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Mietwagenschäden: das Geschäft mit der Eigenbeteiligung

Schaden an einem Auto
Schaden an einem Auto

Viele Autovermieter werben mit günstigen Mietpreisen für ihre Wagen. Doch wer nicht aufpasst, zahlt am Ende oft deutlich mehr. Es gibt Fälle, bei denen Kunden bei der Rückgabe des Autos sogar kräftig zur Kasse gebeten wurden - zum Beispiel für angebliche Schäden am Auto. So wehren Sie sich gegen unberechtigte Ansprüche:

Tipps für den Vertragsabschluss

Treffen Sie alle Vereinbarungen schriftlich. Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gründlich durch, auch wenn Sie den Vertrag im Internet abschließen. Wer einen Wagen direkt im Urlaubsland mietet, sollte sich die Vertragsbedingungen nicht nur in der Landessprache aushändigen lassen, sondern am besten auch auf Englisch, falls möglich auch auf Deutsch. Wichtig: Wenn Sie eine Kaution zahlen müssen, lassen Sie sich eine Quittung geben!

Tipps für die Übernahme

Bevor Sie mit dem Mietwagen losfahren: Schauen Sie sich das Auto genau an, am besten zusammen mit einem Mitarbeiter der Mietwagenfirma. Fotografieren Sie offensichtliche Schäden, zum Beispiel mit einer Handy-Kamera. Lassen Sie sich die vorhandenen und eventuell neu festgestellten Schäden vom Vermieter schriftlich bestätigen. Prüfen Sie, ob der Mietwagen funktionsfähig und voll ausgestattet ist. Zur Ausstattung gehören unter anderem Ersatzreifen, Werkzeug, Verbandskasten und Warndreieck. Kontrollieren Sie, ob das Auto tatsächlich vollgetankt ist.

Tipps für die Rückgabe

Viele Mietwagenfirmen bieten Kunden die Rückgabe des Wagens nach Geschäftsschluss an. Doch Vorsicht: Immer wieder werden Kunden anschließend zur Kasse gebeten. Deshalb ist es keine gute Idee, bei der Rückgabe das Auto einfach abzustellen und den Schlüssel in den Briefkasten zu werfen. Am besten geben Sie den Wagen nur innerhalb der Öffnungszeiten zurück. Schauen Sie sich das Auto zusammen mit einem Mitarbeiter der Mietwagenfirma an. Dokumentieren Sie neue Schäden in einem Übergabeprotokoll. Wichtig: Lassen Sie sich eine Kopie mitgeben! Vergessen Sie nicht, eine bei Mietbeginn gezahlte Kaution zurückzufordern.

Urteil des Landesgerichts Landshut

Bei Schäden am Mietauto standen die Vermieter bisher auf dem Standpunkt, dass die Mieter nachweisen müssen, dass nicht sie, sondern andere den Schaden verursacht haben. Ein Urteil des Landesgerichts Landshut hat nun klargestellt: „Der Vermieter muss beweisen, dass die Schadensursache aus dem Obhutsbereich des Mieters stammt. … Bei unaufklärbarem Sachverhalt haftet der Mieter nicht.“ Die Beweislast liegt nun beim Vermieter, und die Position des Mieters ist gestärkt. (Landgericht Landshut, Az: 14 S 254/11, Urteil vom 30.03.2011)

Typische Fallen

Achten Sie am besten auf das Kleingedruckte und entscheiden Sie dann, ob Sie mit dem entsprechenden Autovermieter einen Vertrag abschließen möchten oder lieber einen anderen Vermieter wählen:

  • Tank-Klausel: In einigen Verträgen gibt es eine "Full-to-Empty-Klausel". Das bedeutet: Der Kunde übernimmt den Wagen vollgetankt und gibt ihn mit leerem Tank wieder ab. Der Haken: Einige Autovermieter verlangen zusätzlich zum Benzinpreis hohe Servicepauschalen für das Volltanken.

  • Versicherungen: Die Vollkaskoversicherung deckt nur Schäden am eigenen Auto ab. Oft verlangen Anbieter eine hohe Selbstbeteiligung. Wichtig ist zusätzlich eine Haftpflichtversicherung: In Deutschland deckt sie mindestens 7,5 Millionen für Personenschäden und gut eine Million für Sachschäden ab. Außerhalb der EU sind die Summen häufig deutlich niedriger, in den USA zum Beispiel nur 10.000 Dollar.

  • Mallorca-Police: Einige Autovermieter werben mit einer sogenannten Mallorca-Police. Sie soll einen erweiterten Haftpflichtschutz für Mietwagen im Ausland bieten. Allerdings gilt sie nur innerhalb der EU. Beliebte Reiseziele wie die türkische Riviera sind nicht abgedeckt. Oft gilt der Versicherungsschutz nur für sechs Wochen.

  • Ausstattung und Service: Einige Anbieter verlangen zusätzlich Geld für einen Kindersitz, das Zulassen eines zweiten Fahrers oder die Rückgabe des Mietwagens außerhalb der Öffnungszeiten. Oft ist nur eine bestimmte Anzahl Kilometer im Mietpreis enthalten - zusätzliche Kilometer kosten extra. Auch wenn der Wagen nicht am Abholort zurückgegeben wird, fallen oft Gebühren an.

Ein Beitrag von Torben Börgers

Stand: 20.07.2014 15:49 Uhr

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