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Service: Ihr Recht beim Umtausch

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

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Service: Ihr Recht beim Umtausch | Video verfügbar bis 27.12.2020 | Bild: WDR

Nicht mit jedem Geschenk trifft man den Geschmack seiner Familienangehören, Partner*innen oder Freund*innen. Nach dem Weihnachtsfest rollt ab heute die große Umtauschwelle in den Geschäften und im Versandhandel an. Doch müssen Geschäfte die Ware wirklich immer zurücknehmen? Und was ist, wenn ein Geschenk Mängel hat? Auch beim Einlösen von Gutscheinen sind viele Beschenkte verunsichert.

Recht auf Umtausch

Grundsätzlich gilt: Gekauft ist gekauft. Solange die Ware fehlerfrei ist, haben Käufer*innen kein Recht auf einen Umtausch. Umtausch ist eine Frage der Kulanz des Geschäftsinhabers, es sei denn, es ist ein Umtauschrecht eingeräumt und es wird beispielsweise damit geworben. Dann kann dieses Umtauschrecht innerhalb der vorgegebenen Frist in Anspruch genommen werden.

Nicht immer gibt es Geld zurück

Für die Rücknahme der Ware wird in der Regel ein Gutschein ausgestellt oder der Kundin/dem Kunden wird etwas anderes aus dem Sortiment angeboten. Die Rückerstattung von Bargeld wird nur manchmal angeboten. Vor dem Kauf sollte man sich daher genau über ein Umtausch- und Rückgaberecht informieren. Generell gilt: Unbedingt den Kassenzettel (Quittung) aufbewahren.

Wenn Kinder teure Geschenke kaufen

Kaufen Kinder, also Minderjährige, ohne Genehmigung der Eltern ein teures Geschenk, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam. Der Kauf kann von den Eltern rückgängig gemacht werden. Kinder dürfen nur über ihr Taschengeld frei verfügen.

Gewährleistung bei Mängeln

Wenn sich herausstellt, dass das im Geschäft, auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Onlinehändler gekaufte Weihnachtsgeschenk mangelhaft ist, gilt eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren: Verkäufer*innen müssen in diesem Zeitraum für Mängel haften, die zum Zeitpunkt des Kaufs schon vorhanden, aber noch nicht sichtbar waren. Wird das Produkt reklamiert, besteht das Recht zur Nachbesserung.

Erst wenn Reparatur oder Ersatzlieferung scheitern, kann die Minderung des Kaufpreises oder die Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangt werden. Beim Kauf von gebrauchten Gegenständen kann die Mängelhaftung vertraglich auf ein Jahr verkürzt werden. Wird unter Privatleuten etwas verkauft, kann die Gewährleistung gänzlich ausgeschlossen werden.

Garantie

Neben der gesetzlichen Gewährleistung geben viele Verkäufer*innen auch noch zusätzlich eine Garantie. Die Garantie bezieht sich auf Schäden, die erst im Laufe des Gebrauchs entstehen. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers oder Herstellers. An die gesetzliche Gewährleistung dagegen ist jeder Händler gebunden.

Onlinekauf

Für Käufe im Internet gelten besondere Regeln zugunsten der Verbraucher*innen: Nach Zusendung der Ware haben Käufer*innen 14 Tage Zeit einen Widerruf zu erklären. Die Ware muss dabei weder fehlerhaft sein, noch muss ein Grund für die Rückgabe angegeben werden. Der Widerruf sollte am besten schriftlich erfolgen mittels Einschreiben mit Rückschein, es geht aber auch per Mail oder Fax. Die kommentarlose Rücksendung der Ware genügt nicht zur Einhaltung der Frist.

Das Widerrufsrecht gilt nicht für alle Waren. Ausgenommen sind beispielsweise entsiegelte Datenträger (CDs, DVDs), frische Lebensmittel, Blumen, Eintrittskarten, gebuchte Reisen oder Hotelzimmer und auch für extra angefertigte Waren (z.B. Kleidung).

Gutscheine

Bei geschenkten Gutscheinen muss man auf die Gültigkeitsdauer achten. Für Gutscheine gilt eine gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde. Der Gutschein kann jedoch auch kürzer befristet werden. Diese auf dem Gutschein festgelegte Frist ist dann auch einzuhalten.

Nach Ablauf der auf dem Gutschein vermerkten Gültigkeit muss aber immer noch zumindest ein Teil des Geldes ausgezahlt werden, der entgangene Gewinn darf einbehalten werden. Nach Ablauf der Verjährungsfrist verfällt der Gutschein aber gänzlich. Für Gutscheine, die für ein bestimmtes Ereignis ausgestellt werden, zum Beispiel für einen terminlich festgelegten Theater- oder Konzertbesuch, gibt es keinen Ersatz, wenn man den Gutschein ungenutzt verfallen lässt. Gutscheine kann man in der Regel auch weiterverschenken.

Weitere Informationen

Stand: 14.02.2020 15:17 Uhr