SENDETERMIN Di., 21.01.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Förderung für den Heizungs-Austausch

mit Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

PlayService: Förderung für den Heizungs-Austausch
Service: Förderung für den Heizungs-Austausch | Video verfügbar bis 21.01.2021 | Bild: WDR

Ölheizungen sollen bis 2026 aus deutschen Häusern verschwinden, um das Klima zu schonen. Deshalb belastet der Staat Heizöl ab 2021 mit dem so genannten CO2-Preis: Er muss für den Ausstoß von Kohlendioxid gezahlt werden. Doch diese Mehrkosten lassen sich vermeiden: Ab sofort gibt es erhöhte Fördermittel, wenn Sie Ihren Ölkessel ersetzen.

Voraussetzung für die Austauschprämie

Diese sogenannte Austauschprämie können Sie in Anspruch nehmen, wenn die Ölheizung in Ihrem Wohnhaus mehr als zwei Jahre in Betrieb ist und Sie dafür eine umweltfreundlichere Anlage einbauen lassen.

Rüsten Sie Ihre Heizung auf Biomasse um oder installieren eine Wärmepumpe, übernimmt der Staat 45 Prozent der Kosten. Das umfasst neben der Anschaffung und Installation der neuen Anlage den Ausbau der alten, eine Sanierung des Schornsteins und Bohrungen für Erdwärmepumpen. Auch für eine Gasheizung können Sie die Prämie erhalten. Bedingung: Diese muss kombiniert sein mit einer solarthermischen oder Biomasseanlage oder einer Wärmepumpe. Für eine solche Hybrid-Anlage schießt der Staat dann 40 Prozent der Kosten zu.

Fördermittel gibt es auch dann, wenn Sie von einer anderen Heizform als Öl auf erneuerbare Energien umsteigen – im Altbau wie Neubau. Die Fördersätze liegen dann etwas niedriger. Förderanträge nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle entgegen.

Link: Antragsverfahren ab 1.1.20: Förderung Ihrer geplanten Maßnahmen zum Heizen mit erneuerbaren Energien:

https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Antragsverfahren/antragsverfahren_node.html

Warum sollte man die Gas- oder Ölheizung erneuern?

Der weitere Betrieb kann bei älteren Anlagen ineffizient sein. Altgediente Heizungen arbeiten meist nicht mehr wirtschaftlich. Trägt Ihre Heizung ein Effizienzlabel, können Sie an diesem ablesen, wie effizient sie ist.

In alten Standard- und Niedertemperaturkesseln, die bis Ende der 1990er Jahre am Markt vorherrschten, steigt der Rauch mit heißem Dampf auf und gelangt über den Schornstein nach draußen. Effiziente Heizkessel arbeiten mit der so genannten Brennwerttechnik: Sie nutzen die Wärme des Abgases. Ein Brennwertkessel benötigt damit rund zehn Prozent weniger Brennstoff, um die gleiche Wärmemenge bereitzustellen. Gegenüber einem Standardkessel ist die Einsparung noch deutlich größer. Ersetzen Sie eine ineffiziente Anlage durch eine moderne, refinanziert sich diese durch die eingesparten Brennstoffkosten.

Alternativen zu einer Öl- oder Gasheizung: Investieren Sie in einen Biomasseheizkessel mit Brennwerttechnik, heizen Sie klimaneutral. Oder Sie nutzen Wärmepumpen: Diese entziehen dem Boden oder der Luft Energie und bringen diese auf ein höheres Niveau, indem sie mit Strom zuheizen. Solarthermische Anlagen nutzen die Wärme der Sonnenstrahlung. Mit einer solarthermischen Anlage können Sie allein kein Haus in Deutschland beheizen, aber einen erheblichen Teil Ihres Warmwasserbedarfs decken.

Wer unterstützt mich finanziell beim Heizungsumbau?

Für nachhaltiges Heizen gibt es verschiedene Förderprogramme. Die Förderung des Bundes kommt für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser infrage. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das BAFA betreut das Marktanreizprogramm (MAP). Die Förderung finanziert im Schnitt ein Fünftel der Investitionen und muss nicht zurückgezahlt werden.
Zum Jahreswechsel 2020 wurden die Fördersätze angehoben: Bis zu 45 Prozent der Kosten für eine neue Heizung können Sie erhalten. Zudem bieten verschiedene Bundesländer und Kommunen Fördermaßnahmen. Sie sind meist miteinander kombinierbar, allerdings darf die Gesamtförderung nicht das Doppelte der BAFA-Förderung überschreiten.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert Heizungsmodernsierungen in Mehrfamilienhäusern und Gewerbebetrieben. Bei einer energetischen Sanierung am Haus - sowohl von einzelnen Maßnahmen oder einem ganzen Bündel – oder dem Neubau eines energieeffizienten Hauses können Sie auch einen KfW-Kredit aufnehmen. Seit diesem Jahr können Sie bis zu 20 Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung von der Steuer absetzen.

Was fördert das Bafa?

Wer auf erneuerbare Energien setzt, kann vom Marktanreizprogramm (MAP) profitieren - sowohl im Neubau als auch im Altbau. Es gibt Zuschüsse für die Anschaffung von Solarthermie-Anlagen, Biomasse-Heizungen (auf Basis von Biomassepellets oder Hackschnitzel oder Scheitholz), Wärmepumpen oder Hybrid-Heizung auf Basis erneuerbarer Energien (Kombination von solarthermischer Anlage, Wärmepumpe oder Biomassekessel). In Altbauten fördert der Staat auch Gas-Hybridheizungen - also den Einbau eines neuen Gaskessels, wenn die Heizung mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder einem Biomassekessel kombiniert wird.

Die Förderhöhe variiert und richtet sich nach den Maßnahmen, die umgesetzt werden. Zudem gibt es eine Austauschprämie, wenn es sich bei der ausgetauschten Heizung um eine Ölheizung handelt.

Solarthermie: Regulärer Fördersatz: 30%, Fördersatz mit Austauschprämie (Ausbau einer Ölheizung) nicht möglich
Biomasse: Regulärer Fördersatz: 35%, Fördersatz mit Austauschprämie (Ausbau einer Ölheizung) 45 %
Wärmepumpe: Regulärer Fördersatz: 35%, Fördersatz mit Austauschprämie (Ausbau einer Ölheizung) 45%
Hybrid-Heizung mit erneuerbarer Energie: Regulärer Fördersatz: 35%, Fördersatz mit Austauschprämie (Ausbau einer Ölheizung) 45%
Gas-Hybrid-Heizung mit erneuerb. Energie (nur Altbau): Regulärer Fördersatz: 30%, Fördersatz mit Austauschprämie (Ausbau einer Ölheizung) 40%

Quelle: Bafa (Stand: Januar 2020)

Gefördert werden alle Kosten zur Anschaffung und Installation der neuen Heizung, Ausbau der alten Heizung, Umbau des Schornsteins sowie Bohrungen für Erdwärmepumpen.

Förderung über das Marktanreizprogramm (MAP)

Bevor Sie einen Vertrag mit dem Installateur abschließen müssen Sie sich den Förderantrag online stellen. Haben Sie vom Bafa eine elektronische Bestätigung über den Eingang Ihres Antrags erhalten, können Sie den Vertrag mit dem Installateur schließen und Ihre Heizung umbauen.
Außerdem müssen Sie innerhalb von 14 Tagen, nachdem Sie die Bestätigung erhalten haben, ein Formular auf der Internetseite des Bafa hochladen, in dem Sie den Wahrheitsgehalt Ihrer Angaben bestätigen. Dann prüft die Behörde den Antrag.

Während Ihr Antrag geprüft wird, kann der Bau beginnen. Sie können allerdings auch abwarten, bis das Bafa über den Antrag entschieden hat. Dann haben Sie finanzielle Sicherheit und wissen, ob Sie die Förderung bekommen oder nicht.
Wird der Antrag bewilligt, bekommen Sie per Post einen Zuwendungsbescheid. In den darauffolgenden neun Monaten muss dann die Anlage in Betrieb genommen werden. Und innerhalb von zehn Monaten nach Erhalt des Bescheids müssen Sie die Kostennachweise einreichen. Anschließend überweist das Bafa den Zuschuss.

Quelle: Finanztip

Stand: 14.02.2020 15:13 Uhr