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Knöllchen aus Italien – Was tun bei Strafzettelflut trotz Bezahlung?

Italienische Polizisten
Knöllchen aus Italien können teuer werden | Bild: SR

Kein Land braucht wohl so lange wie Italien, um Strafzettel zu verschicken. Ein Jahr kann es dauern, bis das Knöllchen aus dem letzten Urlaub hier ankommt. Nach dem ersten Ärger zahlen viele Betroffene das meist recht hohe Bußgeld schnell.
Doch selbst wer sofort bezahlt, muss mit Mahnungen rechnen. Denn die italienischen Behörden lassen sich Zeit, bis die Zahlung auf den Verkehrssünder gebucht wird. Und inzwischen kann das Mahnverfahren beginnen, mit hohen Zusatzforderungen. Außerdem sind laut ADAC in Italien mehrere Behörden für die Verfolgung von Verkehrssündern zuständig – z.B. die Carabinieri, die Policia stradale oder die Policia municipale. Jede dieser Behörden schickt ihren eigenen Strafzettel, der auch noch unterschiedlich hoch sein kann.
Auch wenn in Italien Bußgeldbescheide lange brauchen und Zahlungen spät gebucht werden, muss man nicht auf seinen Italienurlaub verzichten. Das gilt zumindest, wenn man nachweislich gezahlt hat. Rechtsanwalt Michael Nissen vom ADAC rät, den Überweisungsnachweis oder den Zahlungsbeleg bei der nächsten Italienreise mitzuführen und bei einer eventuellen Kontrolle vorzulegen.

Knöllchen aus dem Ausland - Was tun?

Beim Eintreiben von Bußgeldern helfen sich die EU-Staaten gegenseitig, dafür gibt es klare Regeln. Denn grundsätzlich gilt, dass man dafür geradestehen muss, wenn man Verkehrsregeln im Ausland missachtet.
Der Verkehrssünder bekommt in der Regel aus dem europäischen Ausland eine Zahlungsaufforderung nach Hause geschickt, und diese muss er auch bezahlen. Tut er das nicht, wird er vom deutschen Bundesamt für Justiz zur Kasse gebeten. Im schlimmsten Fall steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür.
Aber nicht immer müssen Autofahrer wirklich zahlen, wenn eine Zahlungsaufforderung aus einem EU-Staat eingeht. Denn es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der Bußgeldbescheid aus dem Ausland muss in deutscher Sprache verfasst sein. Wer Post etwa in Italienisch, Französisch oder Polnisch bekommt, muss nicht zahlen
  • Die deutschen Behörden legen erst ab 70 Euro Bußgeld inklusive Verfahrenskosten los. Ausnahme: Österreich. Hier werden Verkehrssünder schon ab 25 Euro belangt.
  • Die Höhe des Knöllchens hängt vom Bußgeldkatalog im jeweiligen EU-Land ab. So müssen Autofahrer dort für den gleichen Verkehrsverstoß möglicherweise wesentlich mehr zahlen als in Deutschland.

Stand: 17.08.2014 17:28 Uhr

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