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Service: Trinkgeld-Regeln im Urlaub

mit Linda Kaiser, Deutsche-Knigge-Gesellschaft

PlayLinda Kaiser, Deutsche-Knigge-Gesellschaft
Service: Trinkgeld-Regeln im Urlaub | Video verfügbar bis 23.07.2020 | Bild: WDR

Dass Trinkgeld in ostasiatischen Ländern wie Japan oder China unüblich ist und für Verwirrung und Unverständnis sorgen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch auch in Europa sind die Trinkgeldsitten längst noch nicht einheitlich. Als Faustregel gilt: Je weiter nördlich in Europa, desto geringer, je weiter südlich, desto stärker ist die Trinkgeldkultur ausgeprägt.

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Spanien 


In Spanien ist es üblich, sich das Wechselgeld erst einmal herausgeben und das Trinkgeld anschließend auf dem Tisch liegen zu lassen. 5 bis 10 Prozent sind in Touristenregionen angemessen. Obligatorisch ist diese Gepflogenheit allerdings nicht. Viele Einheimische lassen nur das Wechselgeld auf dem Tisch zurück. Als Fauxpas gilt es allerdings, Kleinstbeträge wie 2- oder 5-Cent- Stücke als Trinkgeld zu geben. Nach der Taxifahrt auf die nächsten 50 Cent oder den nächsten vollen Euro aufrunden. Das Zimmermädchen freut sich – je nach Hotelkategorie – über ein Trinkgeld von einem Euro pro Tag.

Italien

Noch vor einigen Jahren war in Reiseführern zu lesen, dass in Cafés und Restaurants ein Trinkgeld von circa 10 Prozent erwartet wird. Das ist mittlerweile kaum noch üblich. Bestand hat stattdessen weiterhin das „Coperto“, das in den meisten Restaurants als eine Art Grundgebühr für das Gedeck automatisch berechnet wird. Wer will, kann in Restaurants und Cafés unauffällig ein paar Münzen auf dem Tisch liegen lassen. In Bars gibt es für freiwilliges Trinkgeld kleine Sparschweine oder Extra-Tellerchen. Bei Taxifahrten auf den nächsten vollen Euro aufrunden. Das Zimmermädchen erwartet etwa fünf Euro pro Woche.

Türkei


In der Türkei hat man wenig Verständnis dafür, dass Touristen die Essensrechnung getrennt begleichen wollen. Es gehört sich, dass nur einer zahlt oder dass Sie den Betrag vorher einsammeln und dem Kellner die Gesamtsumme übergeben. Trinkgeld heißt in der Türkei „Bakschisch“ und wird gern genommen. In der Gastronomie sind etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrags üblich, die Sie auf dem Tisch liegen lassen. Nichts zu geben, gilt als unhöflich. Im Taxi runden Sie auf eine glatte Summe auf, doch mehr als 10 Prozent sollten es nicht sein. Zimmermädchen freuen sich über 50 Cent bis zu einem Euro pro Tag.

Österreich


Auch unsere österreichischen Nachbarn freuen sich über Trinkgeld, das sie übrigens „Schmattes“ nennen. Im Restaurant und bei der Taxifahrt werden 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags erwartet. Zimmermädchen freuen sich über 1 bis 2 € pro Tag.

Frankreich

Wie in Spanien lassen Sie das Trinkgeld auf dem Tisch liegen. „Le pourboire“, wie die Franzosen das Trinkgeld nennen, sollte 5 bis 10 Prozent betragen. Der Taxifahrer rechnet in Frankreich mit bis zu 10 Prozent des Fahrpreises. Trinkgeld für das Zimmermädchen ist nicht obligatorisch. Wer will, hinterlässt einen kleinen Obolus auf dem Nachttisch.

Kroatien

Bei gutem Service machen Sie im Restaurant alles richtig, wenn Sie 10 Prozent Trinkgeld geben. Planen Sie für das Zimmermädchen etwa 5 € pro Woche ein. Die Taxifahrer in Kroatien erwarten in der Regel kein Trinkgeld, wissen es aber zu schätzen, wenn Sie den Rechnungsbetrag aufrunden.

Griechenland


Im Kaffeehaus wird Trinkgeld nicht zwingend erwartet. Wenn Sie möchten, lassen Sie kleine Wechselbeträge auf dem Tisch zurück. Anders verhält es sich in Tavernen: Kein Trinkgeld zu geben, wäre sehr unhöflich! Der gesetzliche Mindestlohn in Griechenland beträgt etwa 25 € pro Tag. Das bescheidene Einkommen der Servicekräfte sollten Sie aufstocken, aber nicht übertrumpfen. 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags sind angemessen. In einigen Ratgebern und Reiseführern wird ein Trinkgeld von bis zu 20 Prozent empfohlen - doch das ist sehr üppig. Im Taxi runden Sie auf. Dem Zimmermädchen übergeben Sie am Abreisetag am besten persönlich einen kleinen Obolus.

Polen


Taxifahrer und Restaurantkräfte freuen sich auch in Polen über ein Trinkgeld. Geben Sie pauschal 10 Prozent des Rechnungsbetrags dazu. Drücken Sie dem Zimmermädchen zwischendurch einen kleinen Obolus als Dankeschön in die Hand.

Niederlande


In Restaurants, Taxis und Hotels wird kein Trinkgeld erwartet. Wenn Sie jedoch - zum Beispiel nach einem längeren Hotelaufenthalt - besonders zufrieden waren, dürfen Sie einen kleinen Obolus geben. Auch im Restaurant ist ein Trinkgeld kein Fauxpas.

Dänemark

In Dänemark gibt es genau wie in den skandinavischen Ländern keine ausgeprägte Trinkgeldkultur. Ein Trinkgeld wird in der Regel nicht erwartet.

Außerhalb der Euro-Zone

Trinkgeld in Euro oder US-Dollar wird gern genommen, allerdings sollte es möglichst ein Schein sein. Bedenken Sie: Die Bediensteten können Münzen nicht umtauschen. Deswegen empfiehlt es sich, Ein-Dollar-Noten im Handgepäck zu haben, mit denen Sie das Trinkgeld flexibel "dosieren" können.

USA und Kanada

In den USA und in Kanada sind 15 bis 20 Prozent sind ein Muss. Die Löhne sind dort so gering dass die Servicekräfte darauf angewiesen sind. Manchmal kommt der „Tip“ auch direkt mit auf die Rechnung - zum Beispiel beim Pizzaservice. Im Hotel sind ein bis zwei Dollar pro Gepäckstück für den Kofferträger üblich. Zimmermädchen bekommen ein bis zwei Dollar pro Nacht.

Weitere Informationen

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Stand: 24.07.2019 00:13 Uhr

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