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Arbeitsurlaub: bei der Bergbauernhilfe in Südtirol

Heuernte auf der Alm.
Arbeiten in den Ferien. | Bild: SR

Im Tierreich spricht man von Symbiose, in der Finanzwelt von einem Geschäft auf Gegenseitigkeit. Und im Urlaub? Wie ist das mit Kost und Logis mal nicht für Geld, sondern für Arbeit? Kostenlos wohnen und essen in einer der schönsten Gegenden Europas. Und als Gegenleistung dort bei der Arbeit auf dem Bauernhof mithelfen. Bei der Bergbauernhilfe Südtirol gibt es dieses Modell seit 16 Jahren.Unsere Moderatorin Susanne Gebhardt hat sich das mal angeschaut: Ratgeber geprüft!

Susanne hat es ins schöne Tschengls im Vinschgau verschlagen. Dort lebt das Ehepaar Blaas mit vier Kindern, neun Kühen, zwei Kälbern, zwei Schweinen und einem Hund. Bäuerin Manuela bewirtschaftet den in 1.300 Metern gelegenen Hof fast ganz alleine. Ihr Mann Hubert arbeitet als Zimmermann im Dorf, sonst käme die Familie nicht über die Runden. Das Land der Familie ist vor allem eines: steil und unwegsam. Zwar gibt es Maschinen, die die Heuernte erleichtern. Aber vieles muss doch mit eigener Muskelkraft erledigt werden. Da braucht die Familie Unterstützung, die ihnen die Bergbauernhilfe vermittelt.

Arbeiten und urlauben im einklang mit der Natur

Die Bergbauernhilfe in Südtirol gibt es seit 1997. Anfangs hat man sich mit der Hilfe auf einige Täler beschränkt. Mittlerweile kommen Helfer nach  ganz Südtirol, nicht nur im Sommer zur Heuernte, sondern auch im Herbst, Winter und Frühjahr. Ohne die freiwilligen Helfer könnten viele Nebenerwerbsbauern wie die Familie Blaas ihren Hof nicht behalten. Und die Kulturlandschaft Südtirols würde nachhaltig verändert werden, wenn die kleinen Höfe nicht mehr bewirtschaftet werden könnten.
Susanne war nur zwei Tage da. Wer sich allerdings bei der Bergbauernhilfe bewirbt, muss mindestens eine Woche auf dem Hof bleiben. Die meisten Helfer bleiben allerdings zwei bis drei Wochen.  Maximal darf man sich 3 Monate aufhalten.  Der Bauer stellt dem Helfer ein eigenes Zimmer zur Verfügung und sorgt für die Verpflegung. Der Verein übernimmt  die Organisation und die Kosten für die Unfall- und Haftpflichtversicherung. Die Reisekosten muss der Helfer selbst zahlen. Urlaub auf dem Bauernhof ist das nicht. Und wer versucht, hier einfach nur kostenlos Ferien zu machen ist ebenfalls fehl am Platz. Aber wer das einmal gemacht hat und in das Leben der Bergbauern eingetaucht ist, kommt gerne wieder. Denn nirgendwo hat man die Möglichkeit, so im Einklang mit der Natur zu leben. Und das Bauernleben tief unter der Oberfläche kennen zu lernen. Und für viele ist die Arbeit auf dem Hof eine bessere Erholung als ein „normaler“ Urlaub. Denn bei der Arbeit können sie von Alltag und Stress abschalten.

Weitere Infos gibt es bei :

www.bergbauernhilfe.it

Stand: 22.06.2014 17:49 Uhr

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