SENDETERMIN So, 20.10.13 | 16:30 Uhr | Das Erste

Risikofaktor Dachbox

Dachgepäckbox auf einem Auto
Dachgepäckbox auf einem Auto

Spätestens in den Winterferien montieren viele Autofahrer wieder ihre Dachboxen. Doch seit Jahren warnen Unfallforscher und Techniker vor den Kunststoffkisten. Vor allem günstige Modelle halten bei einem Unfall den Belastungen nicht Stand.

Dachgepäckboxen sind ein beliebtes und probates Mittel, um den Stauraum im Auto zu erweitern. Werden dabei allerdings die Vorschriften von Zuladung und Gesamtgewicht nicht beachtet, wird die Fahrt mit der Dachbox gefährlich. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung e. V. (DIQ) und der Hochschule Trier an Raststätten und auf Autobahnparkplätzen hat gezeigt, dass viele Autofahrer ihre Dachboxen oft falsch und zu schwer beladen. Bei 20 Prozent der Befragten lag das Gewicht zum Teil deutlich über dem zulässigen Maximalgewicht - in Extremfällen sogar bei 100 Kilogramm. Erlaubt sind bei den meisten gängigen Boxen 50 Kilogramm.

Eine schwer beladene Box hat Auswirkungen auf das Fahrverhalten, da sie den Schwerpunkt des Fahrzeugs nach oben verlagert. Das macht sich vor allem in Kurven und bei Ausweichmanövern bemerkbar. Schwere Gegenstände gehören deshalb ins Fahrzeug und nicht in die Dachbox. Jüngste Crashtests der Hochschule Trier haben zudem gezeigt, dass gerade billige Boxen erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h konnten sie die Ladung nicht mehr halten. Gepäckstücke wurden beim Aufprall herausgeschleudert. Auch Teile der Box rissen beim Crash ab.

Tipps zum Kauf einer Dachbox

Stichproben im Autozubehörhandel haben außerdem gezeigt, dass Kunden im Verkaufsgespräch nicht immer auf die Sicherheitsaspekte bei der Fahrt mit einer Dachbox hingewiesen werden. Hier die wichtigsten Regeln:

  • Nicht am falschen Ende sparen! Fachleute raten beim Kauf einer Box zu einer Investition in einer Größenordnung ab 400 Euro.

  • Bei der Ausstattung der Box ist wichtig, dass im Inneren Befestigungen zum Verzurren der Ladung und Anti-Rutschmatten vorhanden sind. Trennwände sind ebenfalls sinnvoll. Außerdem muss der Formschluss gewährleistet sein. Unter Formschluss versteht man das Ineinandergreifen von Bauteilen, die Kräfte und Bewegungen der Ladung minimieren. Verstärkungen an den Krafteinleitungspunkten, also dort, wo die Box mit der Halterung und somit mit dem Fahrzeug verbunden ist, sollten ebenfalls vorhanden sein.

  • Niemals Überladen! Dachboxen verfügen über ein erhebliches Volumen, also über viel Stauraum. Wichtig ist jedoch die für die jeweilige Dachbox erlaubte Zuladung. Die liegt bei 50 bis 75 Kilogramm, das Volumen beträgt aber oft 400 – 500 Liter. Angaben zur maximalen Beladung finden sich in der Gebrauchsanleitung und bei einigen Modellen auch im Inneren der Box.

  • Sicherung und Beladung. Wichtig ist, die Ladung im Inneren der Box so gut es irgend geht zu sichern. Hierzu sollten Sicherungsgurte längs und quer über die Ladung gespannt oder ein Gepäcknetz verwendet werden. Im vorderen Bereich der Box sollten weiche Gegenstände verstaut werden, die andere härtere Teile im Notfall abfangen können.

  • Nicht zuletzt ist die zulässige Dachlast zu beachten. Bei vielen Autos ist schon bei 75 Kilogramm Schluss - und die kommen durch das Gepäck, die Box selbst und den Dachgepäckträger auf dem sie montiert wird schnell zusammen. Angaben zur Dachlast finden sich in der Gebrauchsanleitung des Fahrzeugs - liegt die nicht mehr vor, sollte man sich an den Hersteller wenden.

Stand: 21.10.2013 10:14 Uhr

Sendetermin

So, 20.10.13 | 16:30 Uhr
Das Erste

Produktion

Saarländischer Rundfunk
für
DasErste