SENDETERMIN Mo, 07.01.19 | 21:45 Uhr | Das Erste

Exclusiv im Ersten: Das Diesel-Desaster

PlayDas Diesel-Desaster
Exclusiv im Ersten: Das Diesel-Desaster | Video verfügbar bis 07.01.2020 | Bild: WDR

In Stuttgart und Köln werden 2019 die Innenstädte für hunderttausende Pendler zu Sperrzonen, in Essen mit der A40 sogar eine der wichtigsten Autobahnen des Ruhrgebiets. Der Diesel ist zum Schmuddelkind der Nation geworden. Nahezu 13.000 vorzeitige Todesfälle jährlich gingen in Deutschland auf das Konto des Diesels, behauptet die Deutsche Umwelthilfe. Mit diesem Szenario vor Augen erstreitet sie vor Gericht zurzeit ein Fahrverbot nach dem anderen.

Richter und Pressevertreter im Gerichtssaal
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat Fahrverbote für Gelsenkirchen und Essen verhängt. | Bild: NDR

Nirgendwo sind die Grenzwerte für Stickstoffdioxid so streng wie hierzulande: Während in den USA 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erlaubt sind, schlägt die EU schon ab 40 Mikrogramm Alarm. Welche Rolle dabei der Straßenverkehr spielt, ist keineswegs so klar, wie es scheint. In Oldenburg wurden jüngst Höchstwerte verzeichnet – dabei waren wegen eines Marathons sämtliche Straßen für Autos und Lkw gesperrt.

Folgen für die Gesundheit sind umstritten

Auch die Folgen für die Gesundheit sind unter Wissenschaftlern umstritten. Während Umweltschützer auf Studien der Weltgesundheitsorganisation verweisen, halten Lungenfachärzte wie Prof. Martin Hetzel von der Lungenfachklinik in Stuttgart die vergiftete Debatte für "reine Panikmache". Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Prof. Dieter Köhler, gibt ihm Recht: "Zigarettenrauch und Adventskerzen sind viel schlimmer."

Die Bewohnerin eines Seniorenstifts in Hamburg, zündet in ihrer Wohnung eine Kerze an.
Auch Kerzen setzen große Mengen an Feinstaub frei. | Bild: NDR

Das Beispiel Hamburg zeigt zudem, dass Fahrverbote nicht unbedingt eine schnelle Lösung sind. Zwei Monate nach Einführung des bundesweit bislang einzigen Fahrverbots sind die Messwerte in diesen Straßen nicht gesunken, sondern gestiegen.

Diesel-Fahrer verunsichert

Die Deutsche Umwelthilfe zeigt sich von alldem unbeeindruckt und hatte sogar Beugehaft für den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder oder seinen Umweltminister beantragt, weil der Freistaat trotz rechtkräftigen Urteils ein Fahrverbot in München verweigert. Zwölf Millionen Dieselfahrer sind verunsichert. Ihre Wagen wurden vor wenigen Jahren als "supersauber" beworben. Jetzt verlieren sie von Tag zu Tag an Wert. 

Ein Film von Thomas Berbner und Torben Börgers

968 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.