SENDETERMIN Fr., 21.08.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Zuckerfreies für Kinder

mit Yvonne Willicks, Hauswirtschaftsmeisterin

PlayService: Weniger Zucker für Kinder
Service: Weniger Zucker für Kinder | Video verfügbar bis 21.08.2021 | Bild: WDR

Fruchtjoghurt, Müsliriegel oder Ketchup: größere Mengen Zucker stecken nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Lebensmitteln, die das auf den ersten Blick nicht vermuten lassen. Viele Nahrungsmittel sind gezuckert. Das führt schnell zu Überzuckerung - vor allem bei Kindern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt höchstens sechs Teelöffel Zucker pro Tag für Kinder, besser weniger. Hoher Zuckerkonsum wird mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht: zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. Jedes sechste Kind in Deutschland gilt nach einer Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts als übergewichtig.

Versteckter Zucker

Wie viel Zucker tatsächlich in einem Produkt steckt, ist häufig nur schwer zu erkennen. Denn in der Nährwerttabelle muss nur herkömmlicher Haushalts-Zucker ausgewiesen werden, andere Süßungsmittel nicht. Diese werden meist unter versteckten Namen angegeben. Beispielsweise: Dextrose, Glukose-Sirup, Traubensüße oder Gerstenmalzextrakt.

Insgesamt gibt es über 70 verschiedene Namen und Stoffe, hinter denen sich Zucker verstecken kann. Dabei enthalten Lebensmittel für Kinder oft mehr Zucker als vergleichbare Produkte für Erwachsene. Zucker findet sich sogar in Produkten, in denen man ihn nicht vermutet – zum Beispiel in Wurstwaren oder Fertigsalaten.

Zuckerersatz

Agavendicksaft, Rohrohzucker, Kokosblütenzucker, Honig und Ahornsirup - auch diese Ersatzprodukte werden im Körper genau wie Haushaltszucker verstoffwechselt. Daher gilt auch hier Vorsicht mit der Menge. Auch Zuckeraustauschstoffe wie Xylit (Birkenzucker), Erythrit oder Stevia sind problematisch, da sich Kinder dadurch an süßen Geschmack gewöhnen.

Die für Lebensmittel erlaubten Höchstmengen dieser Austauschstoffe orientieren sich bisher an Erwachsenen. Für Kinder gibt es noch keine Abschätzungen. Bekannt ist allerdings: ein halber Teelöffel Xylit am Tag kann das Kariesrisiko verringern, belegen Studien.

Ganz ohne Zucker?

Kinder mögen es gerne süß. Die Werbung suggeriert sogar: Kinder brauchen Süßes! Fakt ist: Der menschliche Körper braucht Kohlenhydrate. Viele Lebensmittel enthalten sie von Natur aus.

Kinder allerdings benötigen keinen zusätzlichen Zucker! Leben Sie Ihrem Kind eine ausgewogene, gesunde Ernährung vor. Ein Stück Kuchen oder mal ein Keks schaden nicht gleich, sollten aber die Ausnahme sein. Wichtig ist es, bei den täglichen Mahlzeiten auf Zucker zu verzichten. Kochen Sie selber, denn Fertiggerichte enthalten oft viel Zucker. Nehmen Sie Frischkäse statt Wurst und machen Sie Marmelade selbst und reduzieren sie den Gelierzucker oder tauschen sie ihn aus.

Tipps: Porridge statt Cornflakes, Tee/Wasser statt Saft, Vanille/Zimt statt Zucker, Apfelmark statt Apfelmus. Auf natürliche Süße setzen, z.B. mit Bananen, Fruchtmark, Süßkartoffeln, Möhren, Erbsen, Kokosmilch.

Weitere Informationen

• WDR Quarks: Wie schädlich ist Zucker? (12.06.2019)
https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/wie-schaedlich-ist-zucker/

DasErste Ratgeber Service: Vorsicht Verbraucherfalle! So wird Zucker "versteckt"
https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/vorsicht-verbraucherfalle/versteckter-zucker-ausfuehrlich-100.html

• NDR Ratgeber: Zucker: Kinder als Zielgruppe der Lebensmittelindustrie (03.04.2020) https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Zucker-Kinder-als-Zielgruppe-der-Lebensmittelindustrie,zucker672.html

Stand: 21.08.2020 07:02 Uhr