SENDETERMIN Do., 06.02.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Winterpflege für Zimmerpflanzen

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

PlayJulia Schöning, Dorothée Waechter
Service: Winterpflege für Zimmerpflanzen | Video verfügbar bis 06.02.2021 | Bild: WDR

Zimmerpflanzen liegen wieder voll im Trend. Nachdem Gummibaum und Drachenpalme jahrelang eher als verstaubt und unmodisch galten, kommen sie jetzt wieder ganz groß raus. Das Grün macht Hoffnung und belebt jede Wohnung. Außerdem verbessern Zimmerpflanzen die Luft. Damit das alles gelingt, müssen sie gesund und vital sein. Die Winterwochen mit wenig Licht, trockener Heizungsluft und Zug von den Fenstern sind da eine große Herausforderung für die Pflanzen. Mit ein paar gekonnten Handgriffen bleiben sie jedoch fit und langlebige Begleiter der Einrichtung.

Pflegefalle Winterwochen

Ob eine Pflanze in gutem oder schlechtem Zustand ist, erkennt selbst der Laie mit bloßem Auge: Ist sie blassgrün, nur schlecht belaubt, hängen die Blätter schlaff nach unten und haben braune Spitzen, sind die Zeichen klar, dass es dieser Pflanze nicht gut geht. Häufig lässt sich dann auch an den Wurzeln erkennen, dass sie in einem schlechten Zustand ist. Braun gefärbt und faulig riechend – das sind untrügerische Zeichen für Pflegefehler. Zuviel Wasser ist übrigens mindestens genauso schädlich wie zu wenig.

Gesundheit erkennen und fördern

Abhilfe lässt sich schnell mit gezielten Handgriffen und Fingerspitzengefühl schaffen. Als Erstes wird sicherheitshalber ein Klebepunkt am Topf angebracht. Dieser zeigt die Ausrichtung der Pflanze zum Licht an. Gerade bei Blühpflanzen fallen sonst schon mal schnell die Knospen ab. Frische Luft ist immer wichtig, aber Zimmerpflanzen in den Wintermonaten niemals an ein offenes Fenster oder in die Zugluft stellen. Dünger wird erst einmal weggelassen.

Wichtig ist, die Blätter mit einem Lappen abzuwischen oder die Pflanze abzuduschen. Anschließend den Übertopf bzw. Untersetzer einmal durchspülen und die Wurzeln kontrollieren.
Sehr feuchte Erde abtrocknen lassen, trockener Erde langsam etwas Wasser zuführen. Trockene Triebe und Blätter abzupfen und auch von der Erde nehmen. Schimmelige Erde abkratzen und den Rest etwas lockern. Mit einem Sprüher regelmäßig für Luftfeuchtigkeit sorgen.

Ein Blick ins Winterquartier

Auch die Pflanzen im Winterquartier sollten ab und zu kontrolliert werden. Wichtig ist, die Feuchtigkeit der Erde zu prüfen. Alte Blätter müssen abgezupft werden. Mit der Lupe lassen sich die Blätter auf Schild- oder Wollläuse untersuchen. Bei Befall ist es ideal, die Schädlinge abzuwischen.

Mineralölhaltige Produkte können gespritzt werden, um die Insekten zu vernichten. Wer das nicht will, der wartet einige Wochen, bis es wärmer ist und stellt die Pflanzen dann ins Freie. Vögel werden sich über die zusätzliche Nahrung sehr freuen und die Schädlinge beseitigen.

Wer die Pflanzen im Keller stehen hat, der kann sie jetzt schon mal ans Licht holen. Frostfrei sollte der Standort immer noch sein, aber ein sonniges Fenster garantiert Geranien und Zitruspflanzen einen guten Start.

Den Frühling locken

Im kühlen Wohnraum kommen Azaleen jetzt groß raus und verkünden einen Hauch von Frühling. Sie brauchen kontinuierlich Feuchtigkeit, vertragen aber keine Staunässe. Das gilt auch für Primeln, die jetzt die Wohnung mit der farbenfrohen Frühlingsvielfalt schmücken. Etwas einfacher sind Hornveilchen und Narzissen, allerdings bevorzugen alle diese Frühlingsblüher kühle Temperaturen. Es macht Sinn, die Pflanzen über Nacht ins Freie zu stellen.

Stand: 14.02.2020 15:23 Uhr