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Weltspiegel-Reportage: Party auf dem Pulverfass – Leben im Libanon

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Weltspiegel-Reportage: Party auf dem Pulverfass | Bild: SWR

Wenn in Europa ein Bombenanschlag passiert, dann ist das öffentliche Leben wochenlang gelähmt, sagt der Beiruter Modeschöpfer Abed Mahfouz. Wenn im Libanon eine Bombe explodiert, dann schauen wir, wie man den Anschlagsort am besten umfahren kann und sind eine halbe Stunde später in der Discothek. Die lebenslustigen Libanesen müssen seit Jahrzehnten mit Krieg und Krisen klar kommen – man hat sich daran gewöhnt.

Luxus trifft auf Armut

Party auf dem Pulverfass
Eine beschädigte christliche Kirche in Beirut auf der einstigen Bürgerkriegs-Frontlinie  | Bild: SWR/Annette Schwenck

Der Libanon ist ein Land der Gegensätze. Luxus und extreme Armut, Lebenslust und Flüchtlingselend, Hass und Versöhnung und alles zugleich. Die "Weltspiegel"-Reportage zeigt die unterschiedlichen Facetten des kleinen Landes am Mittelmeer, das hin- und hergerissen zwischen Europa und dem Orient seinen eigenen Weg in einer schwierigen Region sucht.

Touristen bleiben weg

Seit in Syrien der Bürgerkrieg tobt, hat mehr als eine Million syrischer Flüchtlinge im Libanon Schutz gesucht. Touristen meiden das Land mittlerweile, die Wirtschaft leidet. Das Weingut Ksara etwa exportierte früher hauptsächlich nach Syrien – heute ist der Nachbar als Kunde weitgehend ausgefallen. Dafür arbeiten immer mehr syrische Flüchtlingskinder im Libanon, damit deren Familien im Exil überleben können.

Durch den Krieg in Syrien haben die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Libanon zugenommen, aber es gibt auch Hoffnung. Ein Theaterprojekt in Tripoli bringt ehemalige Todfeinde zusammen.

Party auf dem Pulverfass
"Krieg und Frieden" heißt das Projekt des Graffiti-Künstlers Jad El-Khoury aus Beirut.  | Bild: SWR/Annette Schwenck

Frieden und Stabilität – wie lange noch?

Noch ist der Libanon einigermaßen friedlich und einigermaßen stabil. Das liegt womöglich auch daran, dass der eigene Bürgerkrieg von 1975 - 1990 noch nicht vergessen ist. Der Graffiti-Künstler Jad El Khoury bemalt Fassaden mit alten Einschusslöchern aus den Kriegsjahren, um die Erinnerung daran wachzuhalten, dass auch im Libanon aus Spannungen ein blutiger Krieg werden kann.

Neu: Die Weltspiegel-Reportage

Die "Weltspiegel"-Familie wächst: Außer dem Fernsehklassiker seit mehr als 52 Jahren, dem sonntäglichen "Weltspiegel", gibt es seit wenigen Jahren zu aktuellen Ereignissen Hintergründe im "Weltspiegel" extra – und nun ab 2016 samstags am Nachmittag (16:30 Uhr) die "Weltspiegel-Reportage" – 30 Minuten lang, stets gestaltet von den Auslandskorrespondenten der ARD.

Stand: 12.07.2019 10:01 Uhr

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