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Service: Straßenverkehr im Herbst und Winter

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

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Service: Straßenverkehr im Herbst und Winter | Video verfügbar bis 09.11.2022 | Bild: WDR

Langsam, aber sicher müssen sich Autofahrer auf winterliche Straßenverhältnisse einstellen. In den dunklen Herbsttagen steigt auch die Gefahr von Unfällen bei Wildwechsel oder wegen schlechter Sicht.

Licht einschalten

Bei erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, Regen oder Schneefall muss auch tagsüber das Abblendlicht eingeschaltet werden; das in neueren Autos vorhandene Tagfahrlicht genügt nicht. Wer dennoch ohne Licht fährt, zahlt mindestens 25 Euro Strafe. Scheinwerfer, Rücklichter und auch Nummernschilder müssen regelmäßig gesäubert werden, wer allzu verdreckt unterwegs ist, riskiert ebenfalls ein Verwarnungsgeld.

Die Nebelschlussleuchte darf nur bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern eingeschaltet werden, sonst werden andere Verkehrsteilnehmer geblendet. Für die vorderen Nebelscheinwerfer gilt die 50-Meter-Begrenzung nicht. Sie dürfen bei Sichtbehinderung durch Nebel, Schnee oder Regen mit dem Abblendlicht eingeschaltet werden.

Winterreifen aufziehen

Eine generelle Winterreifenpflicht im Winter gibt es in Deutschland nicht. Die Straßenverkehrsordnung schreibt aber eine witterungsangepasste Ausrüstung vor. Bei Glatteis, Reifglätte, Schnee und Schneematsch muss daher mit Winterreifen gefahren werden. Falls man trotz winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, werden 60 Euro fällig und es gibt einen Punkt in Flensburg. Kommt es zu Behinderung anderer, kostet es schon 80 Euro.

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Reifen beträgt 1,6 mm, ratsam sind jedoch mindestens 4 mm Profil.

Einspurige Kraftfahrzeuge (Motorräder, Motorroller u. a.) sind von der Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen ausgenommen.

Wildunfälle

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit häufen sich Verkehrsunfälle mit Wildtieren; im Jahr 2019 wurden den Versicherungen fast 300.000 Fälle gemeldet. Die meisten Unfälle ereignen sich in der Morgen- und Abenddämmerung bzw. nachts. Gerade in ländlichen und Wald-Gebieten ist Vorsicht geboten, Wildwechselschilder sind unbedingt zu beachten.

Kommt es zu einem Unfall mit einem Reh, Wildschwein oder Hirsch, muss zunächst die Unfallstelle abgesichert und anschließend die Polizei und der zuständige Förster oder Jagdpächter informiert werden. Ein verletztes Tier auf keinen Fall anfassen!

Die Schäden am eigenen Auto werden bei einem nachgewiesenen Wildunfall von der Teilkaskoversicherung reguliert. Man sollte die Unfallstelle und auch das tote Tier fotografieren und sich von der Polizei oder vom Jagdpächter eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.

Verkehrsexperten raten dazu, bei einer drohenden Kollision mit einem Tier nicht auszuweichen, da ein Ausweichmanöver zu noch schlimmeren Unfallfolgen führen kann.

Motor warmlaufen lassen

Das minutenlange Laufenlassen des Motors im Stand vor der eigenen Haustür ist keine gute Idee. Es schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Motor selbst. Die vermeidbare Abgas- und Lärmbelästigung kostet zudem Geld. Wer erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 80 Euro.

Weitere Informationen

• WDR, Verbraucher
https://www1.wdr.de/verbraucher/freizeit/fahrtipps-winter-100.html

• BR, Nachrichten
https://www.br.de/nachrichten/wissen/so-vermeiden-autofahrer-bussgelder-bei-eis-und-schnee,REkLbRm

• ADAC
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/winterreifenpflicht-deutschland/

https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/tiere/wildunfaelle/

Stand: 09.11.2021 07:00 Uhr