SENDETERMIN Mo., 06.07.20 | 23:35 Uhr | Das Erste

Afghanistan. Unser verwundetes Land

Afghanische Schulmädchen in Kabul auf dem Weg zur Schule, Afghanistan 1967/68
Afghanische Schulmädchen in Kabul auf dem Weg zur Schule, Afghanistan 1967/68. | Bild: NDR / Dr. Bill Podlich

"Afghanistan. Unser verwundetes Land" blickt auf 40 Jahre Krieg mit den Augen derer, die am meisten unter ihm leiden – die Frauen Afghanistans. Der Dokumentarfilm beginnt in den 1960er Jahren, als im Königreich Afghanistan Frieden herrscht. Als die Kommunisten die Macht übernehmen, beginnt ein endloser Krieg, der das Gesicht Afghanistans verändert. Frauen werden zum Spielball ideologischer Kämpfe. Nach dem 11. September 2001 hoffen die Afghaninnen auf die Rückkehr des Friedens. Sie wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, doch die Spirale der Gewalt hält bis heute an.  

Seit vier Jahrzehnten herrscht in Afghanistan Ausnahmezustand. In diesem Dokumentarfilm sprechen erstmals ausschließlich Frauen darüber, wie sich ihr Leben in Afghanistan verändert hat. Sechs Afghaninnen nehmen das Publikum mit auf eine Reise vom Paradies in die Hölle.

Afghanische Frauen und Kinder warten vor einer Klinik, Afghanistan 2003
Afghanische Frauen und Kinder warten vor einer Klinik, Afghanistan 2003. | Bild: NDR / United States Agency for International Development

In den 1960er Jahren gingen Mädchen zur Schule und nahmen am gesellschaftlichen Leben teil

Die ehemalige "Miss Afghanistan 1972" kommt ebenso zu Wort wie die aktuelle Staatsministerin für Menschenrechte, die Tochter des letzten kommunistischen Präsidenten, Aktivistinnen und Abgeordnete des afghanischen Parlaments. Sechs Afghaninnen machen den endlosen Krieg erfahrbar und zeigen, wie vor allem Frauen zu Opfern gewaltsamer Politik wurden. Deutlich wird aber auch, wie viel Mut und Tapferkeit die Afghaninnen haben.

Eine afghanische Frau in Militäruniform bei Schießübung, Afghanistan 1980
Eine afghanische Frau in Militäruniform bei Schießübung, Afghanistan 1980. | Bild: NDR/Russian State Archive

Unter der Regie von Lucio Mollica, Marcel Mettelsiefen und Mayte Carrasco zeigen uns Frauen wie Shukria Barakzai, die sich für Frauenrechte einsetzt, ein ganz anderes Afghanistan, als wir es heute kennen. Mit meist ungesehenen Archivbildern zeigt der Film, wie Mädchen in den 1960er Jahren in einem bunten Kabul aufwachsen, zur Schule gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Doch das "goldene Zeitalter" endet, als die Monarchie gestürzt wird und ideologische Kämpfe zwischen Kommunisten und Islamisten ausbrechen. Auch die Sowjetunion kann die Lage nicht beruhigen. Ihre mächtige Armee wird von islamischen Kämpfern bezwungen. Als diese schließlich Kabul übernehmen, beginnt eine Abwärtsspirale, die das Leben der afghanischen Frauen in ein dunkles Verließ verwandelt. Doch die Frauen wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wollen ihr Land zurück.

Ein Film von Lucio Mollica, Marcel Mettelsiefen und Mayte Carrasco

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