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Service: Die richtige Beleuchtung

mit Holger Hüpen, Lichtplaner

PlayHolger Hüpen, Lichtplaner
Service: Die richtige Beleuchtung | Video verfügbar bis 10.11.2022 | Bild: WDR

Licht hat einen großen Einfluss auf unseren Organismus. Die Wirkung von Licht entspannt und beeinflusst Stimmung, Aufmerksamkeit, kognitive Leistungsfähigkeit und den Schlaf-Wach-Zyklus. Und Licht schafft Atmosphäre. Doch die richtige Beleuchtung will gut geplant sein. Zuviel davon blendet und zu wenig versetzt ins Halbdunkel.

Welche Leuchtmittel gibt es?

Alte Glühbirnen sind Geschichte. Da sie nur 5 Prozent der Energie in Licht umwandeln, dürfen sie seit 2012 in der EU nicht mehr verkauft werden. Klare Halogenlampen sind der Glühlampe ähnlich. Sie sind preiswert, haben ein warmes Farbspektrum, lassen sich dimmen und sparen gegenüber einer Glühlampe etwa 30 Prozent Strom.

Energiesparleuchtmittel sind zwar bis zu fünfmal energiesparender als eine Glühlampe, aus vielerlei Hinsicht jedoch oft nicht die beste Wahl: Sie starten langsam, beinhalten Quecksilber, sind nicht dimmbar, die Optik ist nicht immer schön und der Preis ist hoch.

Moderne LED sind am effizientesten. LED-Retrofit-Leuchtmittel verfügen über eine kleine Bauweise und die Lichtfarben sind mittlerweile sehr gut. Allerdings sind sie in der Anschaffung teuer und manche LED funktionieren nicht mit handelsüblichen Dimmern oder das Licht flackert. Beim Dimmen verändert sich auch die Farbtemperatur nicht wie bei einer Glüh- oder Halogenlampe. Für die Stimmung im Wohnraum sind sie daher nicht so empfehlenswert. Geeignet sind LED-Leuchtmittel für schlanke Lichtlinien und indirekte Beleuchtung mittels Lichtvouten sowie für den Einsatz im Garten.

Wichtig: Achten Sie bei Leuchtmitteln auf die Farbtemperatur. Diese wird in Kelvin angegeben und sollte im privaten Wohnumfeld bei 2700 bis 3000 Kelvin liegen. Je niedriger der Wert, desto wärmer das Licht.

Watt oder Lumen?

Früher wurde die Helligkeit eines Leuchtmittels in Watt angegeben; eine Glühlampe mit 60 Watt war weniger hell als eine mit 100 Watt. Die Wattangabe beschreibt jedoch den Verbrauch und nicht die tatsächliche Lichtmenge. Da die Leuchtmittel immer energiesparender werden, macht diese Angabe daher keinen Sinn mehr. So verbraucht beispielsweise eine moderne LED mit derselben Lichtstärke wie eine 60-Watt-Glühbirne gerade mal 10 Watt, ist aber genauso hell.

Heute findet sich daher auf nahezu allen Verpackungen neben der Angabe Watt (für den Stromverbrauch) auch die Angabe Lumen, die den Lichtstrom beschreibt. Man spricht hier auch von Lumen pro Watt und erhält so eine Aussage über die Effizienz des Leuchtmittels und die Menge an Licht, die es abgibt. In der Regel reichen 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter für eine ausreichende Beleuchtung.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Leuchtmittel auf die Lumenzahl (lm). Sie gibt die Lichtausbeute an. Beispiel: 60 Watt Glühbirne = etwa 730 lm. 60 Watt Halogen = etwa 900 lm. 60 Watt LED = etwa 3.100 lm. Zum Vergleich eine Kerze = etwa 12 lm.

Welches Licht für welchen Raum?

Licht sollte für Behaglichkeit sorgen und atmosphärisch sowie funktional sein. Vor der Anschaffung sollte immer erst geklärt werden, wozu welcher Raum dient und wo welche Möbel stehen werden.
Auch ist zu bedenken, dass Licht nur mit Reflexionsflächen wirkt. Für eine Wohlfühlatmosphäre eignet sich grundsätzlich eine Mischung aus drei verschiedenen Lichtquellen: Hintergrundbeleuchtung, Akzentlicht und Arbeitsbeleuchtung.
In einem Ankleidezimmer wird mehr Licht mit einer besonders guten Farbwiedergabe benötigt.
In einer Bibliothek sollte ein gutes Leselicht herrschen, damit die Augen nicht zu schnell ermüden.
Im Badezimmer spielt die Spiegelbeleuchtung eine wesentliche Rolle beim Schminken und Rasieren, wofür seitlich am Spiegel angebrachtes Licht zu empfehlen ist und für den Wohlfühleffekt indirektes Licht und/oder eine stimmungsvolle Deckenleuchte.
Im Schlafzimmer ist am Bett eine gute Leseleuchte sinnvoll, die ein warmes Licht verbreitet, da dieses das Schlafhormon Melatonin begünstigt.

Der Wohnbereich ist meist in verschiedene Zonen aufgeteilt, wie etwa eine Sitzlandschaft und ein Essbereich. Wandleuchten sorgen für eine angenehme Stimmung am Esstisch, der auch noch mit einer schönen Pendelleuchte ausgestattet werden kann. Schaltbare Steckdosen sind hervorragend zum gezielten Einsatz von Stehleuchten geeignet. Die Küche ist meist in drei Zonen aufgeteilt, die Licht benötigen: Allgemeinbeleuchtung, die Arbeitsflächen und eventuell eine Theke oder ein Tisch.

Weitere Informationen

• W wie Wissen: Zu hell, zu grell? Das richtige Licht
https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/programmkalender/sendung-2453334.html

• SWR: Welche Beleuchtung für welchen Raum?
https://www.ardmediathek.de/video/kaffee-oder-tee/welche-beleuchtung-fuer-welchen-raum/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1NTE3NzQ/

• Helligkeit von Lumen in Watt umrechnen
https://www.smart-rechner.de/lumen_watt_umr/rechner.php

Stand: 10.11.2021 07:39 Uhr

Sendetermin

Mi., 10.11.21 | 05:30 Uhr
Das Erste