SENDETERMIN Fr., 06.03.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Pflanzen aussähen

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

Playmit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin
Service: Pflanzen aussähen | Video verfügbar bis 06.03.2021 | Bild: WDR

Auch, wenn es inzwischen wieder kühler geworden ist, beginnt allmählich die Zeit für die Pflanzen-Aussaat: Blumen, Kräuter und Gemüse aus eigener Anzucht sind ein großer Erfolg für Gärtner und vielen macht es Spaß, das Wachsen der Pflanzen zu beobachten. Es ist nicht besonders schwer, Stockrosen, Tomaten und Schnittlauch selber aus Samen zu ziehen. In den ersten Wochen bleiben die Pflanzen am besten noch drinnen auf der Fensterbank und werden allmählich für draußen abgehärtet.

Ausstattung für die Aussaat

Für die Anzucht werden zunächst Gefäße benötigt. Blumentöpfe und flache Schalen von Milchprodukten eignen sich gut. In diesen Gefäßen werden die Samen gleichmäßig ausgesät. Später müssen die Sämlinge umgesetzt, also pikiert werden.

Eierkartons oder aus Klorollen oder Zeitungspapier gefaltete Gefäße eignen sich für die Einzelsaat. Das ist vor allem bei Gemüse zu empfehlen: Tomaten, Chili, Rote Bete oder Mangold brauchen Platz zwischen den Pflanzen, damit sie gut wachsen können.

Besonders wichtig bei der Aussaat ist Hygiene: Gefäße, die bereits für Pflanzen oder Lebensmittel benutzt wurden, sollten vor weiterem Gebrauch auf jeden Fall gründlich mit Wasser gereinigt werden. So wird verhindert, dass die Sämlinge von Pilzkrankheiten befallen werden.

Nährboden und Gefäße vorbereiten

Die Aussaaterde sollte mehrere Eigenschaften besitzen: locker, keim- und unkrautfrei und nährstoffarm. Im Handel wird so genanntes Aussaat- und Kräutersubstrat angeboten. Dieses wird in die Aussaatgefäße gefüllt und anschließend gut geglättet.

Wichtig: An den Rändern mit Fingerspitzengefühl andrücken. Mit einer feinen Wasserbrause werden die Gefäße angegossen. Weist die Erde viele Klumpen auf, sollte sie vorher gesiebt werden. Wer Aussaaterde selber herstellt, sollte sie vor Gebrauch im Backofen oder in der Mikrowelle sterilisieren.

Samen vorbereiten

Samen keimen häufig nicht sofort, man spricht von Keimhemmung. Eine feste Schale und Hormone verhindern, dass die Körner direkt nach der Reife wieder auskeimen. Das muss zunächst aufgehoben werden: Viele Samen sind beispielsweise Kühlkeimer, d.h. sie müssen einige Wochen bei ca. 0 bis 3° C gelagert werden. Hierfür werden sie zusammen mit feuchtem Sand in eine Tüte gefüllt und in das 0°C-Fach des Kühlschranks gelegt. So genannte Lichtkeimer benötigen Licht, sollten also nach der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden. Erbsen und Bohnen keimen leichter, wenn sie vor der Aussaat über Nacht in reichlich Wasser quellen können.

Richtig aufgestellt

Saatgefäße sollten beschriftet und dann auf die Fensterbank oder ins Gewächshaus gestellt werden, damit die Samen keimen können. Wichtig ist, dass die Temperaturen vor allem in den ersten ein bis zwei Wochen hoch sind. Auch hohe Luftfeuchtigkeit ist sinnvoll, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen. Während die Pflanzen heranwachsen, sollte immer öfter gelüftet und die Temperatur nach und nach gesenkt werden, damit die Pflanzen allmählich abhärten.

Stand: 06.03.2020 07:33 Uhr