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Palau: Meeresschutzgebiet für Riesenfische

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Palau: Schutz für Riesenfische | Bild: BR

Die Rock Islands – wie Pilze ragen sie aus dem Ozean. Über Jahrtausende geformt und aus dem Meer in den Himmel gewachsen.

Das Wasser türkis glitzernd – und mitten drin, fast schwebend, eigentümliche Tiere: riesige Mantas.

Palau. Sieht so das Paradies aus?

Eine Gruppe von Tauchern ist unterwegs im seichten Wasser der Lagunen. Sie wollen die Mantas erforschen. Die Tiere gelten den Palauern als heilig.

Edwin Maidesil
Edwin Maidesil | Bild: Bild: BR

Edwin Maidesil, Manta-Taucher:

»Für uns Palauer ist ein Manta wie ein Gott. Was auch immer den Mantas passiert, passiert auch dem Menschen. Wenn du mit deinem Boot einen Manta überfährst, wirst du von einem Auto überfahren. Wenn du einen Manta mit der Harpune schießt, wirst auch du von einer Harpune getroffen. Was immer den Mantas passiert, passiert auch dir.«

Die Taucher planen so etwas wie eine Volkszählung im Meer, mit Hilfe von Kameras. Wie viele Mantas gibt es auf Palau, wo wandern sie lang, wo kriegen sie ihre Kinder? Mantas sind geheimnisvolle Tiere und noch kaum erforscht.

So sehen Mantas aus, wenn sie gleich neben einem schwimmen! Jedes Tier ist bedeckt mit einem eigentümlichen Muster aus Strichen und Punkten – einzigartig wie ein Fingerabdruck.

Mit den Fotos wollen die Manta-Forscher mehr über die Tiere herausfinden, auch um sie besser zu schützen.

Nur wovor sollten die sanftmütigen Tiere, die keine natürlichen Feinde haben, sich fürchten müssen?

Zwei Mantas aus der Luft gesehen
Zwei Mantas aus der Luft gesehen | Bild: Bild: BR

Ein Ausflug mit dem Hubschrauber: Die Holländerin Mandy Etpison lebt seit über 20 Jahren auf Palau. Mantas zu schützen – das ist ihr Leben. Die Forscherin schlägt Alarm, denn der Mensch droht wieder einmal aus Profitgier eine einzigartige Unterwasserwelt zu zerstören.

Mandy Etpison, Manta-Forscherin:

»Das Problem ist, dass Palau ziemlich nah an Asien liegt. Hier werden Haie gejagt für ihre Flossen. Wenn wir nicht aufpassen, dann blüht den Mantas das gleiche Schicksal. Wir müssen sie schützen, damit sie nicht verloren gehen.«

Momentan lässt sich rund um Palau so ziemlich alles fischen, was im Ozean schwimmt: Thunfisch, Haie und heimlich wohl auch die Mantas. Eine Fanglizenz kostet nur etwa 5000 Euro jährlich, auch für die großen Fischtrawler. Das Paradies wird ausgeplündert. Aber das soll sich ändern. Da unten wohnt der Präsident, im Kapitol mit Meerblick.

Tommy Remengesau
Tommy Remengesau | Bild: Bild: BR

Als erstes Land der Welt will Palau den kommerziellen Fischfang bald komplett verbieten, zum Schutz der einzigartigen Unterwasserwelt.

Tommy Remengesau, Präsident Palau:

»Wir haben das untersuchen lassen. Wir schätzen, dass zum Beispiel ein lebendiger Hai ungefähr 1,9 Millionen US-Dollar einbringt, über die gesamte Lebensspanne gerechnet. Für einen toten Hai kriegen wir dagegen nur ein paar hundert Dollar. Der landet dann in einer Haifischflossensuppe. Ein toter Fisch ist nicht so wertvoll für uns wie ein lebendiger.«

Palau will in Zukunft noch mehr auf Touristen setzen. Nicht auf unkontrollierten Fischfang. Schon jetzt kommen viele Urlauber nach Palau, nur um dieses einzigartige Schauspiel zu erleben:

Die Mantas haben mächtige Schwingen. Wie Vögel fliegen die Mantas durch das Wasser. Ein ganzer Schwarm Mantas! Sanftmütig, ungefährlich – aber auch so bedroht.

Mandy Etpison
Mandy Etpison | Bild: Bild: BR

Mandy Etpison, Manta-Forscherin:

»Die illegalen Fischer sind das Problem. Palau hat nur ein einziges Patrouillenboot. Und die können unmöglich die ganze Küste kontrollieren. Die suchen verzweifelt nach Hilfe. Jedes Mal, wenn sie da raus fahren, entdecken sie mindestens ein illegales Fischerboot.«

Das Ballett der Mantas - ein berauschendes Erlebnis. Das Inselreich Palau ist eines der schönsten Tauchparadiese der Welt. So schön – und doch so schwer, diese Schönheit zu bewahren.

Autor: Philipp Abresch / ARD Tokio

Stand: 16.04.2014 14:28 Uhr

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