Der Klick-Check: Wie gut und übersichtlich sind die Internetseiten?

Billigflieger
Recherche im Netz: Wie gut und übersichtlich sind die Internetseiten der Billigflieger? | Bild: SR

Billigflieger verkaufen ihre Tickets fast ausschließlich über das Internet. Alles ganz einfach und schnell – das behauptet zumindest die Werbung. Die Kritik von Verbraucherschützern hat inzwischen gefruchtet: Die Internetseiten sind besser geworden, aber trotzdem versuchen die Airlines auch weiterhin, mit Klicks und Häkchen Kasse zu machen.

Wo lauern die Kostenfallen?

Wie reibungslos klappen die Online-Buchungen wirklich? Wie transparent sind die Kosten? Wer hat die kundenfreundlichste Homepage?

Das haben wir mit Hilfe eines Marktforschungsinstituts geprüft, das auf die Analyse von Internetauftritten spezialisiert ist.

Unser Check-Ergebnis:

  • Von den fünf Airlines hat Ryanair die kundenfreundlichste Website. Wie jeder Billigflieger will auch Ryanair mit Mietwagen und Hotels dazu verdienen, die Homepage ist daher voll mit Angeboten, aber insgesamt haben die Iren nach jahrelangen Verbraucherbeschwerden ihre Seite vereinfacht und kostentransparenter gestaltet. Ein Negativpunkt: Bei der Zahlungsart war die kostenpflichtige Variante voreingestellt. Dabei lassen sich auf der Homepage auch ohne zusätzliche Gebühr Tickets kaufen.

  • Augen auf bei Eurowings: Der teurere Flug ist farblich türkis unterlegt und zieht so mehr Aufmerksamkeit auf sich als der farblose günstigere. Beim Reiseschutz ist der Kaufbutton rot unterlegt, die Ablehnung farblos – dasselbe Prinzip.

  • Die Seiten bei Easyjet sind zum Teil völlig überfrachtet. Die Flugbuchung wird zur Nebensache. Keine andere Airline versucht so penetrant, Hotels und Mietwagen zu verkaufen. Die Flugbuchung ist keineswegs schnell und einfach, unsere Reporterin musste sehr viele Schritte durchlaufen, vieles blieb unklar bei der Auswahl des Fluges und des Gepäcks.

  • Die Homepage von Air Berlin enthält eine enorme Textmenge, durch die sich der Kunde arbeiten muss, sehr viele Informationen. Auch Air Berlin setzt auf das Geschäft mit Zusatzleistungen. Kunden werden bei der Frage nach einem zusätzlichen Versicherungspaket sogar unter Druck gesetzt. Sie müssen erklären: "Ich verzichte ausdrücklich auf den angebotenen Reiseschutz und zahle im Notfall alle Kosten selbst."

  • Die Seiten der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz sind regelrecht verwirrend. Es werden pro Strecke 8 Euro Bearbeitungsgebühr erhoben: für den Buchungsvorgang, der ja Voraussetzung ist, um einen Flug zu kaufen. Das ist dreist, meinen wir, und sehen Wizz in puncto Kundenfreundlichkeit der Internetseiten auf dem letzten Platz.