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Weltspiegel-Reportage: Angst vor der Trump-Mauer

Mexikaner sitzen fest

PlayDie USA – so nah und doch für viele unerreichbar.
Weltspiegel-Reportage: Angst vor der Trump-Mauer | Bild: SWR

"Wir müssen schnell machen, bevor Trump sein Amt antritt“, erzählt uns Macario López. Er ist 16 Jahre alt, hat sich aus dem Süden von Mexiko bis nach Tijuana durchgekämpft und wartet nun auf den richtigen Moment, um die Grenze in die USA zu überqueren. Seine Eltern wissen nichts davon. Er will sie überraschen, ihnen Geld schicken, wenn er es geschafft hat.

Es ist mehr als Ungewissheit, die in Mexiko zu spüren ist. Seit klar ist, dass Donald Trump der nächste US-amerikanische Präsident wird, geht die Angst um in Mexiko. Auch wenn am Ende keine Mauer aus Stein gebaut wird, die Grenze zwischen Mexiko und den USA wird sicher noch undurchdringlicher.

Eine Abschiebewelle steht bevor

Das Risiko ist groß – auch jetzt schon: Viele schaffen es nicht lebendig über die Grenze. Und wer es schafft, ist längst nicht in Sicherheit: 150.000 Menschen wurden allein im letzten Jahr von der Südgrenze der USA abgeschoben, zurück nach Mexiko. Ein Großteil von ihnen hängt nun in Tijuana fest – auf der Suche nach einem Job oder der nächsten Chance, die Grenze zu überqueren. Die Notunterkünfte platzen bereits jetzt aus allen Nähten.

Mann sitzt in einem Auffanglager
Warten auf den richtigen Moment.  | Bild: SWR

Und ab Januar, so befürchtet man hier, dürfte sich die Lage  verschärfen. Die freiwilligen Helfer stellen sich auf eine Abschiebewelle ein – denn Donald Trump hat angekündigt, unmittelbar nach seinem Amtsantritt bis zu drei Millionen Illegale abzuschieben. Aber nicht nur für die, die illegal in die USA wollen, wird es eng. Auch für die Unternehmen, die in Mexiko produzieren. Trump will die Arbeitsplätze zurück in die USA holen. Noch mehr Arbeitslosigkeit in Mexiko wäre die Folge.

Viele wollen noch schnell rüber

Mann an Grenzzaun zwischen USA und Mexiko
Der Grenzzaun trennt die Flüchtlinge von ihrem Traum. | Bild: SWR

Kurz vor der Vereidigung von Donald Trump hat Joana Jäschke mit Menschen auf beiden Seiten der Grenze gesprochen. Menschen, die noch schnell rüber wollen, wie Macario oder Menschen, die schon im "gelobten" Teil Amerikas sind, wie Erika Burboa. Seit sechs Jahren lebt sie am Stadtrand von San Diego. Gültige Papiere hat sie nicht. Dafür aber mehr Sicherheit und eine bessere Ausbildung für ihre drei Kinder, sagt sie. Doch der Preis, den sie dafür zahlt, ist hoch: Ihre Eltern hat sie in Tijuana zurücklassen müssen. Sie bekommen kein Visum.

Eine Reportage entlang des Grenzzaunes, die die Stimmung auf beiden Seiten der Grenze einfängt, wenige Tage bevor der neue US-Präsident sein Amt antritt.

Ein Film von Joana Jäschke

Stand: 14.07.2019 01:32 Uhr

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