SENDETERMIN Do, 31.10.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Vorsicht Einbrecher!

mit Markus Schettke, Polizei Dortmund

PlayMarkus Schettke, Polizei Dortmund, Ingo Lamberty
Service: Vorsicht Einbrecher! | Video verfügbar bis 31.10.2020 | Bild: WDR

Die meisten Wohnungseinbrüche werden während des Tages begangen. Untersuchungen der Polizei belegen: Mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitern, weil Wohnungen oder Häuser gut gesichert sind. Schließlich sind meistens nicht Profis mit schwerem Gerät am Werk. Vielmehr handelt es sich oftmals um Gelegenheitstäter, die mit Schraubendrehern schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen. Um diesen Täter von vornherein erfolgreich ins Handwerk zu pfuschen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Es müssen nicht immer gleich neue Fenster und Türen eingesetzt werden. Oft können diese wirkungsvoll nachgerüstet werden. Und: Sicherheit gibt es durchaus auch zum Nulltarif. Denn es kostet keinen Cent, Wertsachen nicht im Haus zu lagern, sich Besucher vor dem Öffnen der Tür genau anzuschauen oder verdächtige Beobachtungen sofort über die 110 der Polizei zu melden.

So schützen Sie sich gegen einen Einbruch

Sichern Sie Haus- und Wohnungstüren, auch Nebeneingänge, Balkon- und Terrassentüren sowie die Fenster mit mechanischen Sicherungen. Gut gesicherte Fenster und Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm. Davor schrecken die Täter zurück. Ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür schützt Sie vor ungebetenen Gästen. Einfache Kunststoffrollläden bieten keinen besonderen Einbruchschutz. Dennoch sollten sie zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden. Kellerlichtschächte und Kellerfenster sollten mit massiven, gut verankerten Gittern gesichert werden.

Tipp: Achten Sie auf gute Nachbarschaft! Ein aufmerksamer Nachbar, der bewusst auf verdächtige Situationen "nebenan" achtet, ist besser als jede Alarmanlage! Alarmieren Sie in Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110.

So schützen Sie Ihre Türen gegen Einbruch

Bauen Sie in die Tür ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder ein und schützen Sie beide durch einen Schutzbeschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung. Im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche können das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren. Zusätzlich sollten Sie ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel einbauen. Dadurch wird auch das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert. Sie können Ihre Tür aber auch durch ein Querriegelschloss nachrüsten und gut sichern. Auch ein Weitwinkelspion in der Tür ist sinnvoll, damit Sie sehen, wer geklingelt hat. Öffnen Sie nur bei vorgelegtem Sperrbügel.

Wichtig: Vermeiden Sie es, Ihre Schlüssel draußen zu verstecken, denn Einbrecher kennen jedes Versteck. Wechseln Sie bei Schlüsselverlust immer den Schließzylinder aus.

So sichern Sie Ihre Fenster, Terrassen- und Balkontüren gegen Einbruch

Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch dann, wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurz verlassen. Gekippte Fenster sind offene Fenster. Lassen Sie bei Neu- und Umbauten geprüfte einbruchhemmende Fenster und Türen einbauen. Sie müssen dann nicht nachrüsten. Sichern Sie Fenster und Fenstertüren mit absperrbaren Zusatzsicherungen (Aufbruchsperren).

Vorsicht! Absperrbare Fenstergriffe allein genügen nicht; denn Fenster werden häufig aufgehebelt. Dazu reicht schon ein Schraubendreher!

Vernachlässigen Sie Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken nicht, denn Einbrecher sind manchmal wahre Kletterkünstler. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste usw. können als Kletterhilfen dienen. Terrassen- und Balkontüren können Sie auch mit Rollgitter oder Gittertüren sichern. Sie können die Türen dann zum Lüften offen oder gekippt lassen. Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden. Wichtig ist die Sicherung der Fenster selbst, denn häufig wird gerade tagsüber eingebrochen.

So schützen Sie Ihre Wertsachen vor Diebstahl

Lassen Sie Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen. Besonders wichtige Dokumente, wertvolle Sammlungen, Gold oder Schmuck, der nur selten gebraucht wird, sind am sichersten bei Ihrem Geldinstitut im Schließfach aufgehoben. Sparbücher, Scheckformulare, Schmuck und Bargeld, die Sie im Haus behalten möchten, sind am besten in einem Wertbehältnis untergebracht. Kaufen Sie nicht den nächstbesten Safe. Auskünfte über geeignete Wertbehältnisse erteilt Ihnen Ihre (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle. Markieren Sie Ihre Wertgegenstände und notieren Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste. Fotografieren Sie schwer zu beschreibende Gegenstände.

Alarmanlagen, Überwachungskameras und Bewegungsmelder

Fast die Hälfte aller Täter lässt sich durch eine Alarmanlagevom Einbruch abhalten, der anderen Hälfte ist das egal. Denn sie wissen genau, dass sie für ihren Einbruch weniger Zeit benötigen als es dauert, bis jemand auf den Alarm reagiert. Einbruchmeldeanlagen gibt es in verschiedenen Klassen - eingeteilt in unterschiedliche Grade. Diese Einteilung richtet sich nach der Höhe des Einbruchrisikos. Für „normale“ Häuser und Wohnungen empfiehlt die Polizei Einbruchmeldeanlagen mit Grad 2 (= Klasse A). Diese Einbruchmeldeanlagen sind auf den Schutz von Personen und kleineren Wohnobjekten ausgerichtet. Einbruchmeldeanlagen mit Grad 1 liegen unterhalb der polizeilichen Anforderungen - sie werden nicht von der Polizei empfohlen.

Weitere Informationen

Die (kriminal-)polizeilichen Beratungsstellen beraten Sie neutral, fachkompetent und individuell zu allen Fragen rund um den Einbruchschutz für Ihr Zuhause. Mit der Beratungsstellensuche finden Sie die polizeiliche Beratungsstelle in Ihrer Nähe

https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/

Präventionstipps für Sicherheit und Geborgenheit in den eigenen vier Wänden.

http://www.k-einbruch.de/

Was tun nach einem Einbruch

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sicherheitscheck/was-tun-nach-einem-einbruch,sicherheitstipp106.html

Tipps: Wie sichere ich meine Wohnung gegen Einbrüche

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/verbrechen/die_deutsche_polizei/deutsche-polizei-einbruchssichere-wohnung-100.html

Stand: 31.10.2019 08:51 Uhr

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