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Video: Lötzsch sieht schwindenden Einfluss der Linken im Osten

28.05.19 | 04:05 Min. | Verfügbar bis 28.05.2020

Gesine Lötzsch (Linke) sieht mit Sorge auf den schwindenden Einfluss ihrer Partei in den neuen Bundesländern, was zuletzt bei den Wahlen am Wochenende deutlich wurde. "Es ist für uns natürlich ein sehr bitteres Ergebnis. Wir müssen die Niederlage wirklich ernst nehmen. Wenn ich zurückschaue in die 90er Jahre, da war die Linke eine echte Kümmerer-Partei. Wir waren überall vor Ort, haben Arbeitslosen-Beratung gemacht, bei Wohnungsproblemen geholfen Das hat eine Generation getragen, die damals frühzeitig in den Ruhestand gehen musste, teilweise raus gedrängt wurde." Diesen Anspruch, sich zu kümmern, habe die Linke in den letzten Jahren nicht mehr erfüllen können, sagte Löztsch. Gleichzeitig habe die Linke die AfD falsch eingeschätzt, weil sie von einer nur kurzfristigen Episode ausgegangen sei. "Da sind wir nun endgültig eines Besseren belehrt worden", sagte Lötzsch. Die AfD habe es sehr gut geschafft, sich als Ost-Partei darzustellen. Die Aufgabe der Linken sei es nun, die Erfahrungen der Menschen in den "abgehängten Gebieten" im Osten viel ernster zu nehmen. Über den Mauerfall vor 30 Jahren werde viel gejubelt. Dabei werde aber vergessen, dass viele auch ihre Arbeit verloren und ihr Leben hätten verändern müssen. Lötzsch forderte, dass mehr als bislang Führungspositionen in den neuen Ländern tatsächlich auch von Menschen aus dem Osten besetzt werden müssten. "Wir haben ja die Situation bei Führungspositionen in der Justiz, in den Medien, in der Kultur: Die kommen alle aus dem Westen. Das hat sich ja verfestigt, darüber haben wir Studien" beklagte die Politikerin. An ihre Partei appellierte sie, stärker als bisher die Probleme im Osten ernst zu nehmen.