SENDETERMIN Mo, 25.08.14 | 20:15 Uhr | Das Erste

Der Ikea-Check: Video und Urteile

PlayMarkencheck - Der Ikea-Check
Der Ikea-Check | Video verfügbar bis 25.08.2019 | Bild: WDR

Ikea steht für schicke Möbel zum kleinen Preis. Und weil sich das schon herumgesprochen hat, hat das Einrichtungshaus sein Schweden-Image erweitert um Aspekte wie familiär, gelassen, liberal und fair. So sind die Ikea-Kunden in der Werbung – und so ist Ikea angeblich auch selbst. Aber: Was von alledem trifft wirklich zu? Die Testergebnisse aus unserem Ikea-Check:

Unsere Checkurteile

Stressfaktor

Wie stressig ist ein Einkauf bei Ikea? Zehn Paare kaufen für unseren Check bei Ikea und zum Vergleich im Möbelhaus Höffner ein. Stressforscher Stefan Hey überwacht das Experiment. Das Ergebnis der Stichprobe: Im Durchschnitt aller zehn Testpaare liegt Ikea beim Stressfaktor eindeutig über dem Konkurrenten. 150 war der Stresspegel vor dem Einkauf. Der Einkauf bei Höffner bringt in unserem Experiment Stresswerte von knapp 250, der bei Ikea Stresswerte von 300.

Unser Checkurteil: Der Stressfaktor bei Ikea wird unterschätzt.

Ikea-Prinzip

Ikea lässt seine Kunden Möbelteile selbst zusammenschrauben. Sind uns die Produkte dadurch weniger wert – oder vielleicht sogar mehr? Um das zu überprüfen, starten wir einen Versuch. Zwei Gruppen à 20 Frauen sollen Gebote für Ikea-Nachttischschränke abgeben. Die erste Gruppe bietet  auf bereits aufgebaute Schränkchen, die zweite muss die Möbelstücke vor der Auktion erst mal selbst aufbauen. Das Ergebnis: Die "Do-it-yourself"-Gruppe bietet im Schnitt vier Euro mehr für das Ikea-Produkt. Eine Studie aus Amerika bestätigt diesen Do-it-yourself-Effekt. Ikea macht uns so zu unbezahlten Mitarbeitern. Auch das ist Geheimnis des Erfolgs.

Unser Checkurteil: Das Ikea-Prinzip ist raffiniert.

Das Testergebnis von Ikea in der Sendung "Der Markencheck"
Stressiger als gedacht, nicht so fair wie behauptet: So schneidet Ikea im Check ab.  | Bild: WDR

Qualität

"Billy" – ein Klassiker von Ikea. Bei unseren Recherchen fällt auf: Heute ist das Regal billiger als vor 30 Jahren. Wurde da vielleicht an der Qualität gespart? Schreinermeister Stefan Hampel vergleicht für uns die Qualität eines aktuellen Billy-Regals mit der von vor 30 Jahren. Sein Urteil: "Ikea scheint genau die Grenzen zu kennen, die sie einhalten müssen, damit es nicht allzu schnell zu Schäden kommt."

So sind etwa die "Billy"-Bretter heute einen Millimeter dünner und das Regal ist in der Breite über die Jahre von 90 Zentimeter auf 80 Zentimeter geschrumpft. Trotzdem besteht das neue "Billy" noch einen Belastungstest mit knapp 20 Kilogramm. Auch nach drei von uns simulierten Umzügen steht das Regal noch – wenn auch etwas wackliger als vorher. Und im Labor bestehen schließlich alle drei von uns ausgewählten Ikea-Produkte den jeweiligen Test.

Unser Checkurteil: Die Qualität ist ausreichend.

Fairness

Bis zur Auflösung der DDR wurden Ikea-Möbel auch in DDR-Gefängnissen von politischen Häftlingen produziert. Um herauszufinden, wo Ikea neue Lieferanten gefunden hat, sind unsere Check-Reporterinnen weiter Richtung Osten gereist – nach Weißrussland.  Sie fanden heraus: Hier produziert die Firma VMG  die Ikea-Kommode "Brimnes". Weißrussland gilt als letzte Diktatur Europas, Diktator Lukaschenko als einer der schlimmsten Diktatoren weltweit. Wie passt das zum Konzept des "Democratic Design", auf das Ikea so gerne verweist? Und wie passt es zu dem Bild, das die Leute in Deutschland von Ikea haben? In einer Fußgängerzone berichten wir Passanten von unseren Rechercheergebnissen. Dabei wird klar: Manch einer kommt ins Grübeln, wenn er mehr über die Möbelherstellung weiß, als Ikea verrät.

Unser Checkurteil: Die Fairness bei Ikea ist vorgetäuscht.

Andere Sendungen

22 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.