SENDETERMIN So, 20.07.14 | 16:30 Uhr | Das Erste

Öko-Camping: Mit mehr Umweltbewusstsein in den Urlaub

Familie beim Camping
Familie beim Camping

Ratgeber Auto-Reise-Verkehr stellt den Campingpark Seehof am Schweriner See in Mecklenburg-Vorpommern vor – aus zwei Gründen: Er ist der erste Campingplatz, der von unabhängigen Experten als klimafreundlicher Betrieb Europas ausgezeichnet wurde. Und die Betreiber gehören dem Verein Ecocamping e.V. an.

Die Auflagen für klimafreundliche Betriebe Europas sind sehr streng, dafür machen die Camper im Campingpark Seehof den wohl nachhaltigsten Urlaub überhaupt. Wie setzt er die strengen Auflagen um?

Während eine Person pro Tag/Nacht auf einem normalen Campingplatz sechs Kilogramm CO2 verursacht, wurde der CO2-Ausstoß im Campingpark Seehof auf nur ein Kilogramm reduziert. Und das wird dann auch noch in CO2-Kompensationsprojekten ausgeglichen. Das bedeutet: Der Urlaub hier ist klimaneutral.

Die Hälfte der Energie wird aus regenerativer Energie gewonnen, die der Campingplatz selbst produziert. So gibt es selbstverständlich Solaranlagen für die Duschen, aber auch einen Holzofen, der mit Holz vom eigenen Platz geheizt wird und 2000 Liter Öl einspart.

Ein Fünftel des Campingparks Seehof ist von Wald bedeckt. Er sorgt dafür, dass das CO2 der Gäste zurück in Sauerstoff verwandelt wird. Er wird von den Gästen regelmäßig nachgepflanzt, damit er auch in Zukunft noch Grün und Brennholz spendet.

Mitglied im Verein Ecocamping e.V.

Bereits 235 Campingplätze in Deutschland gehören dem Verein Ecocamping e.V. an. Doch wie campt man ökologisch? Was bringt das Label?

Die Campingplätze müssen für den Erhalt der Plakette keinen festgelegten Kriterienkatalog erfüllen, wohl aber ein deutliches Engagement zeigen, die eigene Ökobilanz zu verbessern und die Gäste an die Natur heranzuführen. Jeder Platz wird zwei Tage lang auf Herz und Nieren geprüft: Wie sparen die Betreiber Strom und Wasser? Welche Naturerlebnisse entwickeln sie für ihre Gäste? Urlaubsspaß und Ruhe sollten dabei im Vordergrund stehen, und die Preise sollten trotz des ökologischen Engagements nicht steigen. Die Eco-Campingplätze kosten also nicht mehr als vergleichbare „normale“ Plätze.

Was macht den Campingpark Seehof zu einem Eco-Campingplatz?

Die Betreiber legen Wert darauf, dass die Anlage möglichst naturbelassen und der Wald erhalten bleibt. Außerdem soll der Charakter des Campingplatzes bewahrt bleiben. Zu seinen Besonderheiten gehören die kleinen Finnhütten, die noch aus DDR-Zeiten stammen. Die Finnhütten entsprechen zwar nicht den strengen Ökohausmaßstäben der Gegenwart. Doch entspricht es dem ökologischen Gedanken, die Häuser nicht abzureißen und unter Verwendung von viel Energie neue zu bauen, sondern die alten einfach weiter zu nutzen. So wurden keine Ressourcen verschwendet. Je nach Saison und Größe kostet eine Finnhütte 40 oder 50 Euro.

Für die Camper und Radfahrer gibt es ein Kochhaus. Hier kann gemeinsam gekocht, gebacken und gegessen werden – ein Ort gemütlichen Beisammenseins. Das Warmwasser wird durch Solaranlagen beheizt und von Bewegungsmeldern und Durchlaufbegrenzern gestoppt. Jeder bezahlt das Wasser, das er verbraucht. Für fünf Minuten Duschen kauft man eine Duschmarke, sie kostet einen Euro. Nichts für Dauerduscher! Die Umwelt dankt’s.

Die Campingplatz-Betreiber legen Wert auf naturnahe Freizeitaktivitäten. Es gibt einen Streichelzoo, und auf dem angrenzenden Schweriner See können die Gäste ein Kanu ausleihen. Vorwärts geht es mit Muskelkraft statt mit Motorgeknatter!

Im Campingladen gibt es eine gute Auswahl an regionalen Bioprodukten und „normalen“ Esswaren. Gäste, die mit der Bahn anreisen, werden vom Bahnhof abgeholt.

Fazit

Camping – ein ohnehin schon klimafreundlicher Urlaub. Auf den Ökocampingplätzen zeigt sich aber, dass noch mehr möglich ist. Wir meinen: Ausprobieren lohnt sich!

Stand: 20.07.2014 15:49 Uhr