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Service: Richtig spenden

mit Burkhard Wilke, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

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Service: Richtig spenden  | Video verfügbar bis 12.11.2021 | Bild: WDR

Viele Menschen in Deutschland spenden gerne – auch in der Corona-Krise: Laut Deutschem Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) sind die Spendeneinnahmen der großen Organisationen in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 um 11,6 Prozent gestiegen. Anders sieht das bei kleineren Hilfswerken aus. Danach hat weniger als ein Drittel zwischen Januar und August 2020 mehr Spenden als im Vorjahr erhalten. 38 Prozent von ihnen weniger.

Worauf muss ich beim Spenden achten?

Der Spendenmarkt ist heiß umkämpft. Immer mehr Organisationen werben um mildtätige Gaben. Dabei werden nicht selten fragwürdige Methoden, wie Drücker oder Bettelbriefe, eingesetzt.

Was kommt von meiner Spende wirklich an? Diese Frage stellen sich - aus gutem Grund - viele Spender. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin überprüft regelmäßig Spendenorganisationen und vergibt ein Spendensiegel. Organisationen mit dieser Auszeichnung gelten als seriös und stellen sicher, dass die Spenden auch wirklich für einen wohltätigen Zweck eingesetzt werden.

DZI-Tipps für Spender

  • Die Zahl der Spendenorganisationen nimmt ständig zu. Umso bewusster und überlegter sollten Sie entscheiden, für welchen Zweck Sie spenden möchten.
  • Wenn Sie vielen Organisationen wenig spenden, verursacht das mehr Verwaltungsaufwand, als wenn Sie wenigen Organisationen größere Summen spenden. So bleibt mehr Geld für den eigentlichen Zweck über.
  • Spenden Sie Organisationen und Initiativen, die Sie persönlich kennen und vertrauen. Bei Hilfswerken, die Sie nicht selbst beurteilen können, achten Sie auf das DZI-Spenden-Siegel. Beachten Sie am besten auch die Liste von Organisationen, von denen das DZI auf seiner Webseite abrät.
  • Geldspenden können von Hilfsorganisationen flexibler eingesetzt werden als Sachspenden. Teure Transportwege entfallen und viele Produkte können vor Ort billiger gekauft werden. Auch sind „freie“ besser als zweckgebundene Spenden.

Davor sollten Sie bei Spenden in Acht nehmen

Fernsehwerbung: Oft wird eine Telefonnummer eingeblendet, unter der Sie spenden können. Fordern Sie am besten schriftliche Unterlagen über den Verwendungszweck der Spenden an oder sehen Sie sich die Internetseite der Organisation an, um sicher zu gehen, was mit Ihrem Geld gemacht wird. Geben Sie unter keinen Umständen Ihre Kontonummer weiter.

Drücker: Spendenwerber an der Haustür sind fast immer professionelle Handelsvertreter. Ähnlich ist es bei Werbern in der Fußgängerzone oder vor Einkaufszentren. Wenn Sie sich im Gespräch unangemessen unter Druck gesetzt fühlen und auf den Ausweisen der Werber keinen klaren Hinweis auf deren Bezahlung finden, sollten Sie das Gespräch sofort abbrechen.

Bettelbriefe zur Weihnachtszeit werden häufig von findigen Agenturen verfasst. Sie drücken durch mitleiderregende Fotos oder Texte „auf die Tränendrüse“ oder üben Zeitdruck aus. Keine seriöse Organisation würde so werben. Ignorieren Sie solche Post und spenden Sie besser irgendwo anders.

Wie sinnvoll sind Spenden-Patenschaften?

Patenschaften sind längerfristig angelegte finanzielle Hilfen zur Unterstützung bedürftiger Menschen. Die Übernahme einer Einzelpatenschaft, die persönlichen Kontakt zu einem Kind in einem Entwicklungsland (meistens über Briefwechsel) einschließt, bedeutet in der Regel nicht, dass die Spende dem Kind unmittelbar und allein zugutekommt. Vielmehr werden zumeist Projekte finanziert, die der ganzen Gemeinschaft, in der das Kind lebt, zukommen (zum Beispiel Dorfentwicklungsprojekte).

Diese Art der Förderung vermeidet die Bevorzugung und Hervorhebung Einzelner. Patenschaften, vor allem, wenn sie mit der persönlichen Kontaktpflege zu einem Kind verbunden sind, verursachen zusätzliche Verwaltungskosten, so dass nur wenig für das Patenkind überbleibt.

Zahlreiche Organisationen bieten als Alternative Projektpatenschaften an. Diese Form verzichtet auf die Herstellung eines persönlichen Kontaktes, ermöglicht jedoch gleichfalls die gezielte Förderung eines Vorhabens.

Spenderinnen und Spender sollten bei der Übernahme von Patenschaften in jedem Fall eindeutig entnehmen können, in welcher Form ihre Patenschaftsbeiträge verwendet werden.

Weitere Informationen

Das Erste Ratgeber Service: Vorsicht, Verbraucherfalle! Tipps zu Altkleidern: So finden Sie seriöse Abnehmer (22.07.20)  
https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/vorsicht-verbraucherfalle/vorsicht-verbraucherfalle-tipps-altkleider-110.html

BR Bayern 1: Spenden in der Corona-Krise: Diese Menschen brauchen jetzt Unterstützung (20.04.20)
https://www.br.de/radio/bayern1/spenden-in-der-coronakrise-100.html

Verein Deutscher Spendenrat: Spenden, aber richtig: Goldene Regeln zum Spenden
https://www.spendenrat.de/spendeninfos/spenden-aber-richtig/goldene-regel-zum-spenden/

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen: Antworten auf häufige Fragen zum Spenden
https://www.dzi.de/spenderberatung/haufig-gestellte-fragen-faq/

Bundesverband Verbraucherzentrale: Spendensammler – Woran man wahre Wohltäter erkennt (28.11.19)
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/werbung/spendensammler-woran-man-wahre-wohltaeter-erkennt-10658

Stand: 12.11.2020 07:03 Uhr

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