SENDETERMIN Fr, 08.02.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Minijobs

mit Michael Felser, Rechtsanwalt

Ein Minijob ist ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, bei dem das monatliche Arbeitsentgelt 450 Euro nicht übersteigen darf (auch: 450-Euro-Job, oder geringfügige Beschäftigung genannt). Dabei handelt es sich um eine Teilzeitbeschäftigung, die weitgehend sozialversicherungsfrei ist.

Minijob als Nebenbeschäftigung

Der Hauptarbeitgeber muss vorher informiert werden, dass man zusätzlich einen Minijob ausüben möchte. Denn der Arbeitnehmer darf in der Regel nicht bei einem Mitbewerber arbeiten. Die Arbeitszeiten aller Arbeitsverhältnisse zusammen dürfen ausserdem regelmäßig 10 Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Ein Verstoß hiergegen durch den Arbeitnehmer könnte einen Kündigungsgrund abgeben. Wenn diese Vorgaben aber beachtet werden, kann der Hauptarbeitgeber den Nebenjob nicht verbieten.

Arbeitsrechtliche Ansprüche

Minijobberinnen oder Minijobber können im gewerblichen Bereich, aber auch in Privathaushalten arbeiten. Sie haben - wie andere Arbeitnehmer auch - einen Anspruch auf Sozialleistungen. Dazu gehören die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und der Mutterschutz, Feiertagsbezahlung und bezahlter Urlaub ebenso wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Der gesetzliche Mindestlohn (9,19 Euro) gilt auch für Minijobs. Die Anzahl der Stunden, die Minijobberinnen und Minijobber im Monat maximal arbeiten dürfen, hängt neben den Grenzen des Arbeitszeitgesetzes auch vom Stundenlohn ab.

Sozialversicherungsbeiträge

Wer versicherungspflichtig beschäftigt ist, zum Beispiel in Vollzeit, darf nur einen (versicherungsfreien) Minijob haben. Weitere Minijobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind dann versicherungspflichtig. Wer mehrere Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern hat, zahlt nur dann Sozialversicherungsbeiträge, wenn die Einkünfte zusammen die 450-Euro-Grenze überschreiten. Arbeitgeber entrichten für  Minijobs Pauschalbeiträge, unter anderem für die gesetzliche Rentenversicherung und Krankenversicherung. Die Pauschalabgaben für die Krankenversicherung fließen in den allgemeinen Gesundheitsfonds. Daraus können die gesetzlich vorgesehenen Entgeltfortzahlungen zum Beispiel bei Krankheit oder Schwangerschaft finanziert werden.

Rentenversicherungspflicht

Beschäftigte, die einen 450-Euro-Minijob aufnehmen, sind versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Sowohl der Arbeitgeber, als auch der Minijobber zahlen einen Beitrag zur Rentenversicherung. Der Minijobber kann aber durch einen Antrag auf die Rentenversicherungspflicht verzichten; auch während des laufenden Minijobs noch. Minijobber, die ihre Beschäftigung vor dem 1. Januar 2013 begonnen haben und regelmäßig im Monat nicht mehr als 400 Euro verdienen, sind in der Rentenversicherung versicherungsfrei. Sie können auf diese Rentenversicherungsfreiheit durch eine schriftliche Erklärung verzichten und unterliegen dann der Rentenversicherungspflicht. Erhöht sich der Verdienst auf einen Betrag von 400,01 Euro bis maximal 450 Euro, tritt auch im rentenversicherungsfreien Minijob Rentenversicherungspflicht ein. Dadurch erwirbt der Minijobber vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung.

Weitere Informationen

• Minijob-Zentrale
https://www.minijob-zentrale.de

• Deutscher Gewerkschaftsbund - FAQ Minijobs
https://www.dgb.de/schwerpunkt/ratgeber-ungesicherte-beschaeftigung/minijobs

• Mehr Minijobs in Deutschland
https://www.tagesschau.de/inland/minijobs-nebenbeschaeftigung

Stand: 08.02.2019 07:03 Uhr

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