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Sonja, Nina, Heidi und die "Mutter von Lenin"

Frauen, die Katrin Sass spielt, vergisst man nicht so schnell. Obwohl es nie jene sind, die auf Anhieb gefallen wollen. Sie heißen Sonja, Nina, Heidi – wie die Namen sind oft deren Leben: einfach, alltäglich. Aber dieser Alltäglichkeit vermag Katrin Sass stets eine große Spannung zu verleihen. | Bild: solo:film/Wolfgang Gaube

Frauen, die Katrin Sass spielt, vergisst man nicht so schnell. Obwohl es nie jene sind, die auf Anhieb gefallen wollen. Sie heißen Sonja, Nina, Heidi – wie die Namen sind oft deren Leben: einfach, alltäglich. Aber dieser Alltäglichkeit vermag Katrin Sass stets eine große Spannung zu verleihen.

Für Katrin Sass wäre es eine Absurdität sich vor den Spiegel zu stellen und eine Geste oder einen Gesichtsausdruck zu üben. "Gefühle", sagt sie, "kann man nicht üben. Sie entstehen beim Spielen. Alles entsteht in dem Moment, sobald die Kamera angeht."

Der Held ihrer Kindheit ist Frank Schöbel, ein Schlagersänger in der DDR. Als Schauspielstudentin zieht sie nachts durch die Straßen und singt, was ihr gerade einfällt, Schlager von Frank Schöbel und Mireille Mathieu. Die Anwohner fühlen sich in ihrer Ruhe gestört und rufen die Polizei.

In ihrer ersten Hauptrolle war sie Sonja ("Bis dass der Tod euch scheidet", 1979, Regie: Heiner Carow). Und alle anderen Frauen, die sie spielte, waren dieser Sonja ähnlich.

Aus dem Bauch heraus spielt Katrin Sass ihre Rollen, das sagen Kollegen, die mit ihr gearbeitet haben.

Das Filmporträt in der Reihe "Deutschland deine Künstler" begleitet Katrin Sass bei Dreharbeiten an der Ostsee und im kanadischen Halifax. Die Schauspielerin erzählt von den Höhen und Tiefen ihres Künstlerlebens, von ihrer Euphorie über das Ende der DDR und dem gleichzeitigen Verlust ihrer Popularität, von ihrer Alkoholkrankheit, die sie fast das Leben kostete, und dem Glück ihres Comebacks durch den Film "Good Bye, Lenin!", der in vielen Ländern zu sehen war.