird im Voraus. Auch "Too Good To Go" ist im Google Play Store und im Apple App Store verfügbar.

Weitere Informationen

• SWR, Ökochecker: Lebensmittel retten
https://www.ardmediathek.de/video/oekochecker/lebensmittel-und-wie-ihr-sie-rettet/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE2MzY5NzM

• Planet Wissen: Lebensmittel retten
https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-lebensmittel-retten-100.html

• Foodsharing
https://foodsharing.de/

Stand: 12.05.2022 11:51 Uhr

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