SENDETERMIN Fr, 15.11.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Geldanlage bei Niedrigzinsen

mit Hermann-Josef Tenhagen, finanztip

PlayHermann-Josef Tenhagen, finanztip
Service: Geldanlage bei Niedrigzinsen | Video verfügbar bis 15.11.2020 | Bild: WDR

Mit Niedrigzinsen müssen Kunden schon lange klarkommen, jetzt wird die Einführung von Negativzinsen für Privatkunden mit sehr viel Geld auf dem Konto immer wahrscheinlicher. Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken beispielsweise setzt sich bereits intensiv mit den rechtlichen Möglichkeiten auseinander.

Der Anlass: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wieder an der Zinsschraube gedreht: Die Strafzinsen, zu denen die Geschäftsbanken überschüssiges Geld bei der Zentralbank "parken" können, erhöhten sich auf minus 0,5 Prozent. Für die Banken selbst gar nicht schlimm: Sie müssen wegen diverser Ausnahmeregelungen künftig sogar 900 Millionen Euro weniger Zinsen an die EZB zahlen. Aber diese Veränderung bietet ja die Möglichkeit, der EZB den schwarzen Peter zuzuschieben. Zudem wird die Bank wieder Anleihen kaufen, um so Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.

Grund sind die Anzeichen für eine nachlassende Konjunktur. Die EZB will die Banken dazu bringen, mehr Kredite an Firmen zu vergeben. Sparer müssen sich aber damit nicht abfinden. Sie sollten mit ihrem Geld zu Banken gehen, die noch 0,4 Prozent fürs Tagesgeld oder bis zu 1,3 Prozent für Festgeld für drei Jahre zahlen.

Was müssen Sparer in Zeiten niedriger oder negativer Zinsen beachten?

Breite Streuung

Sie sollten ihre Geldanlage breit streuen und das über unterschiedliche Produkte und Laufzeiten. Neben Tages- und Festgeld kommen für die langfristige Anlage auch der Kauf von Investmentfonds oder Immobilien in Betracht. Wie man eine breite Streuung des Anlagevermögens erreicht ist individuell unterschiedlich und hängt nicht nur von der Höhe des Vermögens, sondern auch von der Risikobereitschaft des Anlegers ab.

Tagesgeld und Festgeld

Bei Sparbuch, Festgeld und Tagesgeld empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle, ob die Zinsen der eigenen Bank mit den Topkonditionen am Markt schritthalten. Falls nicht, können Sparer heute leicht das Geld bei einem anderen Kreditinstitut anlegen. Gute Festgeldangebote lagen in der Vergangenheit über der Inflationsrate. Allerdings ist das Geld bei solchen Angeboten für mehrere Monate oder Jahre gebunden. Man kann es in dieser Zeit weder ausgeben noch anderweitig anlegen, falls die Zinsen während des vereinbarten Anlagezeitraums ansteigen.

Aktien und Investmentfonds

Wer risikobereiter ist, kann über Aktien oder Investmentfonds nachdenken. Im Gegensatz zu Einzelaktien bieten die Fonds allerdings den Vorteil, dass schon mit kleineren Beträgen eine breite Streuung, also der Kauf vieler verschiedener Aktien erreicht werden kann. Besonders empfehlenswert sind internationale Aktienindexfonds, die den weltweiten Index MSCI nachbilden. Der Vorteil ist ein dreifacher: Weltweit anlegende Fonds schwanken weniger, Indexfonds verhalten sich wie der Gesamtmarkt, man muss die Ideen des Management nicht regelmäßig kontrollieren und die Verwaltungskosten sind deutlich niedriger.

Gold, Silber und Platin

Gerade in Zeiten schlechter Zinsen greifen viele Anleger immer wieder klassisch auf Gold, Silber oder Platin zurück. Aber sie sollten vorsichtig sein, denn Edelmetalle sind eine riskante Form der Geldanlage. Denn Gewinne gibt es nur, wenn der Kurs des Edelmetalls steigt – Zinsen oder Dividenden sind nicht zu erwarten. Wer also in Edelmetalle investiert, sollte dies nur mit einem kleinen Anteil am Gesamtvermögen tun.

Riester und andere staatliche Fördermodelle für die Altersvorsorge

Riester-Verträge können sich wegen der staatlichen Zulagen für Verbraucher mit Kindern lohnen. Besserverdiener profitieren bei Riester zusätzlich von Steuervorteilen. Neben der Riester-Förderung existieren auch noch andere staatliche Fördermodelle für die Altersvorsorge. Etwa für die betriebliche Altersvorsorge. Hier müssen die Chefs seit diesem Jahr zwingend einen Zuschuss zahlen.

Vorsicht bei hohen Zinsversprechen

Besondere Vorsicht gilt bei hohen Zinsversprechen. Beispiel: Beteiligungen an Wind- und Solarparks, am Bau von Gewerbeimmobilien, an Schiffsfonds oder an Waldinvestments. Das sind unternehmerische Investments. In der Regel gilt: Hohe Renditen gibt es nur für hohes Risiko. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust. Vertrauen Sie niemandem blind. Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen und kaufen Sie nur Anlageprodukte, die Sie auch verstehen!

Stand: 15.11.2019 07:07 Uhr

0 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.