Stephanie Petersen

Landtierärztin und Naturheilkundlerin auf Sylt, Schleswig-Holstein

Dr. Stephanie Petersen
Dr. Stephanie Petersen | Bild: NDR/Doclights GmbH 2019

Schon als kleines Mädchen wollte Dr. Stephanie Petersen Tierärztin werden. Doch bis sie sich als Inselärztin auf Sylt niederließ, ging sie einen Umweg als Flugbegleiterin, studierte Tiermedizin in Leipzig, arbeitete für ein Jahr in einem Hilfsprojekt für Straßenhunde in Griechenland und als Doktorandin in einer Berliner Kleintierklinik. Auf Sylt gestrandet ist die 47-Jährige der Liebe wegen. Seit 18 Jahren führt sie ihre eigene Praxis dort, wo andere Urlaub machen. Die Inseltierärztin lebt diesen Traum.

Neben den tiermedizinischen Standards wie Impfungen, Kastrationen und Parasitenbekämpfung hilft die Tierärztin auch kalbenden Kühen und bietet spezielle Verfahren an wie Eigenbluttherapie, Homöopathie oder Tumortherapie mit Spinnengift. Petersen arbeitet als Diätberaterin und Verhaltenstherapeutin. Ihre besondere Vorliebe gilt alten Tieren samt ihrer teils schrulligen Eigenheiten. Auch zu ihrem Privatleben gehören selbstverständlich Tiere: Auf ihrem Hof leben fünf Hunde, von denen sie drei aus Tötungsstationen gerettet hat, und 17 Hühner. Und es gibt sogar eine Trakehner-Zucht. Die alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen macht täglich den Spagat zwischen Familie und Beruf. Stephanie Petersen liebt das positive Chaos und kann sich auf die Unterstützung einer gut eingespielten Großfamilie verlassen.

"Die Hunde haben oft die typischen Strandkrankheiten"

In die Praxis von Dr. Stephanie Petersen kommen hauptsächlich Hunde.
In die Praxis von Dr. Stephanie Petersen kommen hauptsächlich Hunde. | Bild: NDR/Doclights GmbH 2019

Dr. Stephanie Petersen: "Wir haben sehr viele gutgelaunte Kunden, weil sie vom Strand kommen, weil sie Urlaub haben. Die Tiere, hauptsächlich Hunde, haben oft die typischen Strandkrankheiten: haben Muscheln, Quallen oder Sand gefressen, aufgeschnittene Pfoten durch scharfkantige Muscheln, Durchfall durch Salzwassertrinken – das Spektrum ist sehr breit."

"Wir haben keine Klinik in greifbarer Nähe. Abends um neun oder zehn fährt der letzte Autozug aufs Festland, dann ist die Insel dicht. Wenn dann ein Pferd eine Kolik hat oder ein Hund eine Magendrehung, dann muss ich mir was einfallen lassen."

"Die Pferde sind mein Hobby, dafür brenne ich, das ist meine Leidenschaft! Schon morgens im Stall zu sein, ist natürlich Stress. Für mich aber positiver Stress."