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Service: Schädlinge in der Küche

mit Yvonne Willicks, Hauswirtschaftsmeisterin

PlayDer Kornkäfer gehört zu den Schädlingen in der Küche
Service: Schädlinge in der Küche | Video verfügbar bis 09.08.2019 | Bild: WDR

Fruchtfliegen loswerden: so gehts

Mit den sommerlichen Temperaturen machen sich auch Fruchtfliegen wieder in der Küche breit. Sie sind zwar lästig, aber nicht gefährlich und ihr Vorkommen liegt auch nicht an mangelnder Hygiene. Die Eier der Fruchtfliege kaufen wir in der Regel direkt mit frischem Obst und Gemüse ein. In Supermärkten wird Obst und Gemüse ja häufig gekühlt. Da ist alles noch fruchtfliegenfrei. Bei uns in der warmen Wohnung schlüpfen die Larven dann – und schon haben die Gäste im Haus.

So schnell wie sie einfallen, kann man die geflügelten Invasoren aber auch wieder loswerden – und zwar mit einer selbstgemachten Fliegenfalle ganz ohne Chemie. Etwas Obstessig oder Fruchtsaft und einen Tropfen Geschirrspülmittel auf eine Untertasse geben. Das Geschirrspülmittel setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und die Fliegen ertrinken. Tierfreundlicher ist eine Lebendfallen: Einfach ein Stück Obst in einen Becher legen und die Fliegen dann draußen entsorgen.

Fruchtfliegenplage in der Küche – Yvonnes Tipps

Damit gar nicht erst so viele Fliegen den Weg in die Küche finden, hilft es, immer nur so viel Obst zu kaufen, wie auch wirklich gegessen wird. Besonders reife Früchte sollten nicht aufbewahrt werden. Wenn keiner sie essen möchte, dann daraus eventuell einen Obstjoghurt machen. Der hält sich länger und ist garantiert fruchtfliegenfrei! (Obst kleinschneiden, mit Naturjogurt verrühren, nach Geschmack Zucker zufügen).

Alle Früchte, die aufbewahrt werden, nach dem Einkauf gut abwaschen, um die Fliegeneier weg zu bekommen. Alle angeschnittenen Früchte oder Obstreste in den Kühlschrank. Keine offenen (süßen) Getränke herumstehen lassen. Mülleimer, an dem sich Fruchtfliegen tummeln, entleeren und säubern.

Motten

Im Sommer nisten sich Kleidermotten besonders oft in Schränken und Kommoden ein. Wichtig zur Vorbeugung: Schranktüren und Schubladen nicht zu lange offen stehen lassen. Nur gewaschene Wäsche lagern, da Hautschuppen und Gerüche die Schädlinge anlocken. Wertvolle Kleidung am besten in Plastikschutzhüllen aufbewahren. Schränke regelmäßig reinigen. Am besten aussaugen und anschließend mit Essigwasser auswaschen und gut trocknen.

Lavendelsäckchen oder Zedernholzplättchen helfen Motten fernzuhalten. Auch getrocknete Orangenschalen sind geeignet. Bei einem Befall unbedingt die Böden herausnehmen und Bohrlöcher untersuchen. Bei Bedarf mit einem heißen Föhn behandeln. Anschließend den ganzen Raum gründlich reinigen. Nicht vergessen, den Staubsaugerbeutel zu entsorgen.

Pheromonfallen, die es im Fachhandel gibt, helfen Motten dauerhaft zu vertreiben. Wer öfter mit dem Problem zu kämpfen hat, sollte sich seine Teppiche genauer anschauen. Auf der Unterseite nisten Motten besonders gerne. Übrigens: Wer zurzeit in der Dämmerung Motten in Schranknähe sieht, sollte schnell die oben beschriebenen Maßnahmen ergreifen, denn dann dauert es nicht mehr lange, bis die Larven schlüpfen.

Lebensmittelmotten

Die gleiche Vorgehensweise. Zur Vorbeugung: Alles immer gut verschließen und gerade im Sommer nicht zu viele Vorräte anhäufen.

Mückenstiche behandeln – Kälte und Hitze hilft am besten

Das Wichtigste vorab: Nicht kratzen! Auch wenn es schwer fällt, die goldene Regel lautet: Je mehr man kratzt, desto mehr juckt es. Das liegt an dem Histamin, das der Körper gegen die Mückensekrete im Blut bildet. Gegen den Juckreiz helfen am besten Hitze und Kälte. Eine Hitzebehandlung funktioniert so: Teelöffel in heißem Wasser erwärmen (nicht zu heiß!) und die Rückseite auf den Stich halten. Der Effekt: Durch die Hitze stockt das Protein aus dem Insektenspeichel und kann vom Körper abgebaut werden. Der Juckreiz verschwindet. Für eine Kältebehandlung einen Eiswürfel auf den Einstich geben. Das alte Hausmittel Zwiebel funktioniert ebenfalls: Eine Scheibe davon auf die Quaddel und bald schon sieht man nichts mehr. Hat man mal gar nichts zur Hand, hilft zur Not auch die eigene Spucke!

Wespenstich – Achtung Allergiegefahr!

Ein Wespenstich brennt höllisch. Er ist aber nicht so schlimm, wie er sich anfühlt. Es sei denn, Gestochene haben eine Allergie. Dann kann es lebensgefährlich werden. Schwellen Gliedmaßen nach einem Wespenstich stark an, bilden sich Hautverfärbungen oder kommt es zu Atemnot, Schwindel oder Angst – bitte sofort einen Notarzt verständigen. Vorsicht auch bei Stichen im Hals- und Rachenraum, vor allem bei Kindern. Wegen des Anschwellens droht Erstickungsgefahr. Immer sofort zum Arzt - und vorher noch einen Eiswürfel in den Mund (zum Abschwellen). Ist die Einstichstelle nur leicht gerötet und tut weh, hilft am besten die Hitzebehandlung mit einem heißen Teelöffel. Anschließend kühlen und mit einer lindernden Salbe einreiben.

Übrigens: Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Deswegen bitte nicht mit den Händen rumwedeln, wenn Wespen im Anflug sind, sondern Ruhe bewahren.

Bienenstiche richtig behandeln

Auch Bienen, Hummeln und Hornissen stechen ausschließlich zur Verteidigung. Mücken, Bremsen und Zecken dagegen, um Blut zu saugen. Bienenstiche kommen seltener vor als Wespenstiche, sind aber ebenfalls sehr schmerzhaft. Der Stachel bleibt in der Regel in der Haut stecken. Nach einem Stich stirbt die Biene. Um die Einstichstelle bildet sich meist ein weißlicher Hof, der später rot wird (und eventuell anschwillt). Zur Behandlung als erstes den Stachel entfernen. Das geht mit einer Pinzette oder mit den Fingernägeln. Auch hier hilft die Hitzebehandlung mit einem heißen Teelöffel. Danach den Stich kühlen und mit einer lindernden Salbe einreiben. Das gleiche gilt für Hummel- und Hornissenstiche (hier bleibt der Stachel aber nicht stecken.)

Stechfliegen stechen durch Kleidung hindurch

Die hasse ich besonders! Bremsen und Kriebelmücken sind Stechfliegen und richtig fies. Man erkennt den Stich meistens daran, dass man ihn fühlt, und dass die Wunde noch blutet, wenn man hinschaut. Auch hier hilft die Hitzebehandlung. Nach einem Stich die Schwellung kühlen und mit lindernden Salbe bestreichen. Leider kann man sich nicht völlig gegen Insektenstiche schützen. Lange Kleidung hilft zwar, aber Mücken und Stechfliegen können auch durch Stoff hindurch stechen. Insektenschutzmittel wirken meist nur für ein paar Stunden.

Stand: 09.08.2018 07:48 Uhr

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