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Risikofaktor – Radfahren im Alter

Senior bei einem Fahrradkurs
Senior bei einem Fahrradkurs | Bild: SR

Mehr als 12.000 Senioren sind allein im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad verunglückt – 221 von ihnen tödlich. Zwar sind sie nicht immer Schuld an den Unfällen, aber dennoch: Die Altersgruppe ab 65 ist die am meisten gefährdete.

Der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft steigt ständig, die Senioren von heute sind aber meist fitter und erreichen ein höheres Alter. Und so erhöht sich auch die Anzahl der älteren Fahrradfahrer. Für Menschen jenseits der 65, die zunehmend auf das Auto verzichten, ist das Fahrrad in Alltag und Freizeit ein wichtiges Verkehrsmittel und trägt entscheidend zur Erhöhung der Lebensqualität bei. Die Kehrseite lässt sich allerdings auch nicht leugnen. Immer häufiger sind Fahrrad fahrende Senioren in Unfälle verwickelt, und nicht selten enden diese Unfälle tragisch. Mehr als 12.000 Senioren sind allein im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad verunglückt – 221 von ihnen tödlich. An den Unfällen tragen oft andere Verkehrsteilnehmer Schuld – die Statistik lässt allerdings keinen Zweifel: Die Altersgruppe der über 65-Jährigen ist so gefährdet wie keine andere. Das hat auch mit fehlender Fitness zu tun. Schulterblick, Bremsen, Anhalten sind zunehmend eine Herausforderung für Senioren im Sattel.

Die Universitäten Leipzig und Dresden haben sich dieser Problematik aus wissenschaftlicher Sicht angenommen und erarbeiten präventive Maßnahmen. An der technischen Universität Dresden wurde untersucht, welche Situationen für Rad fahrende Rentner besonders gefährlich sind. Dabei wurde klar, dass Schulterblick, Bremsen, und Anhalten tatsächlich für viele Senioren schwierig ist. Die Sportwissenschaftler der Universität Leipzig arbeiten an einem Trainingsplan für ältere Radfahrer. Darin sind Übungen enthalten, die das Unfallrisiko senken. Es geht vor allem darum, Wahrnehmung und koordinative Fähigkeiten zu schulen, die für das Fahrradfahren wichtig sind. Sobald das Programm ausgereift ist, soll es bundesweit Schule machen. Doch bis dahin dauert es noch.

Wer sich beim Fahrrad fahren unsicher fühlt, bekommt schon jetzt Hilfe. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC oder die Deutsche Verkehrswacht bieten spezielle Kurse für Senioren an - wichtig für Menschen, die das Rad erst spät für sich entdeckt haben oder lange nicht gefahren sind. In den Kursen geht es vor allem darum, die nötigen Fähigkeiten in Theorie und Praxis neu zu lernen bzw. aufzufrischen. Die Verkehrswachten haben die Trainingseinheiten zusammen mit Unfallforschern entwickelt. Es geht vor allem um die Kontrolle des Verkehrsgerätes. Das Radfahren haben die Teilnehmer vor langer Zeit gelernt. Doch die Praxis und damit die Routine sind über die Jahre oft auf der Strecke geblieben. Dem wird hier entgegengewirkt.

Auch Elektrofahrräder, die Pedelecs, erfreuen sich bei Senioren großer Beliebtheit. Doch dadurch kommen auch neue Gefahren auf sie zu - durch die erhöhte Geschwindigkeit steigt das Unfallrisiko. Ein Grund mehr, solch einen Kurs zu besuchen.

Informationen über die Kurse erhalten Sie bei:

ADFC Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.
Bundesgeschäftsstelle
Grünenstr. 120
28199 Bremen
Infoline/Telefon: 04 21 / 34 62 90
Fax: 04 21 / 34 62 950
E-Mail: kontakt@adfc.de
www.adfc.de

Deutsche Verkehrswacht e.V.
Budapester Straße 31
10787 Berlin
Fon:  030 / 516 51 05-0
Fax:  030 / 516 51 05-69
kontakt@dvw-ev.de
www.dvw-ev.de

Stand: 23.09.2013 10:13 Uhr

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