SENDETERMIN Mi, 16.05.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Rechtslage in Patchworkfamilien

mit Sabine Kleidon, Familienanwältin

PlayFamilie, Patchworkfamilie
Service: Rechtslage in Patchworkfamilien | Video verfügbar bis 16.05.2019 | Bild: WDR

Es gibt Stiefvaterfamilien, Stiefmutterfamilien, Familien mit gemeinsamen Kindern und Stiefkindern, solche, in denen die Kinder dauerhaft leben und solche, bei denen die Kinder nur zeitweise zu Besuch sind.

All diese Varianten werden unter dem Begriff „Patchwork-Familie“ zusammengefasst und gelten als das Familienmodell der Zukunft. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden nicht nur in einer, sondern in mehreren Familien aufwachsen.

Doch welche Rechte haben Stiefeltern?

Kleines Sorgerecht

Bei einem sogenannten „echten“ Stiefelternverhältnis, d.h. der Ehepartner hat das alleinige Sorgerecht für das leibliche Kind, hat das Stiefelternteil das Recht, in Alltagsangelegenheiten das Kind betreffend mitzuentscheiden (BGB §1687b). Dazu zählen z.B. die Freizeitgestaltung, Hobbys sowie Schulangelegenheiten (Teilnahme am Schulausflug, Unterzeichnung von Noten und Zeugnissen). Allerdings muss hier Einvernehmen mit dem sorgeberechtigten Partner bestehen.

Gemeinsames elterliches Sorgerecht

Haben die getrennten, leiblichen Eltern das gemeinsame Sorgerecht, gilt das kleine Sorgerecht nicht. Damit der Stiefelternteil dennoch Entscheidungen treffen darf, muss eine entsprechende Vollmacht erteilt werden. Diese gilt aber nicht für wesentliche Entscheidungen (z.B. Schulanmeldung), diese bedürfen immer auch der Zustimmung des mitsorgeberechtigten Elternteils.

Umgangsrecht

Haben Kind und Stiefelternteil längere Zeit in einer häuslichen Gemeinschaft gelebt, so hat das Stiefelternteil nach Trennung bzw. Scheidung vom leiblichen Elternteil ein Umgangsrecht, wenn dies dem Wohl des Kindes dient.

Vormundschaft

Der Stiefelternteil kann die Vormundschaft für sein Stiefkind beantragen, wenn laut Gerichtsbeschluss dem leiblichen Elternteil das Sorgerecht nicht übertragen wird, oder wenn der leibliche Elternteil verstorben ist. Dieser kann auch im Testament verfügen, dass der Stiefelternteil als Vormund eingesetzt werden soll. An diese Festlegung ist das Gericht grundsätzlich gebunden.

Erbschaft

Da Stiefkinder mit ihren Stiefeltern nicht verwandt sind, gilt hier das gesetzliche Erbrecht nicht. Wer seinem Stiefkind Vermögen hinterlassen möchte, muss dies in seinem Testament rechtzeitig verfügen.

Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind nur die leiblichen, nicht jedoch die Stiefkinder mitversichert. Das Kind bleibt auch nach der Trennung der leiblichen Eltern bei dem Elternteil mitversichert, bei dem es das auch bislang war.

Stand: 16.05.2018 09:25 Uhr

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