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Service: Online zahlen mit Kreditkarte

Mit Stephanie Pallasch, Redakteurin "finanztest"

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Service: Online zahlen mit Kreditkarte | Video verfügbar bis 02.09.2020 | Bild: WDR

Ab dem 14. September 2019 gelten neue Regeln für das Onlineshopping per Kreditkarte. Bislang benötigte man für den Kauf lediglich die Kartennummer, die Prüfnummer und das Ablaufdatum um zu bezahlen, die Karte selbst war eigentlich gar nicht notwendig. Mitte September tritt die EU-Richtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) in Kraft. Für den Online-Geldverkehr gelten dann neue Regeln, die auch Kreditkarten betreffen.

Wie beim Onlinebanking sind zusätzliche Sicherheits-Checks mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung vorgesehen. Beim Einkauf mit Kreditkarte kommen sogenannte 3D-Secure-Verfahren zum Zuge. Bei Visa nennt sich das Verfahren "Verified by Visa", bei Mastercard "Mastercard Identity Check", bei American Express "Safekey".
In der Regel müssen Kunden Zahlungen mit einer einmal gültigen Transaktionsnummer (TAN) freigeben. Banken bieten verschiedene Verfahren an, die meist übers Mobiltelefon laufen.

Verschiedene Varianten

Überwiegend bieten Kreditinstitute das SMS-TAN-Verfahren an (auch Mobile-TAN-Verfahren oder mTAN genannt), das selbst auf einfachen Handys funktioniert, und das AppTAN-Verfahren fürs Smartphone. Etwas seltener ist das PhotoTAN-Verfahren, das auch mit Extragerät genutzt werden kann.

Weitere Varianten: Verschiedene Banken bieten die Erstellung der TAN über einen ChipTAN-Generator an, den Kunden vorab erwerben und in der Bank freischalten müssen. Besitzer einer American- Express-Karte können sich die TAN auch per E-Mail zuschicken lassen. Bei einigen Banken wird das SMS-TAN-Verfahren um ein Passwort ergänzt. Einige Banken verzichten darauf. Dort wird keine TAN erstellt. Es genügt, wenn Kunden ihre App mit Fingerabdruck oder Passwort öffnen und die Zahlung bestätigen.

Einmalige Registrierung nötig

Kunden müssen sich selbst kümmern, wenn sie nach dem 14.09. per Kreditkarte Netzeinkäufe tätigen wollen. Sie müssen sich für die 3D-Secure-Verfahren auf den Websites ihrer Bank registrieren. Oft reicht ein Onlineformular für einen Identifikationscode, der auf verschiedenen Wegen übermittelt werden kann. Per Überweisung: Innerhalb von wenigen Tagen erhalten die Kunden eine Gutschrift über einen Cent-Betrag. In der Informationszeile verbirgt sich der Code.

Per Umsatzanzeige: Der Code erscheint auf der Umsatzanzeige der Kreditkartenrechnung. Per Post. Der Identifikationscode wird dem Kunden in einem Brief zugeschickt. Ist der Code da und wird ein TAN-Verfahren für das Smartphone gewählt, muss der Kunde die passende App der Bank laden. Um die Anmeldung abzuschließen, besucht er erneut die Registrierungs-Website, gibt den Code ein und wählt ein Verfahren aus. Ist der Registrierungscode richtig, wird es freigeschaltet.

So läuft Onlineshopping jetzt

Registrierte Kunden shoppen nach neuen Regeln. Technisch passiert dabei nach der Kaufentscheidung folgendes: Der Onlineshop leitet Kunden auf eine Internetseite mit 3D-Secure-Verfahren weiter, die mit der Bank des Kunden in Verbindung steht. Bei dem Kunden öffnet sich im Browser ein Eingabefenster, das informiert, auf welchem Weg die Zahlung freigegeben werden muss.
Läuft die Identifikation korrekt, bestätigt die Bank, dass er der rechtmäßige Karteninhaber ist. Damit ist der Kauf abgeschlossen. Die Bankdaten werden nur zwischen der Bank und der 3D-Secure-Website getauscht, der Händler hat währenddessen keinen Zugriff auf die Daten.

Selbst für mehr Sicherheit sorgen

Kreditkartennutzer müssen sich trotz der neuen Tan-Verfahren weiter selbst vor Betrug schützen. So dürfen sie ihre Kundendaten nur auf verschlüsselten Internetseiten eingeben. Zu erkennen sind die Websites daran, dass vor der Adresse „https“ angegeben ist. Die meisten deutschen Internetshops sind ohnehin verschlüsselt, aufzupassen ist trotzdem wichtig. Kommt die Karte abhanden, müssen Kunden diese nach wie vor umgehend sperren lassen.

Neu ist, dass sie die Bank benachrichtigen sollten, wenn auch das Legimitationsmedium verloren geht. Das ist in den meisten Fällen das Smartphone. Einige Banken verlangen bei Diebstahl und Verlust von Karte oder Legimitationsmedium eine Anzeige bei der Polizei.

Haftung bei grober Fahrlässigkeit

Die neuen TAN-Verfahren versprechen mehr Sicherheit, Betrug ist dennoch nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich haftet ein Kunde im Missbrauchsfall nur, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt. Bei leichter Fahrlässigkeit – etwa wenn der Kunde seinen Computer mit aktueller Software geschützt hat, aber Hacker trotzdem Daten abgreifen konnten – haftet er oftmals nicht.

Manchmal hilft nur ein Kaufabbruch

Sollte bei einem Onlineeinkauf die Kreditkartenzahlung nicht per 3D-Secure-Verfahren abgesichert sein und es deshalb zu einem Missbrauch kommen, haftet nicht der Kunde, sondern der Händler. Für Kunden sollte es ein Warnzeichen sein, wenn sie beim Onlineshopping mit der Kreditkarte nicht auf eine 3D-Secure-Seite weitergeleitet werden. Das kann auch beim Onlineshopping in anderen Ländern passieren, denn die Neuregelung betrifft nur den EU-Raum.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte in solch einem Fall den Kauf abbrechen und lieber die gewünschte Ware in einem Geschäft kaufen oder sich einen anderen, sicheren Onlineshop suchen.

Stand: 02.09.2019 09:45 Uhr

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