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Service: Nachhaltige Finanzgeschäfte

mit Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

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Service: Nachhaltige Finanzgeschäfte  | Video verfügbar bis 07.08.2020 | Bild: WDR

Viele Menschen suchen nach einer nachhaltigen Möglichkeit der Geldanlage. Sie achten inzwischen auch darauf, welche Unternehmen sie mit ihrem Geld finanzieren und machen sich beispielsweise Gedanken über Missstände bei Arbeits- und Produktionsbedingungen oder über den Umweltschutz. Wie kann man sein Geld wirklich "nachhaltig" anlegen? Nach Informationen von "Finanztip" bewegen sich so genannte nachhaltige Investitionen auf den Finanzmärkten bislang noch im einstelligen Bereich, doch die Möglichkeiten entsprechend zu investieren, werden mehr.

Rendite um jeden Preis?

Denn wer sein Geld in Aktien anlegt, wünscht sich Rendite und wenig Risiko. Andererseits will man natürlich auch keine skrupellosen Konzerne unterstützen oder die Zerstörung der Natur mitfinanzieren. Der naheliegende Gedanke wäre also, nur in Firmen zu investieren, deren Vorgehens-und Arbeitsweise man selbst kennt.

Das bringt zwei Herausforderungen mit sich: Erstens muss man die Unternehmen selbst auf ethische Kriterien abklopfen, was eine Menge Arbeit bedeutet. Zweitens setzt man dann nur auf wenige Unternehmen und erhöht aufgrund der geringen Streuung der Aktien die Gefahr Verluste zu erleiden.

"Nachhaltige" Fonds

Besser man setzt auf "nachhaltige" Fonds. Das Problem: Der Begriff Nachhaltigkeit ist nicht geschützt. Banken und Fondsgesellschaften haben bislang keine einheitliche, eindeutige Definition dafür, was der Begriff der nachhaltigen Geldanlagen genau umfasst.

Dann gibt es auch noch zwei sehr unterschiedliche Arten von Fonds. Zum einen Beteiligung an großen Projekten wie Wind- und Solarparks oder die Aufforstung neuer Wälder.

Anleger entschließen sich, das Geld hier langfristig zu investieren, können es kurzfristig aber nur schwer wieder zurückholen. Nach Angaben von "Finanztip" sind solche Projekte meist riskant und zur langfristigen Geldanlagen allenfalls für wohlhabende Anleger geeignet, die auch einen Totalverlust verkraften können.

Breit gestreute Aktienfonds reduzieren das Risiko

Besser ist es, so "Finanztip", sich über breit gestreute Aktienfonds an nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen zu beteiligen. Auf diese Weise verteilt sich das Anlagerisiko auf eine Vielzahl von Unternehmen und Branchen. Ein Totalverlustrisiko gibt es praktisch nicht. Achten Sie aber darauf, dass der Investmentfonds von vorneherein umstrittene Branchen (z.B. Alkohol, Tabak, Gentechnik oder Kriegswaffen) ausschließt. Solche Fonds gibt es inzwischen auch als Indexfonds mit niedrigen jährlichen Kosten.

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/nachhaltige-geldanlagen/

ESG-Kriterien

Die so genannten ESG-Kriterien für Unternehmen stecken dabei den Rahmen für Banken und Investmentfonds ab. Die Abkürzung ESG steht dabei für die englischen Begriffe environment, social und governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

Nachteil: Weil eine einheitliche Regelung fehlt, ist für den Verbraucher oft nicht gut nachvollziehbar, welche Filter ein Fonds oder eine Bank wirklich ansetzt und wie genau er die Aktien auswählt.

Nachhaltiges Investment bleibt schwierig

Fazit: Solange es keine einheitliche Definition für nachhaltige Geldanlagen gibt, bleibt es für den Verbraucher schwierig sein Geld entsprechend anzulegen. Einen passenden Fonds zu finden – egal ob konventionell oder nachhaltig – ist, nach Expertenmeinung, immer noch mit mehr Arbeit verbunden als die klassischen Anlagen.

Wichtig: Interessenten sollten sich genau überlegen, was für sie persönlich der Begriff der "Nachhaltigkeit" bedeutet und sich vom Berater genau zeigen lassen, welche Unternehmen sich im Portfolio befinden.

Stand: 08.08.2019 11:28 Uhr

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