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Immobilienbetrug – Abzocke mit Fake-Inseraten

PlayÜberweisen Sie kein Geld, ohne die Wohnung gesehen zu haben!
Immobilienbetrug – Abzocke mit Fake-Inseraten | Video verfügbar bis 05.11.2019 | Bild: Colourbox

Peter L. hat 17.500 Euro für ein Haus gezahlt, das gar nicht zu verkaufen war. An einen Makler, den es gar nicht gibt. Wie kann man sich vor Immobilienbetrug schützen?

Schon länger sucht Peter L. nach einem Haus für seine Familie. Beim Internetportal Immobilienscout24 findet er schließlich ein scheinbar unschlagbares Angebot. Das Haus hat alles zu bieten, was sich die Familie wünscht. Außerdem ist es gut 50.000 Euro günstiger als vergleichbare Häuser in der Lage. 

Peter L. antwortet per Mail auf die Anzeige. Es meldet sich die vermeintliche Eigentümerin. Sie lebt angeblich in London und schreibt, sie wolle eine Maklerfirma mit dem Verkauf des Hauses beauftragen.

Familie besichtigt Haus von außen

Weil die Immobilie nur wenige Minuten von der Wohnung der Familie entfernt liegt, fahren Peter L. und seine Frau schon mal vorbei. "Wir haben in die Fenster hineingeschaut und da standen keine Möbel drin und man konnte auch alles sehen, wie es auf den Bildern im Internet abgebildet war – das hat uns überzeugt", erzählt Peter L.

Dann meldet sich die angekündigte Maklerfirma aus London. Sie teilt mit, dass es sehr viele Interessenten für das Haus gebe. Wenn Familie L. zum Zuge kommen wolle, müssen sie schnell sein und für das Vorkaufsrecht und Gebühren 12.000 Euro überweisen – auf Firmen-Konten in Italien und Portugal.

"Reisekosten" des Maklers

Das Paar hat zwar ein mulmiges Gefühl, überweist aber trotzdem. Sehr schnell steht ein Besichtigungstermin fest. Für die Reisekosten des Maklers muss Peter L. allerdings nochmal 5.500 Euro überweisen.

Zum vereinbarten Termin kommt jedoch niemand. Peter L. wartet vergeblich vor dem Haus. Ihm wird klar: Er ist Betrügern auf den Leim gegangen.

Portal versucht, Fake-Anzeigen zu filtern

Es stellt sich heraus, dass der eigentliche Besitzer des Hauses die Immobilie kurze Zeit zuvor selbst bei Immobilienscout24 inseriert hatte. Die Betrüger haben die Bilder aus seiner Anzeige kopiert und eine neue Verkaufs-Anzeige erstellt. Immobilienscout24 versucht zumindest, solche Betrugsanzeigen mit Hilfe von Software herauszufiltern. Gefilterte Anzeigen werden daraufhin noch einmal von Mitarbeitern überprüft.

Im Fall von Peter L. hat diese Prüfung offensichtlich nicht funktioniert. Er hat insgesamt 17.500 Euro verloren. Die Täter sind kaum zu ermitteln.

Ihre Masche ist perfide: Sie bieten auf seriösen Immobilienportalen Häuser oder Wohnungen an, die ihnen gar nicht gehören. Das Polizeipräsidium Stuttgart hat dieses Jahr schon 40 ähnliche Fälle bearbeitet, mehr als im gesamten Jahr 2017. Über 120 Anzeigen liegen vor. Bundesweit gibt es hunderte dieser Betrugsversuche.

Wohnanlage
Bestimmte Wohnlagen sind begehrt – Vorsicht bei unschlagbar günstigen Angeboten. | Bild: dpa

So können Sie sich schützen

Die Betrüger gehen professionell und raffiniert vor. Dennoch gibt es einige Anzeichen bei Immobilien-Anzeigen, bei denen Sie misstrauisch werden sollten. Vor allem sollten Sie niemals Geld im Voraus überweisen, sondern erst bei Vertragsschluss, beziehungsweise bei der Übergabe. Auch bei Mietwohnungen sollten Sie keinesfalls vor der Unterzeichnung des Mietvertrags eine Kaution überweisen. Die Verbraucherzentrale warnt außerdem vor folgenden Indizien, die auf Betrugs-Angebote hinweisen können:

Vermeintliche Schnäppchen: Werden Immobilien zum Mieten oder Kaufen für einen besonders günstigen Preis angeboten, ist Vorsicht angebracht.

Hochglanz-Bilder: Betrüger bedienen sich oft einfach an Bildern, die sie im Netz finden, zum Beispiel bei Möbelhäusern. Um zu checken, wo das Bild sonst noch im Internet auftaucht, können Sie die Google-Bildersuche nutzen.

Seltsame Adresse: Überprüfen Sie, ob es die Adresse der Immobilie wirklich gibt und ob das inserierte Gebäude auch dort steht.

Schlechtes Deutsch oder Englisch: Häufig sitzen die Betrügerbanden im Ausland. Für ihre Inserate nutzen sie oft Übersetzungsprogramme. Diese sind zwar besser geworden, dennoch sollten Sie bei Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung misstrauisch werden. Gleiches gilt für Anfragen auf Englisch.

Geklaute Anzeigentexte: Häufig kopieren Betrüger Anzeigentexte aus Inseraten, die sie im Internet finden. Geben Sie Teile des Textes in eine Suchmaschine. Falls es eine sehr ähnliche Anzeige mit anderen Kontaktdaten gibt, ist Vorsicht geboten.

Überweisung ins Ausland: Seien Sie vorsichtig bei Überweisungen auf ausländische Bankkonten. Die ersten beiden Buchstaben der IBAN sind Länderkürzel: DE steht beispielsweise für Deutschland.

Was können Betrugsopfer tun?

  • Wenn Sie bereits Geld überwiesen haben, sollten Sie umgehend Ihre Bank informieren. Möglicherweise kann die Zahlung rückgängig gemacht werden. Einen Anspruch darauf haben Sie jedoch nicht. Zahlungen per Lastschrift können Sie dagegen innerhalb von acht Wochen widersprechen.
  • Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei. Das geht hier auch online.
  • Geben Sie dem Betreiber des Immobilienportals, auf dem Sie die betrügerische Anzeige gefunden haben, Bescheid, um andere Verbraucher zu schützen.
  • Die Verbraucherzentrale bietet Hilfe und Beratung.

Stand: 18.05.2019 13:28 Uhr

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