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Service: Zehn Irrtümer über die Trennung

mit Marie Schlicker, Stiftung Warentest

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Service: Zehn Irrtümer über die Trennung | Video verfügbar bis 04.03.2020 | Bild: WDR

1. Paaren gehört alles gemeinsam, bei der Scheidung wird geteilt

Das stimmt nicht. Für Eheleute gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn nichts anderes in einem Ehevertrag vereinbart wurde. Bei der Zugewinngemeinschaft gehört das Vermögen, das ein Partner zu Beginn der Ehe hat, weiterhin ausschließlich ihm, auch was er während der Ehe verdient. Wird die Ehe geschieden, kommt es auf Wunsch der Ehepartner zum Zugewinnausgleich, d.h. das während der Ehe erwirtschaftete Vermögen wird gleichmäßig auf beide verteilt.

2. Gegen den Willen des anderen ist eine Scheidung nicht möglich

Eine Ehe kann natürlich gegen den Willen des Partners geschieden werden – und auch nicht erst nach drei Jahren, wie ein anderer Irrtum in diesem Zusammenhang lautet.

3. Bei einer Scheidung kann ein Anwalt beide Parteien vertreten

Nein, derselbe Rechtsanwalt darf nie beide Parteien vertreten, das verbietet die Berufsordnung. Er darf die Gegenseite auch nicht beraten oder Informationen herausgeben.

4. Reicht der schlechter Verdienende die Scheidung ein, wird es billiger

Das stimmt nicht. Der sogenannte Verfahrenswert wird anhand der Nettomonatseinkommen beider Partner sowie des vorhandenen Vermögens ermittelt.

5. Die Frau bekommt automatisch das Sorgerecht für die Kinder

Falsch. Nach einer Scheidung behalten beide Eltern das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder, es sei denn, einem Elternteil wird vom Gericht das alleinige Sorgerecht zugesprochen.

6. Es ist schwer, den früheren Namen zurückzubekommen

Nach einer Scheidung dürfen die ehemaligen Eheleute jederzeit wieder ihren früheren Namen annehmen. Dafür muss der Betreffende einen Antrag beim Standesamt stellen.

7. Nach der Scheidung gibt es für den Ex-Partner keinen Unterhalt

Das stimmt nicht immer. Jeder muss nach der Scheidung wieder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen. Ausnahmen: Ein Partner hat während langer Ehe keinen Job ausgeübt, kann aufgrund seines hohen Alters keinen Job mehr finden, Krankheit, Behinderung, Arbeitslosigkeit des Partners.

8. Unterhalt für den Ex-Partner gibt es nur, bis das Kind drei ist

Sorgt ein Elternteil zu Hause für das gemeinsame kleine Kind, bekommt er vom anderen für die ersten drei Lebensjahre den sogenannten Betreuungsunterhalt. Aber auch danach kann noch Anspruch auf Unterhalt bestehen. Das Familiengericht entscheidet im Einzelfall.

9. Wer arbeitslos ist, muss keinen Kindesunterhalt mehr zahlen

Das stimmt nicht. Die Pflicht, Unterhalt zu zahlen, bleibt auch bei Verlust des Jobs bestehen. Allerdings muss dem Unterhaltspflichtigen genug Geld zum Leben bleiben. Wenn das nicht reicht, können Alleinerziehende beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen.

10. Beim Wechselmodell gibt es keinen Kindesunterhalt

Das ist falsch. Auch beim Wechselmodell kann es sein, dass der eine dem anderen Partner Kindesunterhalt zahlen muss, was z.B. vom Einkommen der Eltern abhängt.

Weitere Informationen

Weitere, ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Heft "Finanztest 3/2019" (Artikel 10 Irrtümer zur Trennung, S. 24 ff.)

Finanztest Bestellservice: 01805 – 00 24 67 (14 Cent pro Minute)

oder

Leserservice: 09001 – 58 37 82 (62 Cent pro Minute)

Stand: 04.03.2019 07:56 Uhr

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