SENDETERMIN Mo, 02.05.16 | 20:15 Uhr | Das Erste

Der Tchibo-Check

Tchibo-Filiale
Der Kaffeeröster im Check | Bild: WDR / Paul Eckenroth

Tchibos Werbeslogan verspricht: Das gibt es nur bei Tchibo. Der ARD-"Markencheck" guckt sich das genauer an und untersucht Schnäppchen und Kaffee: Wie gut ist die Qualität der Tchibo-Produkte wirklich und wo wird die bunte Warenwelt eigentlich produziert?

Die Ergebnisse

Check: Kaffee

Angefangen hat alles 1949 in Hamburg mit Kaffee. Mittlerweile gibt es Tchibo in elf Ländern, auch in der Türkei oder Russland. Wir wollen wissen: Schmeckt Tchibo-Kaffee besser als der preiswertere Kaffee vom Discounter?

Tchibo-Produkte
Tchibo-Kaffee | Bild: WDR

Dafür testen wir mit den Mitarbeitern einer Behörde Tchibo-Kaffee gegen Aldi-Süd-Kaffee im Blindtest. Das Ergebnis: Ein nur knapper Sieg für Tchibo. Und wie sieht es im Labor aus? Wir stellen fest: Der getestete Tchibo-Kaffee hat einen sehr hohen Acrylamid-Wert, noch innerhalb der EU-Grenzwerte, aber deutlich höher als bei der Konkurrenz.

Wie steht es mit der Hygiene?

Und wie hygienisch geht es eigentlich in so einem Gemischtwarenladen mit angeschlossenem Kaffeeausschank zu? Wie sauber sind die Tassen bei Tchibo? Oder die Deckel des Coffee to go, die oft von mehreren Leuten berührt werden? Und wie hygienisch wird hinter der Theke gearbeitet? Heimlich nehmen wir Proben und geben sie ins Labor. Das Ergebnis: Bei einer Probe wird eine Kolonie von Darmbakterien nachgewiesen. Die Menge liegt aber noch im Rahmen. Die Hygiene ist also okay.

Unser Gesamturteil beim Kaffee von Tchibo: In Ordnung.

Check: Schnäppchen

Tchibo – eine knallbunte Warenwelt. Und ein Versprechen: Das gibt es nur bei Tchibo. Wirklich? Wir kaufen 13 Tchibo-Produkte: Kleidung, auch aus der Tchibo-Helene-Fischer-Kollektion, Elektronik, Haushaltsartikel. Vom Stabmixer bis zur Heckenschere. Alles zusammen für rund 293 Euro. Bei der Konkurrenz wie H&M, KIK, Tedi oder im Internet finden wir sehr ähnliche Produkte und zahlen nur rund 175 Euro. Das sind 118 Euro weniger.

Produkte im Familien-Test

Zwei Familien checken für uns die Schnäppchen. Eine Familie kriegt zuerst die Tchibo-Produkte – die andere die der Billig-Konkurrenz. Nach einer Woche wird getauscht. Die Elektroartikel von Tchibo kommen insgesamt besser bei unseren Familien an. Bei der Kleidung sieht es anders aus: Das T-Shirt hat schon beim Auspacken ein Loch, der BH hält nicht, was er halten soll, und auch die Jeans überzeugt in unserer Stichprobe nicht. Bei der Kleidung finden die Familien die Konkurrenz besser.

Tchibo Produkte im Test
Tchibo ruft das Spielzeug nach Markencheck-Recherchen zurück. | Bild: WDR

Einen Artikel haben wir unseren Familien bewusst nicht gegeben: Die ferngesteuerte und aufblasbare Spielfigur des Minion Kevin, die es bei Tchibo im Weihnachtsgeschäft gab. Wegen eines auffallend starken Geruchs, schickten wir den Minion Kevin stattdessen ins Labor. Das Analyseergebnis: Das Spielzeug enthält einen gesundheitsschädlichen Schadstoff: Naphthalin. Der Wert, den das Labor misst, ist fast das 40-fache des Grenzwerts!  

Rückruf als Folge des "Markenchecks"

Tchibo sagt uns dazu: Wegen der Anfrage des "Markenchecks" habe man ebenfalls eine Minion-Spielfigur untersuchen lassen. Dabei entsprachen die Messwerte laut Tchibo "nicht den Anforderungen, die wir an ein Produkt stellen. Vor dem Hintergrund dieser Überprüfung hätten wir das Produkt nicht vertrieben." Und weiter: "Daher haben wir uns entschlossen, das Produkt zurückzurufen."

Unser Gesamturteil zu den Schnäppchen von Tchibo: Die Qualität fanden wir enttäuschend.

Die Fairness

Und wo wird die bunte Warenwelt von Tchibo produziert? Tchibo teilt uns mit, Produkte genau nachverfolgen zu können. Man habe nur sehr wenige Lieferanten, könne sie so besser kontrollieren. Man bietet uns sogar einen offiziellen Besuch an – aber nur in ausgewählten Fabriken. Wir wollen uns aber lieber ein unabhängiges Bild machen.

Uns gelingt ein Termin in der Fabrik, in der auch die Helene-Fischer-Kollektion produziert wird. Auf den ersten Blick wirkt alles gut organisiert, professionell. In riesigen Hallen arbeiten Näher an Tchibo-Kleidung. Fast keiner trägt hier einen Mundschutz, der vor dem anfallenden Stoffstaub schützen würde. Tchibo teilt uns dazu mit, das Tragen sei freiwillig. Handschuhe seien aber verpflichtend – beim Zuschneiden. Doch auch diese speziellen Kettenhandschuhe sehen wir nicht.

Unser Endergebnis:

Der Kaffee ist: In Ordnung

Die Schnäppchen fanden wir: Enttäuschend

Die Fairness: Ausbaufähig

Ein Film von Melanie Jost und Matthias Fuchs

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