SENDETERMIN Do, 15.11.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Umgangsrecht

mit Sabine Kleidon, Fachanwältin für Familienrecht

PlaySabine Kleidon
Service: Umgangsrecht | Video verfügbar bis 15.11.2019 | Bild: WDR

Eine Trennung hat nicht nur Folgen für die Expartner, sondern auch für die Kinder. Für die Entwicklung von Kindern ist es grundsätzlich sehr wichtig, zu beiden Elternteilen regelmäßigen Kontakt zu haben. Das Gesetz sagt daher: "Das Kind hat das Recht zum Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt" (§ 1684 Abs. 1 BGB). Dabei wird kein Unterschied gemacht zwischen getrennt lebend Verheirateten, Geschiedenen und Eltern, die nie miteinander verheiratet waren. Auch Geschwister, Großeltern, Stiefelternteile oder Pflegeeltern, mit denen das Kind zusammengewohnt hat, haben ein Recht auf Umgang, vorausgesetzt, der Kontakt dient dem Wohle des Kindes. Das Umgangsrecht besteht unabhängig vom Sorgerecht und umgekehrt. Jeder Elternteil, ob er nun sorgeberechtigt ist oder nicht, hat ein Umgangsrecht mit seinem Kind. Umgekehrt hat das Kind ein Umgangsrecht mit jedem Elternteil, unabhängig davon, ob der Elternteil sorgeberechtigt ist oder nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sorgerecht und Umgangsrecht haben unterschiedliche Ziele.
  • Maßstab ist stets das Kindeswohl.
  • Elternteile haben Umgangsrechte, aber auch eine Umgangspflicht.
  • Auch das Kind hat ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil.
  • Das Kind hat ein Umgangsrecht mit ihm vertrauten Personen (Geschwister, Großeltern, Stiefelternteile, Pflegeeltern etc.).
  • Auch der leibliche, biologische Vater hat ein Umgangsrecht.
  • Das Umgangsrecht ist gesetzlich nicht ausgestaltet. Die Ausgestaltung obliegt der Vereinbarung der Eltern.
  • Umgangsrechte sind nur bedingt zwangsweise vollstreckbar.
  • Mediation ist gegenüber der gerichtlichen Auseinandersetzung stets die bessere Alternative.

Wichtig: Innerhalb der EU gibt es kein einheitliches Umgangsrecht. Deshalb sollten Eltern, die in unterschiedlichen EU-Ländern leben, während der Partnerschaft Regelungen zum Umgang mit den Kindern treffen.

Wie gestaltet sich das Umgangsrecht?

Umgangsrecht ist das Recht, gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen: regelmäßige, zeitlich begrenzte Kontakte, Besuche, gemeinsame Wochenenden, Reisen oder sonstige Unternehmungen von Kind und Elternteil. Aber nicht nur die persönliche Begegnung, auch postalische oder telefonische Kontakte sind Teil des Umgangsrechts.

Das Gesetz gibt jedoch keine Regelung vor, wie und wie oft das Umgangsrecht ausgeübt werden darf. Sind sich die Eltern einig, ist alles möglich. Streiten sich die Elternteile, stellen viele Gerichte ihre Entscheidungen vornehmlich auf das Alter des Kindes ab:

  • Das Umgangsrecht für kleine Kinder beschränkt sich auf den stundenweisen Kontakt einmal in der Woche. Sie sollen möglichst der engsten Bezugsperson (meist die Mutter) verbunden bleiben.
  • Für Kinder ab ca. 3 Jahren werden regelmäßige Übernachtungen gewährt.
  • Schulkinder dürfen regelmäßig übernachten und dafür auch Ferientage nutzen.

(Quelle: www.scheidung.de)

WEITERE INFORMATIONEN

www.scheidung.de/umgangsrecht.html

www.vaeter.nrw/umgangsrecht

Stand: 15.11.2018 07:37 Uhr

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