Ferienwohnungen – welches Portal bietet was?

Annabell Neuhof testet ein Ferienwohnung, die im Internet angeboten wurde.
Annabell Neuhof testet ein Ferienwohnung, die im Internet angeboten wurde. | Bild: MDR

Städtereisen liegen voll im Trend. Und immer mehr Reisende steigen nicht im Hotel ab, sondern suchen sich eine Ferienwohnung. Wo aber findet man die besten? Der Markt ist unübersichtlich: von Privat-Unterkünften bei AirBnB und ähnlichen Communities über die klassischen Buchungsportale bis hin zu Meta-Suchmaschinen. Welches Portal bietet was?

Wohnen bei Privat

Als AirBnB vor zehn Jahren gegründet wurde, war das Konzept revolutionär: Jeder konnte auf der Seite eine Luftmatratze (Airbed) mit Frühstück (Breakfast) anbieten und daran verdienen. Daher auch der Name der Plattform. Seitdem haben AirBnB und viele Nachahmer-Portale wie Wimdu  den Markt für Ferienwohnungen umgekrempelt. Um Luftmatratzen geht es hier längst nicht mehr. Das Konzept ist so populär geworden, dass auch gewerbliche Vermieter massiv auf die Plattform drängen.

Das erhöht die Auswahl. Doch es hat auch Nachteile: Einst lebte AirBnB von netten Privatunterkünften, oft liebevoll eingerichtet. Jetzt werden auch hier immer stärker unpersönliche gewerbliche Zimmer angeboten. Und immer mehr Wohnungen werden zweckentfremdet und dadurch dem Wohnungsmarkt entzogen. Städte wie Berlin oder Paris gehen deshalb gegen die Plattform vor. Palma de Mallorca hat die Vermietung von Privatwohnungen an Touristen komplett verboten.

Yared Dibaba hatte Glück mit seiner Unterkunft in London.
Yared Dibaba hatte Glück mit seiner Unterkunft in London. | Bild: MDR

Kampf der Giganten

Bevor es AirBnB gab, wurden die meisten Ferienwohnungen und -Häuser bei Portalen wie Fewo-direkt, Interchalet oder Novasol vermietet. Dazu kamen viele kleine Spezialanbieter und Online-Agenturen für einzelne Länder und Regionen.

Neben AirBnB haben diese nun noch weitere Konkurrenz bekommen. Denn auch klassische Hotelbuchungs-Seiten wie Booking.com oder HRS drängen in den Markt für Ferienwohnungen.

Metasuchmaschinen – schneller zum Ziel?

Mehrere hundert Buchungsseiten für Ferienwohnungen gibt es, darunter viele kleine Spezialanbietern für einzelne Länder oder Regionen. Sogenannte Metasuchmaschinen versprechen, hunderte dieser Seiten zu durchforsten und dort den besten Preis zu finden. Das Prinzip ist von Flügen, Mietwagen und Hotels bekannt. Im Fewo-Sektor sind hier unter anderem Hometogo, Kayak oder Tripadvisor aktiv. Zu jedem Treffer werden die Preise der verschiedenen Anbieter angezeigt. Die Preisunterschiede sind aber häufig nicht besonders groß.

Worauf achten?

Die Plattformen und Anbieter machen es den Nutzern manchmal nicht leicht, sich umfassend zu informieren: Positive Kommentare zu den Wohnungen werden gern prominent angezeigt, zu den kritischen muss man sich erst durchklicken. In unserem Test haben wir zudem irreführende Fotos entdeckt, die mit der Realität wenig zu tun hatten. Wichtiger Tipp hier: Kritische Kommentare bewusst ansteuern und ernst nehmen. Auch Fotos immer kritisch hinterfragen: Oft ist die Schummelei bei genauem Hinsehen erkennbar. Und die Ortsangabe immer nachrecherchieren: So manche Wohnung, die mit dem Label "Downtown" angeboten wird, liegt in unattraktiven Vierteln weiter außerhalb.

Buchen bleibt zeitaufwändig

Wie gut die Portale bei Städtereisen funktionieren, haben Annabell und Yared in Berlin und London ausprobiert. Das Ergebnis: Es gibt keinen einfachen, schnellen Weg zur perfekten Ferienwohnung. Mit Metasuchmaschinen kann man zwar den Preis optimieren. Die Qualität der Ferienwohnung aber lässt sich nur durch ganz genaues Hinschauen abschätzen. Das braucht Zeit. Und es bewahrt nicht hunderprozentig vor unschönen Überraschungen.