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Service: Sicherheit für Kinder

mit Stefanie Märzheuser, Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

PlaySicherheit, Kinder, Unfälle, Gefahren, Reinigungsmittel
Service: Sicherheit für Kinder | Video verfügbar bis 10.07.2021 | Bild: WDR

Unfälle gehören zu den größten Gefahren für die Gesundheit von Kindern. Mehr als 80 Prozent der Unfälle von Säuglingen und Kleinkindern passieren in der eigenen Wohnung oder im häuslichen Umfeld. Hauptrisikogruppe für schwere Unfälle sind Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren. Jedes zweite solcher Unglücke könnte vermieden werden, wenn Eltern wesentliche Punkte zur Sicherheit besser beachten würden.

Die häufigsten Unfälle und ihre Vermeidung

Ersticken

Lassen Sie keine Kleinteile herumliegen, die verschluckt werden können! Besonders gefährlich: Erdnüsse. Kinder unter vier Jahren sollten laut Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte keine Nüsse oder Mandeln essen, denn beim Kauen können sie in die Luftröhre gelangen und Erstickungsgefahr auslösen. Außerdem können Schnüre zum Beispiel an Kleidung, Spieluhren, oder Rollos gefährlich werden: hier droht Strangulationsgefahr.

Vergiftungen

Bewahren Sie Haushaltschemikalien kindersicher auf, vor allem stark ätzende Reinigungsmittel wie Spülmaschinenmittel, Backofen- oder Rohrreiniger. Vorsicht auch bei Medikamenten: Bewahren Sie sie für Kinder unzugänglich auf – also nicht in der Handtasche oder Nachttischschublade. Vergiftungen durch Pflanzen: Die giftigste Pflanze Europas ist der Blaue Eisenhut. Im Familiengarten also auf solche und andere Pflanzen, die Kindern gefährlich werden können, verzichten.

Ertrinken

Ein Gartenteich kann für Kleinkinder lebensgefährlich werden. Deshalb: Kinder immer beaufsichtigen, Teich umzäunen, abdecken oder ganz darauf verzichten. Kinder können bereits in wenigen Zentimeter hohem Wasser ertrinken. Und: Kinder ertrinken leise – sie schlagen also zum Beispiel nicht um sich, so dass die Umgebung ein Ertrinken gar nicht unbedingt mitkriegen würde.

Verbrühungen

Kleine Kinder kommen häufiger wegen Verbrühungen ins Krankenhaus als wegen Verkehrsunfällen. Daher: Keine heißen Getränke tragen, wenn Sie ein Kind auf dem Arm haben. Keine Tischdecken benutzen, denn wenn das Kind daran zieht, kann Heißes verschüttet werden.

Vorsicht auch bei Wasserkochern und anderen elektrischen Geräten, an denen sich Kinder verbrühen oder verbrennen können. Im Sommer kommt es immer wieder zu Grillunfällen mit schweren Brandverletzungen. Niemals Spiritus beim Grillen einsetzen und ins Feuer gießen!

Tipps gegen Stürze – der häufigsten Unfallart bei Kindern

  • Kinder bei geöffnetem Fenster oder auf dem Balkon nie alleine lassen.
  • Fenster und Türen mit Sicherheitsriegeln versehen.
  • Laufwege und Treppen freiräumen und gefährliche Ecken absichern.
  • Treppensteigen mit Kindern trainieren: langsam gehen, eine Hand am Handlauf und mit rutschfesten Socken oder Schuhen.
  • Auf Hochbetten verzichten, wenn sie noch nicht für die betreffende Altersgruppe geeignet sind.
  • Erst Laufrad- oder Roller-, dann Fahrradfahren lernen. Immer einen Helm tragen – auch als Erwachsener, zum Eigenschutz und als Vorbild.
  • Kinder nicht auf Möbel klettern lassen.
  • Gefahren erklären, Regeln aufstellen und konsequent bleiben.
  • Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglichen.
  • Kindern ausreichend Zeit zum Üben geben und weder drängen noch verunsichern.

Informationen zur Verhütung von Kinderunfällen

Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e. V."
Christian-Lassen-Str. 11a 53117 Bonn Tel.: 0228 688 34-10 und 0159 01225867; info@kindersicherheit.de
https://www.kindersicherheit.de

• Die Broschüre "Unfälle vermeiden" gibt einen Überblick über Unfallgefahren für Kinder. Sie kann gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro und Erstattung der Portokosten bei der BAG "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." bestellt werden

https://www.kindersicherheit.de/html/bestellservice.html

oder telefonisch unter 0228 688 34-0

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung BZgA: Informationen zu Kinder- und Jugendgesundheit
https://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/kinder-schuetzen-unfaelle-verhueten/

Stand: 19.06.2020 23:13 Uhr