SENDETERMIN Mo, 04.02.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Strahlentherapie gegen Krebs

mit Prof. Dr. Stephanie E. Combs, Fachärztin für Strahlentherapie

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Service: Strahlentherapie gegen Krebs | Video verfügbar bis 04.02.2020 | Bild: WDR

Etwa die Hälfte der Krebspatienten unterzieht sich im Verlauf der Erkrankung einer Strahlentherapie. Die Behandlungen verlaufen unterschiedlich je nach Typ, Größe und Lage des Tumors. Im Wesentlichen wird zwischen zwei Arten von Bestrahlungen unterschieden: Die perkutane Bestrahlung von außen durch die Haut und die Brachytherapie, bei der die Strahlenquelle möglichst nah an den Tumor gebracht wird (z.B. in eine Körperhöhle oder ins Gewebe).

Strahlenbehandlung ist heute sehr viel zielgerichteter als früher, das gesunde Gewebe kann geschont werden. Dennoch können wie bei jeder Behandlung Nebenwirkungen auftreten, die in einem persönlichen Gespräch beleuchtet werden müssen.

Perkutane Strahlentherapie

Bei der perkutanen Strahlentherapie wird von außen "durch die Haut" bestrahlt. Mediziner sprechen deshalb auch von einer "Teletherapie", also einer Bestrahlung aus einiger Entfernung.
Erzeugt wird die sehr energiereiche Strahlung meist mithilfe sogenannter Linearbeschleuniger. Diese lenken Photonenstrahlen, genauer ultraharte Röntgenstrahlen, auf den Tumor. Ziel ist es, die Krebszellen so zu zerstören.

Technische Weiterentwicklungen ermöglichen eine immer zielgenauere Bestrahlung, so dass heute im Submillimeterbereich bestrahlt werden kann. Moderne Techniken sind immer mit einer guten Bildgebung kombiniert, so dass man den Patienten und auch den Tumor während einer Strahlentherapie täglich genau beobachten und die Patienten millimetergenau positionieren kann.

Vor der ersten Bestrahlung sind umfangreiche Voruntersuchungen nötig, während die eigentliche Behandlung in der Regel nur wenige Minuten oder Sekunden dauert und völlig schmerzlos ist. Während der Strahlenbehandlung verlassen technische Assistenten und Ärzte den Raum, bleiben aber durch eine Glasscheibe und ein Mikrofon immer mit dem Patienten in Verbindung.

Brachytherapie

Die Brachytherapie nutzt Strahlung mit einer Reichweite von nur wenigen Millimetern bis Zentimetern. Daher muss der Tumor aus möglichst geringer Entfernung bestrahlt werden: Die strahlenden Substanzen werden in eine Körperöffnung oder Körperhöhle in der Nähe eingebracht oder – wie z.B. bei Gebärmutterhalskrebs – oder werden direkt auf die betroffene Körperstelle aufgelegt. Gesundes Gewebe wird so geschont.

Hier gibt es verschiedene Verfahren. Der zeitaufwendigste Teil der Behandlung ist das Platzieren der Applikatoren im Körper. Die exakte Anordnung ist wichtig: Der Tumor soll gleichmäßig bestrahlt werden, das gesunde Gewebe hingegen so wenig wie möglich. Das Platzieren ist unangenehm, so dass bei einigen Methoden eine örtliche Betäubung oder auch eine Allgemeinnarkose gegeben wird.
Nach dem Einsetzen der Applikatoren wird über Schläuche die radioaktive Substanz ferngesteuert in diese eingeführt. Die eigentliche Bestrahlung dauert meist nur noch wenige Minuten. Anschließend wird zunächst das Radionuklid wieder eingezogen, ebenfalls computergesteuert. Ob die Führungshülsen zwischen zwei Bestrahlungen entfernt werden oder im Körper verbleiben, erfährt man vorab von den Ärzten.

Wichtig: Wenn Sie sich vor der Bestrahlung fürchten, informieren Sie Ihre Ärzte. Das muss Ihnen nicht unangenehm sein. Ihre Ärzte werden Ihnen erklären, welche Nebenwirkungen bei Ihnen möglich und welche eher unwahrscheinlich sind.

(Quelle: www.krebsinformationsdienst.de)

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Stand: 04.02.2019 14:04 Uhr

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