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Streit um Transportservice - Was ist Uber?

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Private Taxis per Handy bestellen. | Bild: SR

1. Was ist Uber?

Uber ist ein amerikanisches Start up-Unternehmen, das in rund 42 Ländern über eine Online-Plattform eine Art Fahrdienst / Taxi-App anbietet. 2009 als Limousinenservice gegründet, bietet Uber heute in ca. 70 Städten weltweit hauptsächlich „Taxifahrten“ bzw. deren Vermittlung an. Das Unternehmen erwirtschaftet inzwischen einen dreistelligen Millionenumsatz pro Jahr. Investoren sind bis heute unter anderen Goldman Sachs und Google Ventures.

2. Wie funktioniert Uber?

Hinter Uber verbirgt sich eine App, die Privatleute mit Auto und Zeit mit Fahrgästen  zusammenbringt.
- Wer bei Uber als Fahrer einsteigen möchte, muss sich dort mit seinem Auto, Führerschein und polizeilichem Führungszeugnis bewerben. Wird er als Fahrer akzeptiert, stellt ihm Uber ein Smartphone, mit dem er sich immer dann anmelden kann, wenn er als Fahrer zur Verfügung steht.
- Als Kunde lädt man sich die kostenfreie App auf sein Smartphone. Um eine Fahrt zu bekommen, gibt man seinen Standort ein und bestellt einen Uber Fahrer. Der nächste freie Fahrer kommt dann zum eingegebenen Abholort. Bezahlt wird per Kreditkarte. Das Unternehmen Uber erhält dabei 20 Prozent des Fahrpreises.

3. Warum ist Uber umstritten?

Das Geschäftsmodell von Uber sieht keine Konzessionen oder Lizenzen vor. Taxifahrer bzw. Taxiunternehmen benötigen in Deutschland z.B. einen Personenbeförderungsschein und eine Taxikonzession. Außerdem werden hier an die Fahrzeuge bestimmte Anforderungen gestellt. Bei Uber dürfen die Autos lediglich nicht älter als neun Jahre sein.

Darüber hinaus ist – entgegen der Darstellung von Uber - die Frage offen, ob die Fahrer ihre Privatfahrzeuge gewerblich nutzen und dies ihrer Kfz-Versicherung melden müssen. Dies zöge eine Änderung des Vertrages nach sich. Damit ist auch der Versicherungsschutz für Uber-Fahrer noch nicht in letzter Instanz geklärt. Es kann passieren, dass sie bei einem selbst verschuldeten Unfall auf den Kosten sitzen bleiben.

4. Wie reagierten bisher die deutschen Behörden?

In Deutschland ist Uber bisher in Hamburg, Frankfurt, München und Berlin vertreten. Auch in Köln will das Unternehmen demnächst aktiv werden. Die zuständigen Ämter dieser Städte sehen das Geschäftsgebaren von Uber nicht mit geltendem deutschem Recht vereinbar, damit stehen sie auf der Seite der Taxi-Unternehmen. Hamburg hat in einem Eilverfahren gegen Uber dessen Fahrdienst untersagt und droht den Uber-Fahrern mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Noch steht die endgültige Entscheidung des Verwaltungsgerichts aus, bis dahin wird das Bußgeld nicht vollstreckt. Damit ist die Untersagung gegen Uber jedoch nicht aufgehoben. Die Uber-Fahrer sollten die Berichterstattung also genau verfolgen. Auch die betroffenen anderen Städte werden mit Spannung auf das endgültige Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts warten, um sich ihm evtl. anzuschließen.
Die versicherungsrechtlichen Risiken tragen bis dahin die Uber-Fahrer, und ausbaden müssen es die Taxiunternehmer. Sie müssen so lange mit weiteren Umsatzeinbußen klarkommen.
 
Links:
www.uber.com
www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/4349250/2014-07-28-bwvi-uber/


Stand: 19.08.2014 10:00 Uhr

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Saarländischer Rundfunk
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